Diademkiebitze im Pantanal

DiademkiebitzEin auffällig schwarz-weiß gezeichneter kleiner Watvogel steht am südlichsten Ende der Transpantaneira direkt vor dem Wasser. Es ist der Diademkiebitz (Vanellus cayanus). Dieser Kiebitz hat inzwischen einen neuen wissenschaftlichen Namen bekommen: Hoploxypterus cayanus. In Porto Jofré direkt am Nordufer des Rio Cuiabá (auf manchen Karten heißt dieser Flussabschnitt auch Rio São Lourenço) endet nach 145 Kilometern die Transpantaneira. Außer ein paar Häusern, einem einfachen Campingplatz, Anlegestellen für Boote und dem riesigen Gelände des Hotel Pantanal Norte gibt es hier nicht viel zu sehen. Auf dem Fluss dümpeln ein paar Hausboote am gegenüber liegenden Ufer. Flink läuft der weiß-schwarze Vogel vor mir auf dem Sand des Rio São Lourenço. Immer wieder hält er inne und scheint zu zögern, sich wieder in Bewegung zu setzen. Ich lege mich auf den Sand und lasse den Vogel kommen.  Mit der Zeit kommt der Diademkiebitz immer näher. Ich beschließe noch im Sand liegen zu bleiben und ein paar Fotos mit dem 4,0/500 auch von den anderen Watvögeln auf der Sandbank zu machen.

Neben den Diademkiebitzen widme ich besonders viel Zeit den Azararegenpfeifern (Charadrius collaris). Diese werden in der neueren Literatur Schlankschnabel-Regenpfeifer genannt werden. Sie sind mit ihrem kastanien-braunen Nacken, dem grau-braun melierten Mantel und der rein weißen Unterseiten sehr kontrastreich gezeichnet. Dazu kommt noch ein schwarzes Brustband. Das Männchen, das ich fotografiere, hat eine weiße Stirn, die von einer schwarzen Stirnleiste und unten von einem Continue reading Diademkiebitze im Pantanal

Sperber im Anflug

SperberDas wunderschöne Flugfoto eines Sperber (Accipiter nisus), der frontal auf mich zufliegt, ist atmosphärisch was Besonderes. Die wundervolle Flugaufnahme dieses schlanken weiblichen Sperbers, die in Brandenburg im Winter aufgenommen wurde, ist mein Gewinner des Fotos der Woche. Bei diffusem Winterlicht aufgenommen, ist dies keine knackende Action-Aufnahme. Der Sperber weist insgesamt eine leichte Bewegungsunschärfe und eine ausgeprägte Unschärfe in den Flügeln auf. Die Aufnahme wirkt eher aus ihrer Stimmung heraus. Sie gibt den Eindruck, den der Beobachter hat wenn ein Sperber fliegt, sehr gut wider. Manchmal ist es schwer sich vorzustellen, wie schön ein Sperber aussieht, da er häufig still auf einem Ast sitzt und Menschen herankommen läßt, um dann mit großer Geschwindigkeit und unter Nutzung jeglicher Deckung davon zu fliegen. In diesem Bild aber können die Farben des Vogels, das starrende Auge und die Federdetails insbesondere des Schwanzes gut erkannt werden. Ein unauffälliger Hintergrund rundet das Ganze ab.

Das besondere Foto wurde mit einem 600-mm-Objektiv an einer Canon EOS-1D X aufgenommen. Die Aufnahme erfolgte mit 1/320 Sec und offener Blende bei ISO 4000. Es ist fraglich ob sich bei einer Continue reading Sperber im Anflug

Azararegenpfeifer auf Sandbank im Pantanal

Azararegenpfeifer oder Schlankschnabel-RegenpfeiferFlink läuft ein winziger weiß-grau-brauner Vogel vor mir auf dem Sand des Rio São Lourenço. Es ist ein Azararegenpfeifer (Charadrius collaris). Ich lege mich auf den Sand und lasse den Vogel kommen.  Er läuft mal hier hin, mal da hin. Aber mit der Zeit kommt er immer näher. Ich beschließe doch noch ein paar Fotos mit dem 4,0/500 auf dem Einbein vor allem von dem Azararegenpfeifer, aber auch von den anderen Watvögeln auf den Sandbänken zu machen. Wer weiß, wann man da mal wieder fündig wird.

Neben den Diademkiebitzen (Vanellus cayanus) widme ich besonders viel Zeit den Azararegenpfeifern, die in der neueren Literatur Schlankschnabel-Regenpfeifer genannt werden. Sie sind mit ihrem kastanien-braunen Nacken, dem grau-braun melierten Mantel und der rein weißen Unterseiten sehr kontrastreich gezeichnet. Dazu kommt noch ein schwarzes Brustband. Das Männchen, das ich fotografiere, hat eine weiße Stirn, die von einer schwarzen Stirnleiste und unten von einem schwarzen Augenstreif Auge begrenzt wird. Richtig auffallend sind die langen Beine sind rosafarben. Azararegenpfeifer unterscheiden sich von den meisten ähnlichen Spezies der Regenpfeifer durch das schmale schwarze Brustband.

Eigentlich wollte ich mich heute auf den Rückweg über die Transpantaneira machen. Ein Regengebiet ist angekündigt. Wenn der Weg eingeweicht ist und ich mit Schneeketten fahren muß, kann ich diese vor jeder Brücke runterziehen, weil ich sonst die Brücke und meine Landcruiser unwiderruflich zerlege. Die Ketten verhaken Continue reading Azararegenpfeifer auf Sandbank im Pantanal

Mount Kupé Bushshrike – searching for a rare bird

HalsbandwürgerOne of the top birds of the Bakossi Mountains is Serle’s Bushshrike (Telophorus kupeensis) – better known as Mount Kupe Bushshrike. This fresh morning had started almost exactly like the previous, unsuccessful birding morning. But this time we take another trail. At the very beginning, we see the remains of a camp where scientists had conducted ornithological surveys (ringing schemes, etc.). In conduct of the trip, reliable locations for Mount Kupe Bushshrike should be found. We will be playing the voice of Serle’s Bushshrike (better known as Mount Kupe Bushshrike) too and perhaps lure it out. Along the way, the local guides had seen the bird at least. The bird activity is amazingly good. The Blackcap Illadopsis (Illadopsis cleaveri) or better Black-capped Illadopsis and Yellow Longbill (Macrosphenus flavicans) can be heard. The first known location of the Mount Kupe Bushshrike proves to be unproductive. We then continue along the ever-narrowing path. It is now 8:00 am and very pleasant in the forest. The sun is already shining on the first slopes. At the 2nd spot we stop to play the raucous song of Serle’s Bushshrike and maybe lure it out. The local guide had definitely seen it on this spot several times. But first we see “only” a Bar-tailed Trogon (Apaloderma vittatum), in the dense foliage. Suddenly, in the far distance, a Bushshrike answers. For a while I play the tape with its rasping calls. In between, the local guide is very good at mimicking the bird’s Continue reading Mount Kupé Bushshrike – searching for a rare bird

Olivenscharben kämpfen mit Fisch

BrasilscharbeWenige Kilometer hinter der Fazenda beginnt offiziell die Transpantaneira. Wenig später in der Nähe einer Brücke, die durch sehr offenes Geländer führt, faszinieren mich besonders die fischfangenden Olivenscharben (Phalacrocorax brasilianus), die auch Brasilscharben genannt werden. Eine Augenweide sind die Olivenscharben , die spielend die Fische aus dem Wasser holen, diese meist mit der Schnabelspitze festhalten, die Fische keine 20m vor meinen Augen zurechtschmeißen und dann verschlingen. Immer wieder taucht einer auf, manchmal hat er einen Fisch sogar mit dem Unterschnabel aufgespießt. Die Fische sind nicht groß; es könnte sich um eine kleine Welsart handeln. Trotzdem lassen sich die Olivenscharben ein ausgiebiges Spiel mit der Beute nicht nehmen. Es scheint, daß auch eine gemeinsame Fischjagd in der Gruppe ausgeführt wird, wobei mehrere Individuen in einer Reihe auf dem Wasser schwimmen. Das ist alles mit viel Aufregung in der Gruppe und gegenseitigem Behauptungswillen verbunden gibt schöne actionreiche Bilder.

Die Brasilscharbe oder Olivenscharbe (im Englischen Neotropic Cormorant) ist – wie nicht anders zu erwarten – eine Vogelart aus der Familie der Kormorane. Die hauptsächlich braun oder schwarz gefärbte Art besiedelt den amerikanischen Kontinent von den südlichen USA bis Feuerland. Die Art ist recht einfach zu bestimmen. Merkmale, die auf  eine Olivenscharbe hinweisen, sind eine spitze Hinterseite der federloser Haut die den unteren Unterkiefer des Schnabels mit dem Hals des Vogels verbindet, einen langen, keilförmigen Schwanz und ein eher kleiner Schnabel mit wenig ausgeprägter Verdickung an der Spitze. Wie alle Kormorane fängt Continue reading Olivenscharben kämpfen mit Fisch

Pied Lapwing on sandbank near Porto Jofré/ Pantanal

DiademkiebitzA Lapwing is standing on a sandbar on the north bank of the Rio Cuiabá (on some maps, this section of the river also Rio São Lourenço). It is a conspicuous black and white colored small wader which obviously uses the southernmost end of the Transpantaneira as his homeground. The Pied Lapwing (Vanellus cayanus) is quite a common bird on sandy shores along the rivers of the Pantanal in central Brazil. In the meantime, this lapwing has gotten a new scientific name: Hoploxypterus cayanus. The north bank of the Rio Cuiabá at Porto Jofré is the end of a 145 kilometers stretch of the Transpantaneira. Apart from a few houses, a simple campsite, boat moorings and the huge grounds of Hotel Pantanal Norte, there is not much to see here. On the river a few houseboats dangle on the opposite shore. Swiftly the white-black bird runs in front of me on the sand of the Rio São Lourenço/ Rio Cuiabá. Again and again the small wader pauses and seems hesitant to start moving again. I lay down on the sand and let the bird come. Over time, the Pied Lapwing gets closer and closer. I decide to stay in the sand and take a few photos with the 4.0 / 500 also from the other waders on the sandbank.

In addition to the Pied Lapwing I dedicate a lot of time especially to the Collared Plover (Charadrius collaris). With their chestnut-brown neck, gray-brown mottled coat and pure white bottoms, they are very rich in contrast. There is also a black chest band. The male I Continue reading Pied Lapwing on sandbank near Porto Jofré/ Pantanal

Eiderenten im Frost: ein arktisches Abenteuer

PrachteiderenteRuhig schwimmen die buntesten Enten der Welt bei Temperaturen von -10 °C im Februar keine 10 Meter vor mir im Hafenwasser vorbei. Fotografieren an der Nordspitze Europas bei -10 °C klingt verrückt. Auf jeden Fall ist es ein echtes Arktisches Abenteuer. Birder in Mitteleuropa sind froh, mal den ein oder anderen hocharktischen Irrgast, einen der Eiderentenarten, vor der deutschen oder niederländischen Küste in weiter Entfernung dümpeln zu sehen. Dies ist jedoch ein seltenes Ereignis. Und von der Entfernung her, auch nur eines für den Twitcher. Im Gegensatz dazu sind diese Vögel im Norden der Westpaläarktis sehr verbreitet. Auf Varanger / Norwegen konnte www.bird-lens.com schöne Bilder von Prachteiderente (Somateria spectabilis) aus einem schwimmenden Versteck mitten im Hafen von Båtsfjord, Varanger, schießen. Es war das erste Jahr in Gebrauch und bird-lens.com konnte nicht nur Prachteiderente fotografieren, sondern auch Scheckente (Polysticta stelleri) und Eisenten (Clangula hyemalis) sowie Möwen in 5 verschiedenen Arten. Ein Floß mit einem Tarnaufsatz ist in der Mitte des Hafens Båtsfjord befestigt. Davon hat man Gelegenheit, Eiderenten (Somateria mollissima), Prachteiderenten, Scheckenten und Eisenten auf einem Niveau zu fotografieren, das zuvor als praktisch unmöglich betrachtet werden mußte. Der Abstand zu den Vögeln kann bis zu einem Meter betragen, so dass sogar Weitwinkelobjektive während der Fotosession nützlich sein können. Man kann in 360 Grad um den Schuppen herum Continue reading Eiderenten im Frost: ein arktisches Abenteuer

Das Rebhuhn in der Eifel

RebhuhnEnde August ist die Zeit um auf dem Kaaner Feld im Maifeld in der östlichen Eifel Mornellregenpfeifer (Eudromias morinellus) auf einer Zugrast mitten im mitteleuropäischen Binnenland zu sehen. Noch hat sich dichter Nebel über die Hochebene südlich von Mayen gelegt. Die Zeit der Warterei wird mir durch einen Trupp Rebhühner (Perdix perdix) verkürzt. Eine Familie läuft im Nebel auf einem Acker. Einige Jungtiere sind noch schön von den Erwachsenen zu unterscheiden. Sie sind auf dem Acker bei Nahrungssuche zu fotografieren und lassen sich von dem Fotografen im Auto nicht weiter stören. Später konnte ich dann doch noch die Mornellregenpfeifer etwas weiter, nämlich in der Feldflur bei Einig, ebenfalls im Maifeld, beobachten. Damals hatte ich den Rebhühnern gar nicht so viel Beachtung geschenkt. Aber im Nachhinein – mit 12 Jahren – zeitlicher Distanz muß man wohl sagen, daß die Rebhühner der eigentliche Höhepunkt dieses schönen Spätsommertages waren.

Rebhühner teilen ein hartes Leben mit vielen anderen Vögeln der offenen Feldflur. Die intensiven landwirtschaftlichen Steppen geben ihnen keinen Lebensraum mehr. Im Westen Deutschlands scheint die Situation noch etwas besser zu sein, was insofern interessant ist, als daß die Grauammer (Miliaria calandra) – ebenfalls ein typischer Continue reading Das Rebhuhn in der Eifel

Cranes in evening duet

KranichA pair of Common Cranes (Grus grus) are standing in the meadow in the twilight of dusk in Brandenburg. They obviously searched and found each other. While at the end of January an impressive migration of the cranes could be observed in Germany, arctic temperatures with two-digit minus degrees had performed over 3 weeks. The Common Cranes obviously could not impress that.

In the setting sun, they walked across a mowed wetland on the edge of a vast wetland and reed area. Again and again they walked towards each other after they had gone their own way shortly before. When they approached each other, especially when they were close together, they trumpeted their togetherness. The breath came from both throats and formed nicely visible vapor billowing in the icy cold evening air.

In addition to the rolling call, which can be heard above all from the flight formations, the Common Crane can also clearly distinguish the duet and a special warning call. The loud trumpet-like call is an Continue reading Cranes in evening duet