Vogelzug in Nordjütland

AlpenstrandläuferStumm stehen in der Morgendämmerung frierende Birder mit spektakulär aufgebauten Spektivkombinationen auf den Dünen und anderen exponierten Stellen am äußersten „Zipfel” von Vendsyssel im Norden Dänemarks. Im Westen die Nordsee, im Osten die Ausläufer der Ostsee. Hier treffen Kattegat und das Skagerrak aufeinander.

Von Küste zu Küste sind es nur 4 bis 5 Kilometer, aber der landschaftliche Kontrast zwischen den wilden Dünen im Westen und dem flachen, relativ üppigen Wald- und Heideland, das sich bis zur Küste des Kattegat hinzieht, ist trotzdem beeindruckend. Die Landstraße verläuft hier nur wenige hundert Meter vom Meer entfernt, und die Flächen zwischen Straße und Strand sind öffentlich.

Die Natur bewegt sich am nördlichen Ende Jütlands in einem ständigen Kreislauf zwischen Geben und Nehmen. An der Westküste vor Gammelskagen bröckelt die Küste ab, doch nördlich davon lagert sich das weggespülte Material wieder an, so daß sich die Küste immer weiter ins Meer schiebt – und das mehrere Meter pro Jahr.

Hier, wo das, ereignet sich ein echtes Naturschauspiel: Als der dortige Leuchtturm 1858 errichtet wurde, lag er fast in der Mitte zwischen den beiden Meeren. Heute steht er bereits zum Teil im Wasser, und nur die Buhnen verhindern, daß er ins Meer stürzt. Für Naturfotografen heißt es auf „Skagens Odde” früh aufzustehen, denn die Landzunge ist einer der wenigen Orte in Nordjütland mit größeren Touristenmassen, vor allem zur Mittagszeit.

Die beeindruckendste landschaftliche Attraktion der Region ist die Wanderdüne „Rabjerk Mile”. Mit rund zwei Kilometer Länge, einem Kilometer Breite und einer Höhe von bis zu 35 Metern ist sie Dänemarks größte Wanderdüne. Vor ungefähr 300 Jahren begann sie ihre Wanderung von der Nordsee landeinwärts. Ihre Geschwindigkeit ist mit 10 bis 15 Metern pro Jahr nicht besonders hoch, aber dafür geht die „Rabjerk Mile” gründlich zu Werke: Jegliche Vegetation wird unter der Sandschicht vernichtet, und alles, was im Wege steht, wird mitgerissen, bis hinunter zur feuchten Grundwasserzone.

Im nördlichen Vendsyssel liegt eine der letzten großen Naturlandschaften Dänemarks. Kilometerlange ehemalige Strandwallsysteme (Rimmer) mit eingelagerten Feuchtgebieten (Dobber) sind mit natürlicher Vegetation bedeckt. Hier finden sich fast alle Charakterpflanzen der Heide- und Moorlandschaft. Das Gebiet ist Nistplatz für Heide- und Sumpfvögel, wie den Großer Brachvogel (Numenius arquata), und außerdem Rastplatz für viel Zugvögel. So finden sich große Schwärme von Wacholderdrossel (Turdus pilaris) und Rotdrossel (Turdus iliacus) auf dem Durchzug ein. Die feuchten Senken geben Bekassinen (Gallinago gallinago) Schutz bevor sie über das Meer fliegen. Auf den Feldern und Äckern sind Hunderte von Kiebitz (Vanellus vanellus) zu den richtigen Jahreszeiten zu sehen.

Nordjütland wird, weitab vom Verkehrslärm durch ein Netz von Wander- und Feldwegen sehr gut erschlossen. Die sandigen Wege führen durch Kieferlandschaften, Dünenwälder, Heide, Sandflächen und Baumplantagen. Auf den der Küste vorgelagerten Sandbänken wird man sicher einen Seehund (Phoca vitulina) und viele Limikolen wie Knutt (Calidris canutus), Sanderling (Calidris alba) und Alpenstrandläufer (Calidris alpina) sehen.

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