Mittelspechte im Auwald

Vogelstimmen tönen durch den frühlingshaften Wald. Darunter ein merkwürdig quäkender Ruf. Er gehört dem Mittelspecht (Dendrocopus medius). Auf den ersten Blick könnte man ihn mit dem etwas größeren Buntspecht verwechseln. Aber die rote Kopfplatte und das rosa überhauchte Bauch- und Flankengefieder lassen doch eine sichere Unterscheidung zu. Der Mittelspecht ist ein typischer Auwaldvogel, der seine Bruthöhlen am liebsten in starken Ästen alter Stieleichen anlegt. Gerne legt der Mittelspecht seine Bruthöhle in Stämmen oder starken Ästen von geschädigtem oder faulem Holz an. Dort legt er ab Mitte April 5-6 weiße Eier Auch bei der Nahrungsbeschaffung spielen alte Eichen für ihn eine wichtige Rolle, denn in ihren Baumkronen und der reich strukturierten Borke leben unzählige Insekten.

Der Mittelspecht ist neben reich gegliederten Laubwäldern (vorzugsweise mit Eichen) auch auf ein mildes Klima angewiesen. In Bezug auf seine Nahrungsaufnahme hat der Mittelspecht ein deutlich anderes Verhaltensrepertoire als beispielsweise der Buntspecht (Dendrocopos major). So stochert der Mittelspecht eher in Ritzen nach Insekten, während der Buntspecht vermehrt nach ihnen hackt.

Ausgedehnte Auwälder entstehen nur dort, wo ein Fließgewässer Platz zum Entfalten hat. Das gilt vor allem für die Flussmittel- und die Flußunterläufe. Hier öffnen sich die Täler, das Gefälle ist im Vergleich zu den Oberläufen geringer. Deshalb folgt das Wasser nicht mehr streng einem einzigen Bett, sondern verästelt sich in ein System aus Haupt- und Nebenarmen mit Mäandern und Schleifen. Der Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser schafft ein Mosaik aus Lebensräumen, das verschiedensten Tier- und Pflanzenarten die Existenz ermöglicht. Besonders stark vom Wasser geprägt sind die sensiblen Bereiche der Weichholzaue direkt am Flussufer. Hier wachsen nur Baumarten, die längere Überschwemmungen schadlos überstehen, wie Weiden und Erlen. Wo das Wasser weniger häufig hingelangt, fassen andere Gehölze Fuß. Stieleiche, Esche und Ulme sind die typischen Bäume im Hartholzauwald. Durch den hohen Nährstoffgehalt des Bodens ist die Kraut- und Strauchschicht stärker entwickelt als in anderen Wäldern, was den Auwald besonders dicht und undurchdringlich erscheinen lässt.

Im April erreicht die Frühjahrsblüte im Auwald ihren Höhepunkt. Anemonen, Lerchensporn und Schlüsselblume bilden ein Blumenmeer in Weiß, Gelb und violett. Neben dieser Farbenpracht ist es auch der Duft, der dem Auwald jetzt seine typische Atmosphäre verleiht. Dafür verantwortlich ist ein Liliengewächs: der Bärlauch (Allium ursinum). Er kommt in feuchten Wäldern massenhaft vor, seine weißen Blütendolden überziehen großflächig den Waldboden. Die intensive Knoblauchnote, des blühenden Bärlauchs ist allerdings natürlich Geschmacksache.

Bis in den Juni hinein ist der Auwaldboden von einer dicken Krautschicht bedeckt. Im Vergleich dazu sieht es im Hochsommer im Waldesinneren stellenweise ziemlich kahl aus, denn die dicht belaubten Baumkronen versperren damit dem Licht den Weg zum Boden und behindern so die pflanzliche Photosynthese.

Auwald im späten Frühjahr und Sommer bedeutet nicht zuletzt Schwärme von Stechmücken, die aus den vom Frühjahrshochwasser verbliebenen Resttümpeln aufsteigen. Solange man sich bewegt, bemerkt man die lästigen Blutsauger kaum. Beim ruhigen Hantieren mit der Kamera oder während des Ansitzes werden diese Plagegeister dagegen selbst für robuste Naturen schnell zur Tortur. Nach meiner Erfahrung hält sie kaum eines der handelsüblichen Mittel auf Dauer zuverlässig fern. Mückenfeste Kleidung und ein Moskitonetz über dem Kopf hilft dagegen besser. Dies ist allerdings im Hochsommer eine schweißtreibende Angelegenheit.

In Deutschland, wo die meisten Fließgewässer längst künstlich in ihr Bett gezwängt wurden, gibt es größere Auwälder nur noch an wenigen Stellen entlang von Rhein, Elbe und Oder. Kleinere, naturnahe Bestände kann man auch noch an anderen Flüssen finden. Je mehr sich in Zukunft die Einsicht durchsetzt, dass die Verfügbarkeit ausreichend großer Retentionsflächen entlang von Flussläufen der beste Hochwasserschutz ist, umso mehr wachsen auch die Chancen für Erhalt und Wiederentstehung intakter Auwälder.

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