Ringdrossel im Nordpolder der Warthe

RingdrosselDie Recherche im Vorfeld ergab zwar für Anfang April eher unterdurchschnittliche Wasserstände für die Oder. Ob die Wiesen an der Oder trotzdem schon überschwemmt waren? Über den Nordpolder bei Witnica wollte ich mich gemächlich dem Gebiet der Warthemündung nähern und dann zum bekannten Plattenweg nördlich des kleinen Dörfchens Przyborow bis zur Postomia fahren. Neben einem schon recht späten Rauhfußbussard (Buteo lagopus) wurde ich auf eine „Amsel“ aufmerksam, die über die Schotterpiste flog. Eine Amsel (Turdus merula) ist nun in einem solch offenen Gelände nicht unbedingt zu erwarten. Also riskierte ich ohne große Erwartungen einen Blick durch das Fernglas. Und siehe da: es war eine Ringdrossel (Turdus torquatus), die sich im Verlauf meiner Beobachtung immer wieder in ein Wiesengehölz verkroch.

Nach einem kalten März waren die ersten Tage im April sehr angenehm. Zur Monatsmitte jedoch hatte es sich der Frühling mit seinen angenehmen Temperaturen anders überlegt und mit strammen Ostwind und den dazu gehörenden Böen für unangenehm kühles Wetter gesorgt. Immerhin gab es in der Regel Sonnenschein zu genießen. Durch die anfangs frühlingshaften Temperaturen war offensichtlich ein deutlicher Schub an Zugvögeln im Gebiet eingetroffen. Vor allem Drosseln – darunter auch schon die ersten Ringdrosseln sollten nun verstärkt an ihren traditionellen Rastplätzen angetroffen werden. In Brandenburg gab es 2 Meldungen von Ringdrosseln. Die eine vom Schwielowsee und die andere von den Körziner Wiesen bei Beelitz. Aus Polen gab es nur eine Meldung aus Białystok, was ja noch viel weiter östlich liegt.  von der Oder ist die Ringdrossel allerdings ebenfalls ein bekannter Frühjahrszieher. Auch die ersten Rohrschwirle (Locustella luscinioides) waren zu hören.

Von der Piste, die sich mitten durch den Nordpolder der Warthe zieht, hat man einen eindrucksvollen Blick über die weite Landschaft und praktisch den ganzen Polder. Der Polder war insgesamt recht naß und in weiten Teile überschwemmt ist. Zwischen den wenigen Wegen sind seichte Wasserstellen vorhanden, die eigentlich intensiv vor allem von Enten genutzt werden sollten. Es waren allerdings nur etliche Schnatterente (Anas strepera), wenige Löffelenten (Anas clypeata), gar nicht so viele Stockenten (Anas platyrhynchos), wenige Krickenten (Anas crecca),  ein Paar Knäkente (Anas querquedula) zu sehen. Auch an Limikolen scheinen die wahren Massen erst in einigen Tagen (so ab Mitte April) im Warthe- und Odergebiet einzutreffen. Einzig die Kiebitze (Vanellus vanellus) sind reichlich vertreten.

Wie sich herausstellte, war die Warthe schon auf der Höhe von Kłopotowo so hoch angestaut daß die dortige Fähre ihren Verkehr hatte einstellen müssen. Über den Nordpolder bei Witnica wollte ich mich gemächlich dem Gebiet der Warthemündung nähern und dann zum bekannten Plattenweg nördlich des kleinen Dörfchens Przyborow bis zur Postomia fahren. Hier ist immer ein sehr guter Ausgangspunkt, um sich über den aktuellen Stand des Gebiets und seiner Bewohner ein erstes Bild zu verschaffen. Bis hier kann man nämlich auch mit dem Auto fahren und den Wagen an einer Brücke mit einem Info-Häuschen abstellen. Dahinter schlängelt sich die Betonpiste über drei Kilometer entlang der Postomia.

Der polnische Nationalpark an der Unteren Warthe in dem Dreieck zwischen Witnica, Slonsk und Kostrzyn direkt an der deutsch-polnischen Grenze nördlich von Frankfurt/ Oder steht in manchen Jahren acht Monate lang unter Wasser. Das Feuchtgebiet ist ein wichtiger Rastplatz an der Vogelzuglinie entlang der Oder und Brutrevier für zahlreiche Wat- und Wasservögel.

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