Wüstensperlinge in Marokkos Wüste

WüstensperlingVor Merzouga häufen sich auf einmal mitten in der Wüste mit sich wild kreuzenden Pisten die ersten Hotelschilder. Nun ist es nicht mehr weit zum temporären See von Merzouga südlich der Kleinstadt Erfoud. Das Hostal in Merzouga hat es zu einiger Bekanntheit gebracht. Es wird von Familie mit einem deutschsprechenden „Chef“ betrieben. Die Familie hat sogar verwandtschaftlichen Anhang in Deutschland. Auf einer Lehmmauer steht der erste Wüstensperling (Passer simplex). Der Wüstensperling ist ein kleiner Singvogel, der in Nordafrika und Zentralasien sein Verbreitungsgebiet hat und bei meiner Reise in die Gegend im Juni 2002 recht häufig war. Die Erinnerung an den Wüstensperling verbindet sich mit dem Eindruck eines durchaus häufigen Vogels hier an dem Ort in der Nähe eines Sees mit den einzigen großen marokkanischen Sanddünen in Reichweite. Die Spatzen konnten sehr gut beobachtet werden. Sie waren gar nicht scheu. Die Wüstensperlinge konnten u.a. dabei fotografiert werden, wie die Jungvögel von ihren Eltern gefüttert wurden. Der See ist mehr eine Lagune, die nur alle Jubeljahre mal vorhanden ist – wenn es im Frühjahr anständig geregnet hat. Die Sanddünen des Erg Chebbi sind dagegen permanent zu bewundern und ein echter Wahnsinn.

Marokko, eines der nördlichsten Länder Afrikas, ist ein Top-Touristenziel. Marokko liegt im Nordwesten Afrikas und ist im Wesentlichen ein afrikanisches Land mit einer großen Continue reading Wüstensperlinge in Marokkos Wüste

Rohrdommel am winterlichen Wasserloch

Rohrdommel
Great Bittern swallows fish

Anfang Januar kündigte die Wettervorhersage ein sibirisches Hoch an, das die Wetterlage über der norddeutschen-polnischen Tiefebene bestimmen sollte. Nach einigen milden Wintern schien die bevorstehende Kälte nun den Trend der vergangenen Jahre umzukehren. Tatsächlich sanken die Temperaturen in der Nuthe-Nieplitz-Niederung tiefer als in den letzten 10 Jahren. Aufgrund der östlichen Lage sind Schnee und Kälte hier zwar keine Seltenheit, aber in diesem Jahr war es extrem. Die Temperaturen lagen am frühen Morgen jeden Tag zwischen minus 5°C und minus 12°C und blieben häufig auch tagsüber über unter 0°C.

Feuchtwiesen, Röhrichten und Sumpfland waren dadurch schnell zugefroren, und nach einigen Tagen waren auch die Seen mit einer Eisschicht von mehr als 20 Zentimeter verschlossen. Das Eis war so dick, dass man es gefahrlos betreten konnte.

Blessrallen bzw. Blässhühner (Fulica atra) zogen auf ihrer Suche Continue reading Rohrdommel am winterlichen Wasserloch

Waldohreulen am Wintereinstand

In einer kleinen Seitenstraße des verschlafenen Städtchen Balmazújváros im Osten Ungarns, fast im Stadtzentrum neben der Kirche, verstecken sich schon seit Jahren bis zu 30 Waldohreulen (Asio otus) in großen Bäumen. Ein skurriler Anblick, der jedem Fotografen oder Vogelbeobachter das Herz höher schlagen lässt. Waldohreulen sind durchaus nicht selten. Allerdings sind sie außerhalb der Winterzeit schwer zu beobachten. Sie schlafen meist am Tag und werden erst in der stockdunklen Nacht aktiv. Was diese recht große Anzahl Waldohreulen dazu treibt, gerade dort ihr Quartier aufzuschlagen, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Durch die Standortwahl müssen sie sich zwar nicht mit viel Verkehrslärm und Menschentrubel abfinden, doch der ein oder andere Neugierige kommt natürlich schon vorbei. Die Menschen sind aber friedlich und schauen nur von Zeit zu Zeit nach oben. Das bringt für den Fotografen erhebliche Vorteile mit sich.

Eines Morgens fahren wir also an der Kirche vorbei und schwups haben wir schon die ersten Waldohreulen in einem Garten (in einer Konifere) gesehen. Super, das Beste ist aber ein eine weitgehend freisitzende Waldohreule direkt in einer Birke an der kleinen Seitenstraße. Es ist etwas tricky, da die Zweige der Birke immer Continue reading Waldohreulen am Wintereinstand

Kori Bustard in Taita Hills Wildlife Sanctuary

Early spring sees life returning to the thirsty bushveld landscape in the Taita Hills. Knob-thorn trees (Acacia nigrescens) in full bloom dot the landscape in their yellow splendor, and birds too experience a renewed surge of energy. One day I saw a male Kori Bustard (Ardeotis kori) displaying in some distance from the road.

I was able to get some fair pictures of him as he stood in one position, displaying and uttering his low, booming call. I decided to stay in the area, hoping that he might come closer to allow me to take better images, but l had to abandon the passionate wait at sunset due to bad light. Although not expecting to see him again, I returned to the grassy area with low bushes the following afternoon and to my surprise the bird was still around. This time he was following two female Kori Bustards. As the females crossed the road behind our Land Cruiser, the male tried to approach them but they felt offended and disappeared. As an alternative the male Kori Bustard started to catch grashoppers quite close by allowing me to capture images of him in his extravagant and impressive beauty.

Taita Hills Wildlife Sanctuary is a privately owned sanctuary, located Continue reading Kori Bustard in Taita Hills Wildlife Sanctuary

Die Falklands: Vogelfotografie im Sturm

MollymaukDass der Sturm das beherrschende Element der Falklands ist, wurde mir schnell klar. Zwei Tage lang fegten Orkanböen mit Windstärke elf über die Insel, und im Wechsel folgten Hagel- und Schneestürme den Regengüssen. Auf den über 400 Falklandinseln existieren nur 80 Siedlungen, in denen etwa 500 englische Schafzüchter leben. Nur die Städte Stanley und Mount Pleasant sind größer. Für die Königs-Pinguine (Aptenodytes patagonicus), die Esels-Pinguine (Pygoscelis papua), die Felsen-Pinguine (Eudyptes chrysocome) und den Magellan-Pinguin (Spheniscus magellanicus) stellen diese Inseln mitten im nahrungsreichen Südatlantik optimale Lebensräume dar, die sie mit rund 60 anderen Brutvogelarten teilen. Der Falkland-Archipel bietet hunderttausenden von Seevögeln ideale Brutmöglichkeiten. Obwohl die Motive meist zum Greifen nah sind, bleiben viele Bilder nur Visionen, denn das Wetter ist der limitierende Faktor. Doch die Geschichte der Inseln, die uns heute wie ein Paradies Vor-kommen, ist eine einzige Chronik der Ausbeutung: Millionen Pinguine und Robben fielen der Ölindustrie des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts zum Opfer. Erst in den vergangenen Jahrzehnten konnten sich die Bestände der Vögel wieder erholen.

Einer der ersten Ausflüge führten auf die Sealion Island, wo ich den Südlichen See-Elefant (Mirounga leonina) und Esels-Pinguine fotografieren konnte.

Die einzige Albatrosart, die hier brütet, ist der Schwarzbrauenalbatros (Thalassarche melanophris), der auch Mollymauk genannt wird. Ihn konnte ich u.a. in New Island Continue reading Die Falklands: Vogelfotografie im Sturm

Steinschmätzer in der ostafrikanischen Steppe

SteinschmätzerEin Nachmittagsausflug im südlichen Taita Wildlife Refuge. Ein alter Bekannter steht dann am Pistenrand. Es ist ein Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe). Wenig später sind noch viel mehr Steinschmätzer in diesem schon sehr staubigen und intensiv landwirtschaftlich genutzten Gelände zu sehen. Die ortansässige „Community“ hat sich das Recht ausbedungen, Teile der Savanne für ihre Rinder als Weide nutzen zu können. Die Steinschmätzer scheinen sich hier ein richtiges Stell-dich-ein zu geben. Die Ebne ist fast kahl; offensichtlich überweidet. Aber gerade das scheint die Steinschmätzer besonders anzuziehen. Sie tauchten in den geeigneten Gebieten – wobei die Grenzen für den Betrachter nicht wirklich erkennbar abgegrenzt sind – teils in einem Abstand von wenigen 100 Metern auf. Der Bewegungsraum scheint mit unsichtbaren Grenzen abgesteckt zu sein. Wenn sich der Land Cruiser nähert, fliegen oder laufen sie ein wenig weiter. Dann jedoch passieren sie den Wagen in einem Schleifenflug und sitzen auf einmal hinter dem Fahrzeugheck. Für mich, ein klarer Hinweis für ein Winter- Territorium.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob unser Guide noch anmerkt, daß in diesem Habitat eigentlich eher Isabellsteinschmätzer (Oenanthe isabellina) anzutreffen sind. Ich glaube es fast nicht. In den Continue reading Steinschmätzer in der ostafrikanischen Steppe

Superb Starlings in flight near Lions Bluff Lodge/ Kenya

DreifarbenglanzstarThe waterhole at the Salt Lick Lodge attracts an impressive number and diversity of animals and birds. Nevertheless, we do not last long in the lounge area within the lodge. A little later we move in the afternoon heat again. Many other tourists also go to Lions Rock. There are few alternatives. “Feeding forbidden“ a sign says just 100 yards behind the Salt Lick Lodge. A little later, I see why. Superb Starlings are fed from the tourist bus directly from the dirt track. One of the drivers in front of us picks up peanuts and the Superb Starlings (Lamprotornis superbus) pick them in his hand while flying. I hate that – and it’s even prohibited by the sign. Nevertheless, I cannot help but photograph the fluttering right in front of the driver’s door. The word “fluttering flight” does not adequately reflect the perfect aerial acrobatics. The birds have an impressive ability to fly on the spot quickly and at the same time a little later. The elegant standing in the air must be seen. I do not trust this for these compact birds. The blue-violet shines in the sun in ever new variations and the black wing linings on the wings really dance during the upswing and downswing of the wings. Sometimes you can even see the light brown belly with the white chest band. Especially the white eye stands out despite the rapid action. Of course, that does not happen without screaming and constant calling. With wide open beaks, the Superb Starlings try to scare each other off the much anticipated food source. A Northern White-Crowned Shrike Continue reading Superb Starlings in flight near Lions Bluff Lodge/ Kenya

Silberadler – ein Neuzugang für die westpaläarktische Liste

SilberadlerAm 22. April 2014 bekam der anerkannte finnische Greifvogelspezialist Dick Forsman eine E-Mail von Ahmed Waheed in Ägypten, der ihm einige Adlerbilder zur Identifizierung schickt . Die Bilder sind sehr gut und lassen keinen Zweifel an der Bestimmung des Vogels – es ist ein jugendliche, helle Morphe des Silberadlers (Aquila wahlbergi), der im englischen Wahlberg’s Eagle genannt wird. Damit handelt es sich um einen Neuzugang für die WP-Subregion!

Ahmeds ursprüngliche E-Mail enthielt weder Ort noch Datum, aber wenig später war weitere Informationen zu diesem sensationellen Bericht vorhanden. Nur wenige Stunden später kam die Antwort von Ahmed. Der Vogel wurde am 3. Mai 2013 an der Westküste des Golfs von Suez am Roten Meer in der Nähe von Ras Shuqeir, etwa 120 km nördlich von Hurghada und damit erstaunlich weit nördlich der südlichen Verbreitungsgrenze der Westpaläarktis, fotografiert.

Ein Foto vom 3. Mai 2013 zeigt einen jungen Wahlbergs Adler in der östlichen Wüste Ägyptens. Der gleiche Vogel ist auch mal im Flug Continue reading Silberadler – ein Neuzugang für die westpaläarktische Liste

Afrikanische Scherenschnäbel (Rynchops flavirostris) im Chobe Nationalpark

Afrikanischer ScherenschnabelMorgendlicher Dunst steht über der weiten Flußebene. Tief gebückt stehen auf einer Sandbank Dutzende von schwarz-weiß gefärbten Vögeln mit einem auffallend langen roten Schnabel. Das sind die heißt ersehnten Afrikanischen Scherenschnäbel (Rynchops flavirostris). Als wir die Flußbiegung schon eine Weile hinter uns gelassen haben, setzt sich der ganze Trupp mit schwerem, kraftvollen Flügelschlag in Bewegung. Zuerst dreht der Trupp eine Runde über dem Rastplatz. Dann geht der Trupp in den Tiefflug über. Der schwarz-weiß gefärbte, etwa seeschwalbengroße Vogel mit den langen, eleganten Flügeln, der ein paar Zentimeter über ruhigem Wasser fliegt, schwebt zur Beutejagd parallel zur Wasseroberfläche. Plötzlich fährt er seinen überdimensional großen, seitlich abgeflachten und scharfkantigen Unterschnabel aus und zieht ihn, flache Flügelschläge vollführend, durch die oberen Wasserschichten. Er fliegt so lange bis sein Schnabel mit einem Fisch in Berührung kommt. Kurz darauf klappt er den Schnabel abrupt zu, und ein kleiner silberner Fisch verschwindet zappelnd im Schlund des erfolgreichen Jägers.

Diese spektakuläre Art des Beutefangs lässt sich heutzutage bei drei Vogelarten beobachten: den Scherenschnäbeln der Gattung Continue reading Afrikanische Scherenschnäbel (Rynchops flavirostris) im Chobe Nationalpark

Helgoland, die Vogelinsel

Basstölpel

Die Abendsonne intensiviert das Rot der Helgoländer Klippen. Basstölpel (Morus bassanus) sind vom Klippenrand oder auf einer der angebotenen Führungen gut zu beobachten und zu fotografieren. Formatfüllende Aufnahmen gelingen bereits mit einer 300 mm Brennweite. Diese Brennweite ist für Flugaufnahmen sogar perfekt geeignet. Nur um die Nester mit den Seevögeln groß genug abzubilden, sind manchmal längere Brennweiten angeraten. Während der Brutsaison von April bis August hat man die besten Möglichkeiten, um zu lohnenden Aufnahmen zu kommen. Silbermöwen (Larus argentatus) und Trottellummen (Uria aalge) brüten bevorzugt in den steilen, unzugänglichen Felswänden. Flugaufnahmen sind mit ein bisschen Glück direkt vom Weg oberhalb der Seevogelkolonie möglich.

Die beste Aussicht hat man am „Lummenfelsen“. Der ist mit ca. 1,1 Hektar das kleinste Naturschutzgebiet Deutschlands und außerdem der einzige deutsche Vogelfelsen.

Es ist schon ein besonderes Erlebnis, das Geschrei der vielen tausend Seevögel zu hören. Jedes Jahr im Frühjahr vollzieht sich die Wandlung vom einsamen Felsklotz in der Nordsee zur quirligen Großstadt der Seevögel. Im vergangenen Jahr zählte man rund viele tauschend Paare Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla), fast 100 Eissturmvögel (Fulmarus glacialis) und einige wenige Tordalken (Alca torda) neben den bereits genannten Basstölpeln. Besonders bemerkenswert ist die innerhalb der letzten zwölf Jahre Continue reading Helgoland, die Vogelinsel

Sperber: der unsichtbare Greif

Nach einem langen Winter treiben mich die ersten Frühlingstemperaturen im März nach draußen. Zwischen den Feldern und über einem Wald läßt mich ein Geräusch aufhorchen. Es ist eine Art pulsierendes, primitives, hohes Kreischen. Fast kein Vogelruf. Durch die noch nackten Baumkronen sehe ich die Quelle des Geräuschs direkt über mir am grauen Himmel. Mein erster Anblick eines Sperbers (Accipiter nisus) in diesem Jahr in der Nähe meines Hauses.

Im letzten Licht eines klaren Maiabends kommt eine zweite Sichtung hinzu. Diese ist nicht weit von der ersten entfernt. Ein Sperberpaar offenbart sich in einem spektakulären Kunstflug von 10 Minuten Länge. Die Geschwindigkeit im Wellenflug und die fließende Bewegung des Vogels faszinieren ungemein.

Im Sommer, als die Geräusche im Wald durch dichte Belaubung gedämpft werden, höre ich ähnliche Rufe wieder. Diesmal werden sie häufiger und beharrlicher gerufen und von mindestens zwei Vögeln erzeugt. Vorsichtig bewegte ich mich über holprigen und mit Ästen bestandenen Untergrund auf die Geräuschquelle zu. Immer wenn ich meinte, am Ort zu sein, hatten sich die Rufe weiter in das Waldesinnere zurück verzogen. Umso mehr ich Continue reading Sperber: der unsichtbare Greif

Mittelmeer-Steinschmätzer sind zwei Arten

Mittelmeer-Steinschmätzer oder MaurensteinschmätzerEine neue Studie hat gezeigt, dass östliche und westliche Mittelmeer-Steinschmätzer (Oenanthe hispanica) als separate Arten behandelt werden sollten.

Die vor kurzem im Journal of Evolutionary Biology veröffentlichte Forschung untersuchte und sequenzierte die DNA von vier schwarz-weißen Steinschmätzern Europas. Die die DNA-Sequenzierung wurde angewendet, um einen Artenbaum zu schaffen, der die evolutionären Beziehungen zwischen den untersuchten Arten veranschaulicht. Eine anfängliche Analyse hat gezeigt, dass sich westliche und östliche Mittelmeer-Steinschmätzer trotz ihrer oberflächlichen Ähnlichkeiten als unabhängige Taxa entwickelt haben. Das würde bedeuten, dass sie als vollständige Spezies anerkannt werden sollten.

Die erwachsenen männlichen Maurensteinschmätzer (Oenanthe hispanica hispanica) weisen einen orangefarbenen Rücken mit einer schmaleren schwarzen Gesichtsmaske im Vergleich zu seinem östlichen Gegenstück auf. Der auch Balkansteinschmätzer (Oenanthe hispanica melanoleuca) genannten östliche Mittelmeersteinschmätzer weist Unterschiede zum Maurensteinschmätzer u.a. bei den Steuerfedern auf.

Diese Studie entdeckte die genetische Divergenz in einer monophyletischen Gruppe von vier Singvogel-Taxa, die oberflächlich Continue reading Mittelmeer-Steinschmätzer sind zwei Arten