Geier über Jodhpur/ Rajasthan

HausrotschwanzDie Meherangarh-Festung erhebt sich hoch über die Stadt im Westen Rajasthans inmitten der Wüste Thar. Das im 15. Jahrhundert gebaute Festung Meherangarh steht mit ihren bis zu 32 Meter hohen Mauern auf einem über 120 Meter hohen Felsen mächtig und drohend über der Stadt. Sie ist aber trotzdem von einer einzigartigen Schönheit. Gerne treiben sich Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) gerne auf den dicken Festungsmauern herum. Indiengeier (Gyps indicus) – früher auch Dünnschnabelgeier genannt – ruhen auf den Festungsmauern und steigen am späten Vormittag in die Luft. Ab 10 Uhr ist die Festung zugänglich und ermöglicht eine ungewöhnliche Ansicht dieser großen Greifvögel über der Stadt. Oft fliegen sie so dicht an einem vorbei, dass man den Wind durch ihre Federn rauschen hört. Das sind wirklich exzellente Möglichkeiten zum Fotografieren.

Der Mandore Tempel-Komplex, kaum 9 km vom Zentrum Jodhpurs entfernt, bietet eine weitere Gelegenheit, Tiere in der Nähe menschlicher Siedlungen zu fotografieren. Bengalische Hanuman-Langur (Semnopithecus entellus) leben in der Nähe dieses Tempels und sind an Menschen gewöhnt. Man kann sehr schöne Aufnahmen dieser Primaten machen. Nicht jeder Hanuman-Langur toleriert jedoch die Annäherung. Als erfahrener Tierfotograf sollte man auf die geringsten Anzeichen von Unbehagen achten, wenn man scheue Individuen fotografiert. Wenn man ihnen den nötigen Respekt entgegenbringt, gibt es keinen Grund zur Nervosität. Als Fotograf sollte man sich auf alle Fälle zurückziehen, wenn Konflikte zwischen den hier bestehenden Gruppen oder Familienverbänden auftreten. Bei den Kämpfen kann es hoch hergehen und die Tiere sind dann oft sehr impulsiv.

Die Wüste Thar ist die am dichtesten besiedelte Wüste der Welt. 25 Einwohner/ km². Das unterscheidet sie von anderen Wüsten der Welt. Ein Ergebnis der relativ hohen Bevölkerung ist, dass man überall sofort von Dutzenden neugieriger Menschen umgeben ist. Für Naturfotografen, die es gewohnt sind, in abgelegenen Gebieten weitab von menschlichen Siedlungen zu arbeiten, ist das vielleicht ungewohnt. Besonders wichtig ist, dass Naturfotografen ihre Erwartungen relativieren, denn die Wüste Thar passt nicht, wie vielleicht die Namib oder Teile der Sahara in die klassischen Wüstenklischees. Über 50 % der Fläche sieht eher wie eine Halbwüste aus. Im Grenzbereich kommen Steppe, Savanne und deren Übergangszonen vor. Die Wüste ist auch einem starken saisonalen Einfluß ausgesetzt. Ein Teil ist nach dem Monsunregen bewachsen, den Rest des Jahres sieht sie eher wüstenähnlich aus.

Naturfotografen beschränken sich bei ihren Besuchen in Rajasthan häufig auf die bekannten Nationalparks wie Keoladeo Ghana und Ranthambore. Von Ranthambore sind es dann noch gut 650 km weiter nach Westen bis zur indischen Grenze. Der größte Teil von West-Rajasthan wird von der faszinierenden Wüste Thar eingenommen. Auf indischem Territorium ist ein Teil davon als Nationalpark ausgewiesen. Dieses Kerngebiet, der Desert Nationalpark, ist besonders einen Besuch wert. Der Nationalpark liegt nahe an der Grenze zu Pakistan. Jodhpur ist eine gute Ausgangsbasis für Tierfotografen, wobei die so genannte Wüstenstadt – wie oben beschrieben – auch selbst interessante fotografische Gelegenheiten bietet.

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