Senegaltriel auf Sandbank bei Edea / Kamerun

SenegaltrielSo schön der Morgen mit seinem Licht war. Nun ziehen dicke Wolken auf. Es ist noch nicht Regenzeit. Aber hier, nicht weit von der Küste, bei Douala kommen immer mal wieder Regengüsse herunter. Träge fließt der mächtige Sanaga dahin. Wir versuchen uns mit dem Kanu – eher einen Einbaum – flussabwärts wieder an Land zu retten, bevor der Wolkenbruch mit Macht seine Wassermassen entlädt. Die letzte Sandbank in der Mitte des Flusses ist schon fast genommen.

Still steht ein Paar des Senegaltriels (Burhinus senegalensis) vor einem stark verschilften Ufer. Unser Bootsführer ruft zum Aufbruch. Die ersten Regentropfen sind schon auf dem Wasser zu sehen. Doch ich muß diesen – auch für die Westpaläarktis relevanten – Vogel gebührend ablichten. Einer der Vögel läuft auf eine Sandbank hinaus und wunderschön im ersten Regen. Als wir uns weiter nähern, ruft er auch. So nähern wir uns mit dem Boot schließlich bis auf 10 Meter dem Senegaltriel, der im englischen Senegal Thick-knees heißt.

Schon während der Rockjumper-Tour im April 2017 waren wir mit dem Senegaltriel im Benoue Nationalpark fündig geworden. Diesmal war der Eindruck aber noch deutlich stärker.  Würde man den Senegaltriel hier nicht erwarten,  wäre die Gefahr groß, ihn für einen in der Westpaläarktis weit verbreiteten Triel (Burhinus oedicnemus) zu halten. Und wirklich, er ähnelt dem in Eurasien – in Mitteleuropa aber selten gewordenen – vorkommenden Triel. Er wirkt aber insgesamt etwas heller als dieser. Die Augenregion insbesondere der Überaugenstreif ist beim Senegaltriel jedoch ausgeprägter. Dadurch wirkt das gesamte Gesicht heller als beim Triel.

Das beste Unterscheidungsmerkmal sind die zusammengelegten Flügel. Diese  weisen wie beim Triel auf der Unterseite eine breite hellgraue Binde auf. Diese wird nur von einem schwarzen Streifen nach oben begrenzt. Der Triel hat eine schwarz-weiße Begrenzung. Ob das Merkmal, daß der Senegaltriel in allen Kleidern einen schwarzen Schnabel, der nur an der Oberschnabelbasis einen gelben Fleck aufweist, im Vergleich zum Triel (der hat einen überwiegend gelben Schnabel mit einer schwarzen Spitze besitzt) im Feld immer zu sehen,  ist, ist zu bezweifeln.

Der Ausflug auf den Sanaga-Fluß war sehr ergiebig an diesem Morgen gewesen. Nicht nur Afrikanische Scherenschnäbel (Rynchops flavirostris) konnten ausgiebig in ihren Formationsflügen bewundert werden. Auch die Graubrachschwalbe (Glareola cinerea) war ebenfalls erstaunlich häufig. Dazu etliche Flußuferläufer (Actitis hypoleucos), die das sandige Ufer der Sandbänke patrollierten.

Ein weiteres Highlight waren Webervögel auf den mit Schilf bewachsenen Inseln. Die Ufer dieser Inseln waren ziemlich steil und das Wasser davor so tief, dass der Fahrer Mühe hatte, zu navigieren. Hier konnten wir dann aber nicht nur den auffallend schönen Königsweber (Ploceus aurantius) sondern auch Männchen und Weibchen des Mönchswebers (Ploceus pelzelni) beobachten und fotografieren.

Der Ausflug zum Sanaga River in der Südprovinz Kamerun war der dritte Teil einer Vogelbeobachtungsreise nach Kamerun. Als Ausgangsbasis wurde die schön gelegene Hostellerie de la Sangha in Edea gewählt. Zumindest in der Nähe von Douala ist es von hier am einfachsten, Graubrachschwalbe und den Afrikanischer Scherenschnabel zu sehen. Von Douala kommend passierten wir das Zentrum von Edea und nach der zweiten großen Brücke über den Fluss nahmen wir die erste Teerstraße links, die nach Dizangue führte. Die Straße wird bald zur Piste, die durch dicht besiedelte Ansiedlungen geht. Nach etwa 10 km von der Abzweigung führt der Straßenverlauf so nah an den Fluss, dass man auf dem Fluss schauen kann.

Bird-lens ist vor allem eine Website, die die wachsende Nachfrage nach top Aufnahmen der Vögel der Westpaläarktis befriedigen soll. Um die insgesamt wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com aber auch gezielt Reisen an entfernte Orte wie Afrika oder Südamerika unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” (http://www.bird-lens.com/zencardshop/) sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.