Bird Island, zu Besuch im Paradies der Feenseeschwalbe

FeenseeschwalbeMit atemberaubenden Flugkünsten umkreisen Weißschwanz-Tropikvögel (Phaethon lepturus) Palmen, ehe sie sich zur Rast darin niederlassen. In großen Schwärmen segeln Rußseeschwalben (Sterna fuscota) am Himmel über der Insel. Jetzt Ende Oktober ist die Brut praktisch schon vorbei und überall sind die Jungen zu sehen. Mit ohrenbetäubenden Schreien ziehen sie Tag und Nacht ihre Kreise über der Lichtung des Palmenwaldes. Es gibt aber auch die nahen Verwandten, die Zügelseeschwalben (Sterna anaethetus) hier. Sie sind aber bei weitem nicht so häufig und eher auf den Granitinseln der Seychellen anzutreffen. Zum Rauschen der Brandungswellen gesellt sich das Geschrei tausender Seevögel, die im azurblauen Himmel segeln. Einige Vertreter sind in der Galerie der Vögel von Bird Island zu bewundern. Einige sitzen auf unserer Veranda und auf den Blättern der Palmen.

Die aufdringlichsten Vögel sind die kleinen Sperbertäubchen (Geopelia striata) im englischen zutreffend Zebra Dove genannt und die rotbrüstigen Männchen der Madagaskarweber (Foudia madagascariensis), die Madagascar Red Fody genannt werden, denn sie sitzen jeden Morgen auf unserem Frühstückstisch und picken die Reste des Toastbrotes aus dem Brotkörbchen oder vom Tisch.

Die anmutige schneeweiße Feenseeschwalbe (Gygis alba) ist sicher einer der Stars unter den Vogelarten hier. Mit schwarzglänzenden Augen und einem schwarzen Schnabel, der an der Wurzel blau ist, lebt die Seeschwalbe das ganze Jahr auf Bird Island. Ihre besondere Eigenart ist, daß sie nur ein einziges Ei legt, das sie ohne eine Unterlage in eine Astgabel setzt. Männchen und Weibchen bebrüten das Ei gemeinsam. Sie gehen dabei mit besonderer Sorgfalt vor und stehen mehr auf ihrem Gehege, als daß sie es bebrüten. Sie nisten gerne zu mehreren Paaren auf den Bäumen. Kommt dabei einmal ein Weißschwanz-Tropikvogel den brütenden Feenseeschwalben zu nahe, dann wird er mit schrillen Schreien von der ganzen Kolonie verjagt.

So ungewöhnlich wie ihr Brutverhalten ist auch die Jagd auf dem offenen Meer nach kleinen Fischen. Wir sahen allerdings während unseres Aufenthaltes auf Bird Island keine einzige Feenseeschwalbe nach kleinen Fischen jagen. Es wurde schon beobachtet, daß sie mitten in der Nacht auf Fischfang gingen. Ist das Junge dann geschlüpft, hält es sich mit seinen kleinen Krallen an den Füßen und mit dem Schnabel sehr geschickt auf dem Ast fest, damit es bei einem Sturm nicht herabfällt.

Die Brutplätze der Feenseeschwalbe sind sehr unterschiedlich angelegt. Manchmal ist es eine Kerbe im Stamm einer Palme, in die sich der Vogel gerade so hineinklemmen kann. Dann wieder ist es ein schattenloser dürrer Baum am Strand, den der Wind ächzend hin und her bewegt. Dort sitzt dann der Nachwuchs die ganze Zeit in der prallen Sonne, bis er selbst fliegen kann. Manchmal verbringt eine Feenseeschwalbe die Nacht auf der Wäscheleine im Schutz unserer Veranda.

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