Azararegenpfeifer auf Sandbank im Pantanal

Azararegenpfeifer oder Schlankschnabel-RegenpfeiferFlink läuft ein winziger weiß-grau-brauner Vogel vor mir auf dem Sand des Rio São Lourenço. Es ist ein Azararegenpfeifer (Charadrius collaris). Ich lege mich auf den Sand und lasse den Vogel kommen.  Er läuft mal hier hin, mal da hin. Aber mit der Zeit kommt er immer näher. Ich beschließe doch noch ein paar Fotos mit dem 4,0/500 auf dem Einbein vor allem von dem Azararegenpfeifer, aber auch von den anderen Watvögeln auf den Sandbänken zu machen. Wer weiß, wann man da mal wieder fündig wird.

Neben den Diademkiebitzen (Vanellus cayanus) widme ich besonders viel Zeit den Azararegenpfeifern, die in der neueren Literatur Schlankschnabel-Regenpfeifer genannt werden. Sie sind mit ihrem kastanien-braunen Nacken, dem grau-braun melierten Mantel und der rein weißen Unterseiten sehr kontrastreich gezeichnet. Dazu kommt noch ein schwarzes Brustband. Das Männchen, das ich fotografiere, hat eine weiße Stirn, die von einer schwarzen Stirnleiste und unten von einem schwarzen Augenstreif Auge begrenzt wird. Richtig auffallend sind die langen Beine sind rosafarben. Azararegenpfeifer unterscheiden sich von den meisten ähnlichen Spezies der Regenpfeifer durch das schmale schwarze Brustband.

Eigentlich wollte ich mich heute auf den Rückweg über die Transpantaneira machen. Ein Regengebiet ist angekündigt. Wenn der Weg eingeweicht ist und ich mit Schneeketten fahren muß, kann ich diese vor jeder Brücke runterziehen, weil ich sonst die Brücke und meine Landcruiser unwiderruflich zerlege. Die Ketten verhaken sich in Nullkommanix in den Befestigungseisen oder in den rausstehenden Nägeln.

Die in ähnlichen Habitaten vorkommenden (sympatrische) Charadrius-Arten sind sich sehr ähnlich. Einer davon ist der im englischen genannte Snowy Plover (Charadrius nivosus), der amerikanische Vertreter unseres Seeregenpfeifers (Charadrius alexandrinus). Dieser Regenpfeifer ähnelt dieser Art in Größe und Struktur, ist aber oben blasser, weist dunkle Beine auf und hat niemals ein komplettes Brustband.

Der Schlankschnabel-Regenpfeifer ist – wie unser Seeregenpfeifer – ein kleiner, zierlicher Watvogel der Regenpfeiferfamilie Charadriidae. Es lebt an Küsten und Flussufern des tropischen bis gemäßigten Amerika. Er kommt von Zentralmexiko südlich bis nach Chile und Argentinien vor.

Wie der Seeregenpfeifer ernähren sich Schlankschnabel-Regenpfeifer von Insekten und anderen wirbellosen Tieren, die durch eine Run-and-Pause-Technik erhascht werden; dies unterscheidet sie u.a. von anderen Limikolen-Gruppen, die die ganze Zeist mit ständigem Nahrungssuchen beschäftigt sind. Der Schlankschnabel-Regenpfeifer gilt als normalerweise sehr vorsichtig. So habe ich wohl Glück, daß ich ihn so ausgiebig – fast auf Augenhöhe – fotografieren kann. Einmal kann ich ihn auch beobachten, wie er sich auf der Sandbank hinlegt, vielleicht ausruht. Ich kann nicht erkennen, daß es sich um ein Nest handelt, auf dem er sitzt. Dieses wird allerdings auf dem blanken Boden gescharrt, der weit oberhalb der Gezeiten- oder Flutlinie an Flussufern oder Inseln gelegen ist. Dafür legt sich m.E. der Schlankschnabel-Regenpfeifer zu weit am Wassersaum hin. Außerdem ist bekannt, daß diese Art, der Azararegenpfeifer, wie viele andere Arten, die am Boden nisten, verleitet. Dabei „spielen“ die erwachsenen Vögeln einen Eindringling vor, daß sie mit gebrochenen Flügeln beeinträchtigt sind, um mutmaßliche Bedrohungen von den Jungen wegzulocken. Jedenfalls nehme ich den Azararegenpfeifer sehr schön aus nächster Nähe auf.

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