Weissrückenspecht im Murnauer Moos

WeissrückenspechtHeute steht eine Wanderung zum  Galthüttenfilz im westlichen Murnauer Moos an. Ich starte vom Parkplatz in Grafenaschau und laufe erstmal nur nach Osten.

Der Weg führt an Schlenken im Unteren Galthüttenfilz oder auch Hohenboigenmoos vorbei. Vom ehemaligen Hohenboigensee, der in der Karten noch mit einer Länge von 200 m verzeichnet ist, kündet heute nur noch ein kleiner Tümpel. Der See verschwand nach der in den 30er Jahren erfolgten Verlegung und Kanalisierung des Lindenbaches. Ansonsten sind hier im Westteil des Hohenboigenmooses nur Spirken und Latschen zu sehen. Nicht weit grüßt der Bergrücken des Wiesmahdköchel.

Von einem Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos) – oder überhaupt von Spechten – ist aber weit und breit nichts zu sehen. Es ist auch nicht die richtige Jahreszeit. Die beste Zeit ist der April. Dann trommeln sie intensiv und markieren ihr Revier.

Plötzlich höre ich ein länger anhaltendes Trommeln. Eindeutig ein Specht. Und wohl zu lang, um zu einem Buntspecht (Dendrocopos major) zu gehören. Es könnte natürlich noch ein trommelnder Grauspecht (Picus canus) sein.

Eine wissenschaftliche Untersuchung u.a. zur Totholzausstattung von Wäldern im Moos wählte den Weißrückenspecht als Zielart aus. Man fand heraus, daß auf dem Großteil der Fläche des Murnauer Mooses noch keine gute Habitatqualität besteht. Der Lange Köchel weist immerhin das größte Potential für die Art auf.

Vom Weg aus blickt man immer wieder auf Feuchtwiesen, die den Verlauf des Lindenbaches säumen. Entlang des Baches bedeckt im Frühjahr ein Teppich aus Frühlings-Knotenblumen die Feuchtwiesen. Später im Jahr folgen verschiedene Arten von Knabenkräutern, Trollblumen, Mehlprimel, Stengelloser Enzian, Gefranster Enzian und Schwalbenwurzenzian.

Der Weißrückenspecht kommt grundsätzlich in intakten Mischwäldern, aber auch in reinen Laubwäldern, vor. In der Taigazone besetzt er auch Birken- und Espenwäldchen entlang der größeren Flüsse.

Aufgeräumte Wälder sagen dem Weißrückenspecht nicht zu. Der Specht fühlt sich in forstlich weitgehend unberührten Altholzbeständen wohl. Er sucht im verrottenden Stammholz nach Nahrung. Den Specht findet man im Süden des paläarktischen Taigagürtels. Weiter südlich ist er in gebirgigen Lagen zu finden. Im Bereich des Taurusgebirges, in den Karpaten, auf der Balkanhalbinsel (u.a. direkt an der Adriaküste in Kroatien im Paklenica Nationalpark), den östlichen Alpen, dem Apennin, den Pyrenäen und auf Korsika ist der Weißrückenspecht heimisch. In den Mittelgebirgen der Slowakei kommt er ebenfalls als Brutvogel vor.

Das Murnauer Moos liegt unmittelbar am Alpentor des Laisachtales zwischen den Vorbergen des Ammer- und des Estergebirges, im Stammtrichter des Loisach bzw. des Ammerseegletschers. Im Norden wird der Moorkomplex vom Mumauer Molasseriegel begrenzt. Loisachtalabwärts schließen sich im Nordosten eine Reihe weiterer Moore an. Das sind die Loisachmoore.

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