Auf die Kehle kommt es an: Blaukehlchen

Friesische Nachtigall wird das Blaukehlchen (Luscinia svecica) zu Recht genannt. Dabei spielt nicht nur die Qualität des Gesangs eine Rolle. Von den farbenfrohen, bunten Drosselvögeln gibt es in Deutschland vier verschiedene Arten. Die bekannteste ist wohl das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) mit leuchtend rot gefärbter Brust. Dieser meisterliche Sänger mit seinen klaren Strophen brütet vor allem in Gärten, unterholzreichen Wäldern und Parks. Im Winterhalbjahr sind sie neugierig und oft wenig scheu. Rotkehlchen sind beispielsweise auf Friedhöfen oder in Parks sehr leicht zu fotografieren, da sie hier an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt sind. Dennoch sollte man den kaum sperlingsgroßen Vögeln mit langer Brennweite arbeiten, um sie möglichst formatfüllend aufzunehmen.

Die Blaukehlchen sind vorwiegend in Feuchtgebieten und an verschilften Weihern und Gräben zu Hause. Dort verbergen sie sich häufig geschickt am Boden und im Schutz der Ufervegetation. In Mitteleuropa haben die Männchen im Prachtkleid eine leuchtend blaue Kehle mit mehr oder weniger großem, sogenannten weißem Stern, während der Stern der nordeuropäischen Art rot gefärbt ist. Ein kräftiges, schwarzes und ein rotbraunes Band darunter trennen die blau gefärbte Kehlregion vom weißen Bauch. Ein weiteres unverwechselbares Kennzeichen der Blaukehlchen ist der weiße Überaugenstreif. Ihren Gesang tragen die Männchen hauptsächlich von Mitte März bis Mitte April von einer mittelhohen Warte oder im kurzen Singflug vor. Dann ist die beste Jahreszeit, sie zu fotografieren. Häugig kann man dann inmitten des Schilfdickichts ein freisitzendes, singendes Männchen ablichten. Im Spätsommer sind dann die eher unscheinbaren Jungen des Blaukehlchens mit ihrem Tropfenmuster im Schilf zu sehen. Durch Trockenlegung und Zerstörung von Verlandungs und Auenzonen ist das Blaukehlchen in Mitteleuropa bedroht, und der Bestand nimmt deutlich ab.

Beim Laufen auf dem Boden erinnert es – wie der Spitzname sagt – ebenfalls an eine Nachtigall. Gern stelzt es beim Stehen den Schwanz auf. Sie ist nicht nur eine Schönheit unter den heimischen Singvögeln sondern – vor allem im Sommer und Herbst ein wahrer Heimlichtuer. Leider ist es in vielen Gebieten selten geworden und mancherorts vom Aussterben bedroht. Um ein singendes Blaukehlchen vor das Objektiv zu bekommen, bedarf es Ortkenntnis, Wissen über das Verhalten, ein wenig Glück und viel Geduld

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