Eisvogel im Revier

EisvogelEin klarer Wintertag. Die Erlen und Weiden entlang des kleinen Baches sind mit Raureif bedeckt. Nebelschwaden steigen aus dem gemächlich dahinfließenden Wasser in die kalte Luft empor. Doch dann durchdringt ein Pfiff die Stille, und plötzlich flitzt ein azurblauer Blitz dicht über der Wasseroberfläche dahin, noch einmal ein Pfiff, und schon ist er wieder verschwunden.

Später, im Frühling gehe ich zur selben Stelle und bin gespannt, ob der Eisvogel (Alcedo atthis) sein Revier wieder besetzt hat.

Als ich in die Nähe der Uferböschung komme, höre ich schon die zirpenden Rufe zweier balzender Eisvögel. Hinter einem Baum stehend, beobachte ich sie mit einem Fernglas. Das Männchen, erkennbar am schwarzen Schnabel, fliegt ab und es vergehen fünf Minuten, bis ich seinen Pfiff höre und schon ist er wieder da mit einem Fischchen im langen spitzen Schnabel, das er dem Weibchen mit schwirrenden Flügelschlägen und aufgeregten Rufen übergibt.

Am nächsten Tag komme ich wieder, aber nun mit meiner Kamera. Ich bringe das 400 mm-Objektiv, das Canon EF 400mm f/2.8L IS II USM mit. Trotz des professionellen Bildstabilisators der Canon L-Serie baue ich es auf dem Stativ auf. Ich überlege noch zusätzlich einen externen Aufhellblitz zu verwenden; verzichte dann aber darauf. Ich tarne mich und die Ausrüstung mit einem Tarnüberzug nur notdürftig und harre der Dinge, die da kommen. Plötzlich höre ich den Pfiff und schon sitzt ein Eisvogel auf dem Zweig, diesmal das Weibchen. Ich mache einige Bilder und hoffe, dass mir trotz der Kürze der Zeit und der langen Belichtungszeiten einige Fotos aus der Serie gelingen.

Der Eisvogelmann kündigt sich wieder mit einem Pfiff an und fliegt direkt zum Weibchen. Durch den Sucher der Kamera sehe ich, dass er ein „Brautgeschenk“ mitgebracht hat. Ein schöner Erfolg!

Der Eisvogel wurde bereits 2009 zum Vogel des Jahres gewählt. Es werden immer nur solche Vögel gewählt, die mit ihrem Lebensraum Probleme haben. Eisvögel bevorzugen klare, ruhige Gewässer mit vielen kleinen Fischen. Man sieht sie an Flüssen, Kanälen, Entwässerungsgräben und Fischteichen. Ich habe ihn auch schon mitten in einem Gewerbegebiet an einem Regenrückhaltebecken, einem kleinen, dicht mit Schilf bestandenen See angetroffen, wo ich ihn gar nicht vermutet hätte.

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