Kraniche im abendlichen Duett

KranichEin Paar Kraniche (Grus grus) stehen auf der Wiese in der einfallenden Dämmerung. Sie haben sich offensichtlich gesucht und gefunden. Während es in Deutschland schon Ende Januar zu einem beeindruckenden Heimzug der Kraniche gekommen war, hatten sich dann über 3 Wochen arktische Temperaturen mit zweistelligen Minusgraden gebildet. Die Kraniche konnte das offensichtlich nicht beeindrucken.

In der untergehenden Sonne, liefen sie über eine abgemähte Feuchtwiese am Rande eines ausgedehnten Feucht- und Schilfgebiets. Immer wieder liefen sie aufeinander zu, nachdem sie kurz vorher noch eigene Wege gegangen waren. Wenn Sie aufeinander zugingen und insbesondere wenn sie nah beieinander standen, trompeteten sie ihre Zweisamkeit hinaus. Der Atem quoll aus beider Rachen und bildeten schön sichtbare Dampfschwaden in der eisig kalten Abendluft.

Neben dem rollenden Ruf, der vor allem aus den Flugformationen zu hören ist, lassen sich beim Kranich auch der Duett- sowie ein spezieller Warnruf deutlich unterscheiden. Das laute trompetenartige Rufen ist ein unverwechselbares Merkmal des Kranichs. Im offenen Gelände und je nach Witterung sind rufende Altvögel mehr als zwei Kilometer zu hören.

Beim Duett-Ruf handelt es sich um eine zeitlich abgestimmte Tonfolge beider Partner eines Paares. Das Männchen beginnt in der Regel z.B. mit ein bis zwei Tönen, und das Weibchen gibt zwei, drei oder vier höhere Töne dazu. Beim Rufen nehmen die Partner dabei eine typische Haltung ein, indem sie Kopf und Schnabel aufwärts richten. Zudem stehen beide eng beieinander oder bewegen sich während der Rufreihen langsam nebeneinander fort. Das Duett ertönt zwar besonders zur Brutzeit, wird aber auch bei verschiedenen Situationen der Erregung u.a. an Rastplätzen vorgetragen.

Obwohl die eisigen Temperaturen etwas anderes nahelegen, ist aktuell – Anfang März – ein Höhepunkt der Beobachtungen im Jahr. Erst im Oktober/ Anfang November sind in etwa vergleichbare Zahlen zu sehen.

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