Sperlingskauz in Rochauer Heide

SperlingskauzIn der winterlichen Dämmerung liegt die Rochauer Heide in eintöniger Ruhe. Mittendrin ist vom Straßenlärm der B 87 nichts zu hören. Die Eichen stehen kahl und die Kiefern und Fichten geben mit ihrem Grün die einzige Abwechslung im grau-braun des Waldes. Dann – gegen 17:30 – an diesem Februarabend ist der eintönige, helle Ruf eines Sperlingskauzes (Glaucidium passerinum) zu hören; nicht weit vom gut ausgebauten Schotterweg. Der leichte Ostwind des Tages hat sich gelegt, es wird wieder kälter jetzt in der Dämmerung. Es dürfte so um die 0°C sein. Dann fällt sogar noch ein zweiter Rufer ein. Ein zweites Männchen fühlt sich angesprochen und ruft ebenfalls, allerdings in einer anderen, unterschiedlichen Tonlage. Zunächst ist der zweite Rufer in einiger Entfernung zu vernehmen. Doch fühlt sich dieser Sperlingskauz provoziert, fliegt flatternd den Waldweg entlang und sitzt schließlich direkt neben seinem Rivalen. Mein Standort scheint im Bereich der Reviergrenze zweier Männchen zu liegen. Die Begegnung scheint so schockierend, daß beide Sperlingskäuze nun still sind. Der Rivale fliegt wieder davon. Schön ist seine Flugsilhouette vor dem abendlichen, wolkenlosen Himmel zu sehen. Der Flug hat etwas mit dem einer Fledermaus gemein. Nun beginnt zunächst das erste – wohl das revierhaltende – Männchen in höherer Tonlage zu singen während das 2 Sperlingskauz-Männchen mit tieferer Tonlage südlich davon zunächst mit Einzelrufen antwortet. Wenig später sitzen beide Männchen wieder nah beieinander und singen im Duett. Das zweite Männchen weicht dann in südlicher Richtung aus und wird vom ersten Männchen verfolgt.

Gegen 18:15 hat sich die Aufregung gelegt. Beide Sperlingskauz-Männchen haben sich weiter in den Wald verzogen. Eines der Männchen ist aber weiterhin anhaltend singend zu hören. Auch ein gleichzeitig rufender Waldkauz (Strix aluco) kann den Gesang nicht stoppen. Der Waldkauz ist allerdings noch weit weg und ruft wohl in der Nähe der Ortschaft Neusorgefeld.

Das hinreichend oft beschriebene, klassische Habitatschema des Sperlingskauzes entspricht dem von Nadelwälder. Ganz überwiegend entspricht die Rochauer Heide diesem nicht. Sie ist vielmehr von mosaikartig gemischten Beständen aus Nadel- und Laubwald geprägt.

Dieser (südliche) Teil der Rochauer Heide ist Bestandteil der Gemeinde Heideblick im Landkreis Dahme-Spreewald. Die Rochauer Heide ist ein FFH-Gebiet. Sie ist ein großer zusammenhängender Waldkomplex. Ein Großteil des Waldes besteht aus Kiefernplantagen, die mit einem Traubeneichenunterwuchs zunehmend aufgelockert wurden. Lichte Kiefernwälder bieten die Voraussetzung für ein reiches Vorkommen der Heidelbeere. Diese wächst an manchen Stellen wie ein dicker, dichter Teppich. An manchen Stellen gibt es im Kern noch sehr ursprüngliche Kiefern-Traubeneichengebiete. Diese entsprechen der natürlichen Vegetation des Landrückens. Immer wieder sieht man auch Abteilungen mit vielen, alten Bäume. Es gibt einen weiteren Vertreter der Eulen in dem Gebiet. Es ist der Raufußkauz oder Rauhfusskauz (Aegolius funereus). Der Raufußkauz ist sogar das Wappentier des Naturparks in dem die Rochauer Heide liegt. Er hat hier sein brandenburgweit beständigstes Vorkommen. Der Raufußkauz ist strikt nachtaktiv. Mit etwas Glück hört man ihn im späten Winter mit seinen typischen Rufen. Zu der Zeit des Besuchs war es wohl noch zu früh.

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