Streit bei Bruchwasserläufern

BruchwasserläuferFotoarbeiten mit Limikolen haben ihren ganz besonderen Reiz. Zahlreich sind sie während der Zugzeiten in Mitteleuropa zu beobachten. Dann sind auch mal spektakuläre Aufnahmen praktisch auf Augenhöhe möglich. Es ist noch dunkel als ich in dem Feuchtgebiet ankomme. Die Sterne schimmern zwar am Firmament; es scheint aber doch recht diesig zu sein. Es ist noch dunkel, wenn auch die Dämmerung nicht mehr weit ist.

Ich lege mich lang hin auf eine Luftmatratze. Ein Bruchwasserläufer (Tringa glareola) kommt als erster auf der nahrungsreichen Flachwasserzone einiger Ponds an. Sofort fängt er an zu stochern und kommt immer wieder formatfüllend am Fotografen vorbei. Es ist nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten. Ein Tarntuch habe ich mir über den Kopf gezogen und dann auch noch den Hut drauf. So bin ich zwar von den Umrissen nicht als Mensch auszumachen, aber der Überblick ist dadurch natürlich erschwert. Man guckt eben immer nur mit dem verengten Winkel des 600er.

Als nächstes kommt ein kleiner weißer Bursche angeflogen. Es ist ein Zwergstrandläufer (Calidris minuta), der ebenfalls ausgiebig am Rand der Pfütze – eher auf dem Sand selber – nach Nahrung sucht. Dann kommt ein weiterer Bruchwasserläufer angeflogen. Es dauert nicht lange, dann stellt der Bruchwasserläufer, der zuerst an der Pfütze war, fest, daß dieses Revier viel zu klein für 2 Bruchwasserläufer ist. Ein kurzes Gegenüberstehen, die Flügel werden hochgereckt, dann geht das Geplänkel auch schon los. Die Bruchwasserläufer versuchen einander in Sprüngen zu übersteigen und dann dem Gegner mit Schnabelzwicken in den Nacken zum Verlassen zu bringen. Das steigert sich dann noch, sodaß man von richtigen Schnabelhieben reden kann. Der Streit wird auf dem schlammig-sandigen Ufer ausgetragen. Mit Wassertropfen wäre die ganze Szenerie noch eindrucksvoller ausgefallen. Schließlich muß der Zuspät-Gekommene das Feld räumen. Der verbleibende Bruchwasserläufer geht wie vorher seiner Nahrungssuche nach.

Für die fotografische Session hatte ich mich trotz der tagsüber hohen Tagestemperaturen warm angezogen. Ich ziehe mir die dicken Schuhe, den Pullover und auch noch den Parka an und packe dann alles an Utensilien (selbst-aufblasbare Matratze, aufblasbare Nackenstütze, Eckla-Bodenstativ, Bohnensack, Winkelsucher, 600er, EOS 5 DsR, Tarntuch und noch einen Hut) in den Rucksack. Morgens früh ist es nämlich recht kühl. Schnell ist alles präpariert und ich positioniere mich so ca. 8 m von den Ausläufern des Tümpels entfernt. So daß ich die Sonne einigermaßen im Rücken habe und auch weitgehend die Tümpel bis zu den Tamarisken im Blick habe. Neben dem Bruchwasserläufer, sogar mit Wassertropfen auf der Oberfläche der Pfütze, kann ich den Zwergstrandläufer und noch einen Kampfläufer (Calidris pugnax) sehen. Ein Seidenreiher (Egretta garzetta) traut der ganzen Angelegenheit nicht recht und bleibt lieber im hinteren Pool und schaut nur mal gerade zwischen Zweigen der Tamarisken zu mir herüber. Super, die Fotos auf Augenhöhe können sich richtig sehen lassen.

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