Tor zu Afrikas Tierwelt: South Luangwa Nationalpark/ Sambia

BindenfischeuleEndlich wird die Ankunft auf dem kleinen Mfuwe Flughafen über Bordlautsprecher angesagt. Hier gibt es vielleicht die letzte Gelegenheit zum Geldwechseln. Die Abholung durch den Tour Operator erfolgt zuverlässig. Nach etwa 20 km, vorbei an kleinen Ansiedlungen und sehr afrikanisch anmutenden Straßenläden, steht man endlich an der Pforte ins Reich der Tiere. Um 30 US-Dollar pro Person und 15 Dollar je Fahrzeug wird man am Parkeingang ärmer. Achtung. Es gibt auch eine Gebühr für „Commercial Filming & Sound Recording“, die ebenfalls 60 US-Dollar/Person/Tag beträgt. Mit aufwändiger Kameraausrüstung sollte man also eine gewisse Zurückhaltung an den Tag legen und sich nur als gewöhnlicher Tourist ausgeben. Aber auch andere afrikanische Nationalparks lassen sich Profitätigkeiten sehr teuer bezahlen.

Diesseits der Grenze des Nationalparks und des Luangwa-Flusses gibt es zahlreiche Lodges; auch wenn auf der offiziellen Karte auf Anhieb nur die Kapani Lodge ausgewiesen wird. Dazu gibt es einfachere Camps und Campingplätze in traumhafter Lage am Luangwa-Fluss. Die werden garantiert – meist nachts – auch von Elefanten- und Hippos besucht. Am anderen Flussufer sonnen sich Krokodile, tummeln sich Paviane und Impalas. Der Ruf des Schreiseeadlers (Haliaeetus vocifer) ist dann der endgültige Beweis. Das ist Afrika!

Eine absolute Empfehlung ist das Croc Valley Camp mit Campingplatz und einfachen, aber sauberen Chalets. Das Camp ist nur drei, vier Minuten vom Parkeingang entfernt. Hier herrscht eine wohltuend entspannte, ja paradiesische Atmosphäre. Die wenigen Lodges innerhalb des Parks sind teuer, auch wenn wie im Fall des Sanctuary Puku Ridge Camps, eine Lodge der Superlative mitten im Süd-Luangwa-Nationalpark steht. Vom Balkon des Hauszelts und vom Hauptgebäude hat man eine großartige Aussicht auf eine weite Ebene mit vielen Tieren. Besonders die Safariausfahrten sind ausgezeichnet. So gibt es Abendfahrten mit der Chance Leoparden zu sehen. Leider können nicht alle Unterkünfte im Park mit Individualreisenden etwas anfangen.

Über die Luangwa-Brücke, von der aus es gute Fotomöglichkeiten gibt, gelangt man in den Park und macht sofort Bekanntschaft mit der Geißel von South Luangwa, der Tsetsefliegen (Glossina sp.). Dieser geräuschlose, schmerzhaft stechende Quälgeist ist in diesem Gebiet zwar kein Krankheitsträger, lässt aber nur zwei Alternativen zu: mit geschlossenem Wagenfenster und eingeschalteter Klimaanlage fahren oder mit ausreichend Fliegenklatschen ausgestattet zu sein. Fotografieren bei geöffnetem Fenster verlangt eine gewisse Selbstbeherrschung, damit die Aufnahmen nicht verwackeln. Aber das dürfte Besuchern ostafrikanischer Nationalparks ja geläufig sein.

South Luangwa wird von den Touristen eigentlich nur während der Trockenzeit von Juni bis Oktober besucht. Zur heftigen Regenzeit ist der Park weitestgehend überflutet und nur eine Hand voll speziell angelegter Hochstraßen sorgen für stark eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten. Ab Ende August wird es sehr heiß. Im September und Oktober hat der Luangwa-Fluss seinen niedrigsten Stand erreicht, und die Wasserlöcher trocknen aus. Im Gegensatz zu einigen anderen Parks in Sambia, sind Unterkünfte aber auch in der Regenzeit verfügbar, wenn die Vögel im Brutkleid sind.

Der Park besitzt ein sehr umfangreiches Wegenetz. Fotografisch am einfachsten zu erreichen und vielleicht auch am ergiebigsten ist jedoch der Mfuwe-Sektor, direkt gegenüber dem Eingang und der Brücke. Mit seinen zahlreichen Wegen entlang des Luangwa-Flusses, seinen Lagunen und Wasserlöchern bietet dieses Gebiet die Möglichkeit, fast alle Tierarten des Parks zu finden und zu fotografieren. Lediglich Geparden und Blaue Gnus fühlen sich in den offenen Savannenflächen im nördlichen Teil des Parks wohler. Während im fortgeschrittenen Stadium der Trockenzeit geduldiges Ausharren an einem Wasserloch trotz der dortigen Tsetsefliegen-Plage sicherlich kein schlechter Ratschlag ist, lassen sich die doch recht häufig vorkommenden Leoparden am besten bei langsamer Fahrt durch die ufernahen Wälder entdecken.

Auffällig sind die roten, trompetenförmigen Blüten des Leberwurstbaumes (Kigelia afneana), ist zusammen mit dem Afrikanischen Affenbrotbaum, auch Afrikanischer Baobab (Adansonia digitata) genannt, die auffälligste und fotogenste Baumart des South Luangwa. Flusspferde und Krokodile sind weitere Hauptdarsteller im Luangwa und seinen Lagunen. Riesige Büffelherden zieht es ab Mitte September von anderen, bereits zu trockenen Gebieten in den Mfuwe- Sektor und zum Luangwa-Fluss. Die endemische Thornicroft Giraffe von South Luangwa ist geografisch isoliert von allen anderen Populationen. Kurz South Luangwa ist ein Park der Superlative.

So lange ausreichend Wasser vorhanden ist, fehlt es natürlich auch nicht an gefiederter Tierwelt. Insgesamt sind 487 Spezies vermeldet. Pelikane, Störche, Nimmersatte (Mycteria ibis), Afrika-Schlangenhalsvögel (Anhinga rufa), Goliathreiher (Ardea goliath) und Schreiseeadler gehören wohl zu den auffälligeren Vertretern. Weiter befinden sich 46 verschiedene Greifvögel und Falkenarten wie Schreiseeadler, Kampfadler (Polemaetus bellicosus) und die gefährdeten Arten Ohrengeier (Torgos tracheliotos) und Weißrückengeier (Gyps africanus). Auch der als „Verwundbar“ eingestufte Sekretär (Sagittarius serpentarius) ist mit Glück zu sehen. Auf Akazien wird man häufig den Südlichen Rotschnabeltoko (Tockus rufirostris) sehen können. Eine Besonderheit ist die Kafferntrappe (Neotis denhami). Etliche Arten von Eisvögeln, Spinten und mehrere Arten von Reihern und Enten tummeln sich ebenfalls im Nationalpark. Vor allem die Karminspinte (Merops nubicoides) sind unübersehbar. In riesigen Kolonien brüten sie zur Trockenzeit in bis zu zwei Meter tiefen Nestlöchern in den vertikalen Steilufern des Luangwa-Flusses, was nur durch den niedrigen Wasserstand des Flusses möglich ist. Ein spektakulärer Anblick.

South Luangwa ist aber auch ein Paradies für Tierfotografen. Das sehr großzügig angelegte Wegenetz kann notfalls auch für einige Meter verlassen werden, was die Freiheit bei Motivwahl und Bildgestaltung beträchtlich erhöht. Der Park bietet darüber hinaus eine ab-wechslungsreiche Landschaft mit Flussauen, Waldgebieten, savannenartigen, offenen Flächen, Wasserlöchern und Lagunen. Die Wasserlöcher verlieren aber spätestens ab Mitte September wegen des zurückgehenden Wasserstands zunehmend an Attraktivität. Diese beträchtliche Vielfalt der Tiere ermöglicht es auch, das ganze Spektrum der Naturfotografie auszuschöpfen. Ein unerlässliches Werkzeug ist dabei ein Autoscheibenstativ, da man fast nur vom Auto aus fotografieren kann. Ein Bohnensack ist oft hilfreich, wenn man schnell reagieren muss.

Während die Vogelbeobachtung sehr gut ist, wird der Park normalerweise nicht in erster Linie zur Vogelbeobachtung aufgesucht. Es ist die Kombination aus Vogelbeobachtung und Säugetierbeobachtung, besonders zu Fuß, die den Park zu etwas Besonderem macht.

Die Bindenfischeule (Scotopelia peli) und die eindrucksvolle Flaggennachtschwalbe (Caprimulgus vexillarius) sind dort leichter zu sehen als in vielen anderen Parks. Andere Vögel von Interesse sind u.a. das Erdbeerköpfchen (Agapornis lilianae) und die Drossellerche (Pinarocorys nigricans). Dazu muß man allerdings sagen, daß auch der Liwonde National Park in der Trockenzeit mit einer üppigen Regenwaldkulisse am malerischen Shire River eine ähnliche Vogelartenzusammensetzung aufweist. Die Aufnahme der Bindenfischeule entstand z.B. in der Nähe der Mvuu Lodge.

Der Regen beginnt im November, und viele Vogelarten beginnen nun zu nisten. Es ist die Zeit auch, wenn eurasische Zugvögel im Park ankommen. Mit einem lokalen Führer, der die meisten Vogelarten auf anhand der Rufe und Gesänge identifizieren und lokalisieren kann, sind die Chancen, die besten Vögel am Luangwa zu finden und zu fotografieren natürlich noch besser. Sie wissen auf Anhieb natürlich besser, welche Lagune gerade von der Bindenfischeule favorisiert wird oder zu welcher Tageszeit eine bestimmte Kolonie von Karminspinten (einer wunderschönen roten Bienenfresser-Art) besucht werden muss, um sicherzustellen, dass das Licht optimal nutzt. Gleichermaßen wird unter dem Lärm der frühmorgendlichen Buschbewohner ein Guide den schrillen, in der Tonhöhe absteigenden Alarmruf eines Eichhörnchens hören, der anzeigt, dass ein großer Greifvogel am Himmel zu sehen ist.

Wie praktisch in allen Nationalparks Afrikas mit Großtieren, ist das Verlassen der Wege nicht erlaubt. Die Tiere kann man häufig erst fotografieren, wenn sie sich der Straße nähern, da das Gelände trotz, der weiten Savannen von hohem Gras und vielen Büschen bewachsen ist. Nicht immer hat man so z. B. freie Sicht auf die Flussdurchquerung der Elefanten. Deshalb spielt sich das Fotografieren hauptsächlich vom Straßenrand ab.  Ein 600 mm-Objektiv ist dann sehr hilfreich. Manchmal muß aber auch ein l,4-fach- oder 2-fach-Konverter ein Problem lösen. Die individuelle Bewegungsfreiheit ist recht groß. South Luangwa ist auch zur Hauptbesuchszeit nicht überlaufen. Die Zahl der Geländewagen aus Lodges und Camps, die mit ihren eingeflogenen Gästen auf Safari gehen, ist noch weit von ostafrikanischen Verhältnissen entfernt.

Abschließend sei noch ein Wort zur Krankheitsvorsorge erlaubt. Ohne Gelbfieberimpfung und Malariavorsorge geht es nach Zambia nicht. Impfungen gegen Hepatitis A und Tetanus sind mehr als empfehlenswert.

Naturfotografen beschränken sich bei ihren Besuchen im südlichen Afrika häufig auf den Krüger-Nationalpark. Aber auch da gibt es Alternativen. Trotz seines geringen Bekanntheitsgrades, gibt es im Pilanesberg Nationalpark Tierarten in Hülle und Fülle. Für Fotografen gibt es viele Möglichkeiten, vor allem auch die Vögel abzulichten. Denn auch in Pilanesberg NP ist die Vogelwelt vielfältig. Sie umfasst 400 Arten.

Bird-lens ist vor allem eine Website, die die wachsende Nachfrage nach top Aufnahmen der Vögel der Westpaläarktis befriedigen soll. Um die insgesamt wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com aber auch gezielt Reisen an entfernte Orte wie Afrika oder Südamerika unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Flugbild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie bird–lens.com einfach Bescheid, wenn wir Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor die neuen Bilder online sind.

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