Heidemoore in der Wahner Heide

Schwarzkehlchen (europ.)Die leuchtend weißen, weithin sichtbaren Blüten des Wollgrases wiegen sich sanft im Wind. Sie bieten einen herrlichen, unschuldigen Anblick. An manchen Standorten bildet diese Pflanze wogende Teppiche, über denen verschiedene Libellenarten nach Beute jagen. Ein männliches Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) wippt auf einem vorjährigen Staudenstengel und überwacht sein Revier am Rand der Wasserfläche. Die Heide-Moor-Landschaft ist zu allen Jahreszeiten wahrhaftig fotografisch besonders lohnenswert.

Mein bevorzugtes Fotorevier waren lange die Heidemoore in der Wahner Heide im Südosten Kölns. Bis vor einigen Jahren wurde die Wahner Heide als militärisches Übungsgebiet genutzt. Der sandige Untergrund kam bei dem Übungsbetrieb zu Tage. Die Heide-Moor-Landschaft besteht überwiegend aus Sandheiden, die trockenere Bereiche einnehmen, während sich in Dünentälern Feuchtheiden und Heidemoore mit nährstoffarmen Stillgewässern gebildet haben.

Heiden sowie Heidemoore zählen zu den besonders bedrohten Lebensräumen und wurden daher in verschiedenen Bundesländern in die vorläufige Rote Liste der gefährdeten Biotope aufgenommen. In Heide-Moor-Landschaften können eine ganze Reihe seltener oder bedrohter Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen werden. Nur in solchen Lebensräumen bieten sich den Spezialisten der Tier- und Pflanzenwelt die erforderlichen Bedingungen zum Überleben.

Moore hatten früher in Sagen und Erzählungen einen schlechten Leumund. Inzwischen hat das Moor seinen Schrecken verloren und besitzt einen Status eines besonders wertvollen Lebensraumes für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Die Heiden sind als Offenlandbiotope nicht weniger bedeutsam, gerade in enger Nachbarschaft mit Feuchtgebieten oder Mooren.

Die Heide-Moor-Landschaften, so wie sie heute noch als kleinflächige Relikte erhalten sind, entwickelten sich aus ursprünglichen Laubwäldern durch extensive Bewegung sowie der Plaggenwirtschaft auf nährstoffarmen, sandigen Böden. Den von Natur aus kargen Böden wurden somit weitere Nährstoffe entzogen, so dass sich hier Tier- und Pflanzenarten ansiedelten, die mit derart extremen Bedingungen zurechtkamen.

Die Nährstoffarmt fördert eher seltene Vogelarten. Im zeitigen Frühjahr beginnt z.B. die Balz der Wasservögel. Ein seltener Brutvogel ist die Krickente (Anas crecca) Vor allem die Flugbalz der  Bekassine (Gallinago gallinago) leitet für den Naturfotografen eine aufregende Zeit ein.

In den angrenzenden Waldgebieten der Heidemoore ist der Schwarzspecht (Dryocopus martius) zu Hause, dessen Trommelwirbel im Frühjahr weithin zu vernehmen ist. Ich hatte schon mehrmals das Glück, den schwarzen Zimmermann aus nächster Nähe bei seiner Arbeit zu beobachten. In den hochstämmigen Eichen- und Buchwäldern der Wahner Heide kommt der Mittelspecht (Dendrocopos medius) in hoher Bestandsdichten und der sogar der Grauspecht (Picus canus) vor.

In den offenen bis halboffenen Bereichen sind seltene Vogelarten wie die Heidelerche (Lullula arborea), die Nachtigall (Luscinia megarhynchos) und eben das

Schwarzkehlchen anzutreffen. Der Sommer ist die hohe Zeit der Insekten, ob Libellen, Schmetterlinge, Heuschrecken, Bienen oder Käfer. Sie bilden den Hauptanteil der in der Heide-Moor-Landschaft vorkommenden Tiere. Auch an ein Stativ sollte man denken. Es ist Voraussetzung für gelungene Kompositionen und verwacklungsfreie Aufnahmen.

Mein Favorit ist die die Wahner Heide als eines der wertvollsten Vogelschutzgebiete Nordrhein-Westfalens. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist sie in das EU-weite Schutzgebietsnetz integriert. Weiterhin sind die Heidemoore im niederländischen Nationalpark Meinweg zwischen Roermond (NL) und Wassenberg (D) und in der Teverener Heide an der niederländischen Grenze nördlich von Aachen interessant. Allerdings gelangt man ohne Sondergenehmigung nicht zu allen fotografisch interessanten Plätzen.

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