Odinshühnchen: Migration in der West-Paläarktis

OdinshühnchenOdinshühnchen (Phalaropus lobatus) sind vor allem als farbenfrohe Brutvögel der arktischen Tundren Eurasiens und Nordamerikas bekannt. Die farbenprächtigeren Weibchen werben mit auffälligen Balzflügen um die Männchen, die später dann alleine die Jungvögel führen. Im Anschluß an das Brutgeschäft sind Odinshühnchen ausgesprochene Zugvögel. Sie haben dann ihr schlichtes schwarz-weißes Schlichtkleid angelegt. In kleiner Zahl ziehen Odinshühnchen alljährlich in Deutschland durch. Über die Zugwege und die Überwinterungsgebiete einzelner Populationen ist allerdings noch relativ wenig bekannt. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wusste man, dass ein Großteil der europäischen Odinshühnchen offenbar auf dem offenen Meer – also pelagisch – überwintert. Die Winterquartiere liegen in den tropischen Meeren. Bekannt sind namhafte Überwinterungsgebiete vor der Westküste Südamerikas, im Südwest-Pazifik und im Nordwesten des Indischen Ozeans. Ein bekanntes Gebiet liegt im Arabischen Meer.

So wurde auch dieses Blog-Foto aus einer ganzen Reihe von Aufnahmen vor Khor Kalba auf einem Bootstrip von den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgenommen.

Erst recht spät stellte man fest, dass auch auf dem Atlantik vor der Küste Westafrikas Odinshühnchen den Winter verbringen. Woher in Deutschland rastende Odinshühnchen stammen und in welche Winterquartiere sie unterwegs sind, ist bislang nicht genau bekannt. Folgte man früher der Theorie, dass es sich um isländische Brutvögel auf südöstlicher Route nach Arabien handelt, so erscheint es heute auch vorstellbar, dass bei uns Vögel aus Skandinavien rasten, die vor der westafrikanischen Küste überwintern.

Die Brutzeit der Odinshühnchen beginnt Ende Mai. Obwohl sich die Vögel nun im Prachtkleid befinden, ist der Frühjahrsdurchzug in Deutschland von Anfang Mai bis Anfang Juni wenig auffällig. Weitaus deutlicher bemerkbar ist der Herbstzug, der sich über einen längeren Zeitraum von Mitte Juli bis in den Oktober erstreckt. Weibchen, Männchen und Jungvögel ziehen dabei ganz offensichtlich zu unterschiedlichen Zeiten. In Schleswig-Holstein ergab eine genauere Auswertung der Beobachtungen den 21. Juli als Median des Durchzugs der Weibchen, die die Brutplätze oft direkt nach der Eiablage verlassen. Bei den Männchen lag er acht Tage später, bei den Jungvögeln wurde der 27. August als Median ermittelt. Jungvögel sind auf dem Herbstzug deutlich häufiger als Altvögel. Abhängig vom Bruterfolg variiert jedoch die Anzahl von Jahr zu Jahr sehr stark.

Im Binnenland Mitteleuropas tritt die Art nur spärlich auf, ohne dass sich Schwerpunktgebiete erkennen lassen. Odinshühnchen ziehen meist einzeln oder in kleinen Gruppen. Trupps von mehr als fünf Individuen sind schon als große Ausnahmen zu betrachten. Dass Odinshühnchen in Deutschland so spärliche Gäste sind, dürfte damit zusammenhängen, dass vermutlich nur ein kleiner Teil der europäischen Brutvögel über Mitteleuropa zieht. Hinzu kommt, dass sie nachts ziehen und vermutlich ohne Pause von der Nordsee bis zum Mittleren Atlantik fliegen können. Meldungen von Odinshühnchen sind z.B. von den mitten im Atlantik gelegenen Azoren eher eine Seltenheit.

Der Vogel auf dem Foto zeigt ein Individuum im Schlichtkleid. Das ist weniger spektakulär als das Brutkleid; dafür ist es das Gefieder mit dem bei einem Hochsee-Trip am ehesten zu rechnen ist. Irrgastnachweise in vielen Regionen, die mit dem Winterzug in Zusammenhang stehen, sind keine Seltenheit. Häufig kommt es in den Überwinterungsgebieten aber auch zu einer Verwechslung mit dem verwandten Thorshühnchen (Phalaropus lobatus).

Um Odinshühnchen zu fotografieren sind die Chancen hierzulande Ende August/Anfang September am besten. Man sollte es vor allem entlang der Küsten probieren. Ein großartiger Platz zum Fotografieren sind im Spätsommer und Herbst die Speicherkooge an der Nordseeküste. Ein Blick in Ornitho.de weist einem den Weg und zeigt außerdem die richtige

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird-lens.com gezielt Reisen an entfernte Orte unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture Shop” finden können. Geben Sie mir einfach Bescheid, wenn wir Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor die neuen Bilder online sind.

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