Wo fotografiert man ein Alpenschneehuhn im Winter

AlpenschneehuhnAlpenschneehühner (Lagopus muta) stehen wohl ganz oben auf der Wunschliste von Vogelbeobachtern und Fotografen. Das gilt erst recht für Diejenigen, die Skandinavien aus verschiedensten Gründen im Winter besuchen – u.a. um Prachteiderenten (Somateria spectabilis) im Hafen von Berlevag zu fotografieren. Ein Alpenschneehuhn zu finden ist eine Sache, aber zu wissen, wo man sie fotografieren kann, ist noch mal eine andere Herausforderung. Ich brauchte zwischen März und Mai mehrere Reisen, um Alpenschneehühner zu sehen und zu fotografieren. Alpenschneehühner gehören definitiv zu meinen Lieblingsvögeln.

Man muß sich schon in den Norden Europas oder hinauf in die Alpen begeben, um ein Alpenschneehuhn in Europa zu sehen. Alpenschneehühner kommen selten aus ihren Sommerplätzen von den höchsten Bergen herunter. Sie kommen leider nicht zu Fütterungsstationen und es gibt keine bequemen Verstecke, in die man sich hinsetzen und warten kann. Man muß sich zwangsläufig mit ihrem Lebensraum und ihren Bedingungen auseinandersetzen, um Zeit mit diesen fabelhaften Vögeln zu verbringen. Kurz: man muß sich auf Alpenschneehühner einlassen.

Erst wenn man mitten im Foto-Abenteuer steckt, merkt man, wie Continue reading Wo fotografiert man ein Alpenschneehuhn im Winter

Where to watch birds im Nationalpark Bayerischer Wald

DreizehenspechtDer Nationalpark Bayerischer Wald und der unmittelbar angrenzende Nationalpark Sumava in Tschechien bieten mit einer Fläche von nahezu 1.000 km². ein beachtliches Potenzial für den Schutz von mitteleuropäischer Wildnis und eine riesige Spielwiese für Naturfotografen. Das ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas. Zwischen den beiden Bergen Falkenstein und Lusen ist das Naturerlebnis grandios.

Eine sehr gut Fotografierzeit ist nicht zuletzt der Winter im Nationalpark. Der Bayerische Wald ist zwar „nur“ ein Mittelgebirge. Das Klima ist im Bayerische Wald aber besonders rau. Neben den extrem hohen Niederschlägen gibt es sehr oft Nebel, und es kann das ganze Jahr” hindurch schneien. Die Winter sind sehr kalt, schneereich und vor allem lang. Oft fällt im Oktober der erste Schnee, der erst im April dem Frühling weicht. Eine geschlossene Schneedecke über eine Periode von sechs Monaten ist im Bayerischen Wald nichts Ungewöhnliches. Gute Plätze zum Fotografieren von wilden Bergbächen im Nationalpark sind zum Continue reading Where to watch birds im Nationalpark Bayerischer Wald

Blutbrustwürger am Mount Kupe/ Kamerun

BlutbrustwürgerAuf Augenhöhe einen Blutbrustwürger (Malaconotus cruentus) im lichten Berg-Regenwald zu entdecken ist ein ganz besonders Privileg eines Birding-Trips am Mount Kupe. Schon bei unserem Aufstieg sehen wir nach den ersten 100 Höhenmetern, daß sich vom Mt. Kupe über den Mt. Oko bei Kumbo bis zum Mt. Cameroon eine Kette von Berg-Regenwäldern erstreckt.

Schnell sehen wir etliche Urwaldspezialisten, wie das Schuppenbartvogel (Pogoniulus scolopaceus) oder die Gelbschnabel-Bartvogel (Trachyphonus purpuratus) im Kronendach. Eindrucksvolle Vögel. Vor allem wenn man sie im Spektiv richtig gut sehen kann. Der Blick hoch in das Kronendach ist recht anstrengend. Als Dave aber einen großen, kräftigen Vogel hoch oben zwischen Epiphyten und Moosen des Kronendachs findet, sind alle Blicke wieder nach oben gerichtet. Diese Aufsitzerpflanzen genannten Pflanzen wurzeln ja nicht im Boden, sondern auf Stämmen, Ästen und Blättern. Epiphyten nutzen andere Pflanzen lediglich als Lebensraum und entziehen ihnen keine Mineralstoffe. Sie siedeln im Continue reading Blutbrustwürger am Mount Kupe/ Kamerun

„Die Vögel Mitteleuropas im Flug bestimmen“ ist nun erhältlich

Mitte Dezember 2017 wurde vom Quelle & Meyer Verlag ein neues Bestimmungsbuch zu den Flugbildern mitteleuropäischer Vögel angekündigt. Es heißt „Die Vögel Mitteleuropas im Flug bestimmen“ und enthält viel Wissenswertes zu fast 500 Vogelarten. Auch dieses Werk stammt u.a. von dem bekannten Autoren Hans-Joachim Fünfstück. Auch der renommierte Experte Dr. Wolfgang Fiedler, der bereits am Kompendium der Vögel Mitteleuropas oder an dem Buch  “Die Vögel Mitteleuropas sicher bestimmen, Schlüssel zur Art-, Alters- und Geschlechtsbestimmung” mitgearbeitet hatte, ist wieder mit dabei. Als Dritten im Bunde konnte man Werner Nachtigall gewinnen. Alle Autoren haben auch an anderen Standardwerken des Quelle & Meyer Verlags zu den Vögeln Mitteleuropas mitgearbeitet. Dieses Bestimmungsbuch schließt eine Lücke, denn es widmet sich ausschließlich dem Aspekt, die Vögel in Aktion – also in fliegender Bewegung – anzusprechen und richtig zuzuordnen. Die entscheidenden Merkmale sind in die Flugbilder der 468 beschriebenen Arten eingearbeitet, so dass der Benutzer sofort sieht, auf welches Detail er bei seiner Beobachtung achten muss, um zu einem verlässlichen Bestimmungsergebnis zu gelangen. Wenn Continue reading „Die Vögel Mitteleuropas im Flug bestimmen“ ist nun erhältlich

Tor zu Afrikas Tierwelt: South Luangwa Nationalpark/ Sambia

BindenfischeuleEndlich wird die Ankunft auf dem kleinen Mfuwe Flughafen über Bordlautsprecher angesagt. Hier gibt es vielleicht die letzte Gelegenheit zum Geldwechseln. Die Abholung durch den Tour Operator erfolgt zuverlässig. Nach etwa 20 km, vorbei an kleinen Ansiedlungen und sehr afrikanisch anmutenden Straßenläden, steht man endlich an der Pforte ins Reich der Tiere. Um 30 US-Dollar pro Person und 15 Dollar je Fahrzeug wird man am Parkeingang ärmer. Achtung. Es gibt auch eine Gebühr für „Commercial Filming & Sound Recording“, die ebenfalls 60 US-Dollar/Person/Tag beträgt. Mit aufwändiger Kameraausrüstung sollte man also eine gewisse Zurückhaltung an den Tag legen und sich nur als gewöhnlicher Tourist ausgeben. Aber auch andere afrikanische Nationalparks lassen sich Profitätigkeiten sehr teuer bezahlen.

Diesseits der Grenze des Nationalparks und des Luangwa-Flusses gibt es zahlreiche Lodges; auch wenn auf der offiziellen Karte auf Anhieb nur die Kapani Lodge ausgewiesen wird. Dazu gibt es einfachere Camps und Campingplätze in traumhafter Lage am Luangwa-Fluss. Die werden garantiert – meist nachts – auch von Elefanten- und Hippos besucht. Am anderen Flussufer sonnen sich Krokodile, tummeln sich Paviane und Impalas. Der Ruf des Schreiseeadlers (Haliaeetus vocifer) ist dann der endgültige Beweis. Das ist Afrika!

Eine absolute Empfehlung ist das Croc Valley Camp mit Continue reading Tor zu Afrikas Tierwelt: South Luangwa Nationalpark/ Sambia

Swifts over Sanager River/ Cameroon

MohrenseglerSwifts (Apodiformes) in the family Apodidae are small birds which spend the majority of their lives flying. These birds have very short legs and never settle voluntarily on the ground, perching instead only on vertical surfaces. Many swifts have long swept-back wings which resemble a crescent or boomerang. There are 13 species occurring in Cameroon. In a Rockjumper trip to Cameroon in April 2017, swifts were encountered almost every day with Little swift (Apus affinis) and African palm-swift (Cypsiurus parvus) being by far the most common.  The best shots of Swifts and Swallows during the trip you will finde in the gallery “Swift and Swallows over Sanaga River in Cameroon” .

Common Swift (Apus apus) are probably the 3rd most abundant and could be seen and photographed especially in the lowlands near the Sanaga River close to Edea in the south-west corner of Cameroon. A gallery of flying birds of Sanager river – Swallows and Swifts – show the great potential for birders and photographers.

Numbers of Common Swifts are declining throughout Europe. A third of British Swifts e.g. have been lost since 1995. But the reasons underpinning this decline are unclear. Scientists of the British Trust for Ornithology (BTO ) are involved in a project aiming to address Continue reading Swifts over Sanager River/ Cameroon

Gänsegeiervorkommen in Deutschland im Jahr 2014

GänsegeierDer im Blog vom 5. Januar 2014 beschriebene subadulte Gänsegeier (Gyps fulvus) im Wonnegau bei Worms ist nun im Journal „Seltene Vögel in Deutschland 2014“ (s. S 10) in einen größeren Kontext gestellt worden. Dabei wurde zusammengestellt, daß dieser große Greif auch an vielen anderen Orten in Deutschland gemeldet wurde. Mit 21 Nachweisen 2014 bestätigte der Gänsegeier damit seinen Status als seltener, aber regelmäßiger Gast in Deutschland. So wurde er u.a. von Schleswig-Holstein vom 15.2.-13.3.2014 von Fehmarn, von Niedersachsen am 22.5.2014 bei Wittingen im Kreis Gifhorn oder am 5.7.2014 von Preten, Kreis Lüneburg, von Mecklenburg-Vorpommern am 29.3.2014 von der Ortschaft Dranske auf Rügen, von Nordrhein-Westfalen am 2.2.2014 von Warstein-Hirschberg im Kreis Soest, am 18.5.2014 aus Grefrath im Kreis Viersen, am 22.5.2014 von Hilden in der Nähe von Düsseldorf, von Hessen am 18.5.2014 von Gambach im Wetteraukreis gemeldet.

Der Vogel, der in Rheinland-Pfalz vom 2.-26.Januar 2014 aus der Nähe von Dirmstein im Kreis Bad Dürkheim war der Gast, der Continue reading Gänsegeiervorkommen in Deutschland im Jahr 2014

Nationalpark Pilanesberg: a heaven not only for Kingfishers

GraukopfliestIn the surrounding bushes of the Tidodi Dam there is  loud bustle already. In the gallery forest around, numerous birds such as the Grey-headed Kingfisher (Halcyon leucocephala) enjoy the first sun beams. Haze floats above the water. It is morning shortly after sunrise. The surrounding trees of the dam form a small gallery forest, which attracts many birds such as Southern Yellow-billed Hornbill (Tockus leucomelas), Grey-headed Kingfisher, Brown-hooded Kingfisher (Halcyon albiventris), Crested Barbet (Trachyphonus vaillantii), Lilac-breasted Roller (Coracias caudatus) and Broad-billed Roller (Eurystomus glaucurus).

An alternative is the Malatse Dam along the Dithabaneng Drive. This dam offers the opportunity to photograph the African Fish-Eagle (Haliaeetus vocifer) and other birds such as Ibisse and Spoonbills at their sleeping retreat.

Not far from the Malatse dam is the Dithabaneng dam. If the water is high, you can go by car directly to the shore. The light is perfect for taking photos in the morning and in the evening. It is worth driving to the Ruighoek waterhole in the afternoon. At this small dam is a relatively low-lying hide.

From the frog’s perspective you can take pictures at the waterhole of the Kwa Maritane Lodge. The waterhole of the Kwa Maritane Continue reading Nationalpark Pilanesberg: a heaven not only for Kingfishers

Erschöpfte Dreizehenmöwe am Deich in Noord-Holland

DreizehenmöweEndlich kommt die Sonne nach stürmischen, wolkenverhangenen Tagen heraus. Den Morgen muß man nutzen. Ich fahre zum Hondsbossche Zeewering. Der Absperrdeich zwischen Petten und Camperduin ist nun vollständig in eine Sanddüne umgewandelt worden. Ein Paradies für Vögel. Ich fahre aufmerksam das Wat- und Wiesenvogelreservat „De Putten“ östlich der Straße entlang des Deichs ab. Auf der anderen Seite macht mich ein weißes Etwas aus Federn neugierig. Es ist eine junge Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla), die sich offensichtlich nach den Stürmen der letzten Tage und Nächte auf dem grasbewachsenen Seitenstreifen ausruht. Sie macht keinerlei Anstalten vor dem vorbeifahrenden Auto zu flüchten und genießt einfach die Sonnenstrahlen. Das muß ich unbedingt fotografieren. Ich drehe den Wagen und halte vorsichtig das Tele aus dem Wagen heraus. Ohne schreckhafte Reaktion kann ich auf 10 Metern Entfernung einige schöne Fotos machen. Hoffentlich kann diese kleine Möwe ihre Ruhe auch bewahren, wenn die ersten Spaziergänger mit Hunden auf dem parallellaufenden Fußgänger- und Radweg entlangkommen.

Nachdem ein Kuhreiher (Bubulcus ibis) in dem ausgedehnten Continue reading Erschöpfte Dreizehenmöwe am Deich in Noord-Holland

Pochard: a bird population in decline

TafelenteThe fate of the Common Pochard is discussed intensively in the relevant forums. Scientific research suggests that the sex ratio of the populations of Common Pochard (Aythya ferina), a medium-sized diving duck, in Europe and North Africa has changed. This could play a role in the decline of the species in the Western Palearctic.

Sex ratio results have just been published in the Wildfowl & Wetlands Trust (WWT) Journal Wildfowl. These conclusions show that populations are becoming increasingly “masculine”. Using the data obtained in January 2016, the researchers compared counts from surveys conducted in January 1989 and January 1990 in the same region. The proportion of men in the total population was 62% in the years 1989 to 1990 and in 2016 this disparity even increased to 71%.

Interesting clues for the pochard, a bird in a sharp population descent, provides an investigation of ZIMMERMANN, H. (2010), which was published in: Brut und Mauser der Tafelente Aythya ferina im Naturschutzgebiet Fischteiche in der Lewitz (Breeding and moulting of the pochard Aythya ferina in the nature reserve fish ponds in the Lewitz) in Orn. Newsletter Meckl.-Vorp. 46: 367-373.

The fish ponds in the Lewitz are a traditional breeding and moulting area of the Common Pochard in Mecklenburg-Vorpommern in Continue reading Pochard: a bird population in decline

Eisvogel im Revier

EisvogelEin klarer Wintertag. Die Erlen und Weiden entlang des kleinen Baches sind mit Raureif bedeckt. Nebelschwaden steigen aus dem gemächlich dahinfließenden Wasser in die kalte Luft empor. Doch dann durchdringt ein Pfiff die Stille, und plötzlich flitzt ein azurblauer Blitz dicht über der Wasseroberfläche dahin, noch einmal ein Pfiff, und schon ist er wieder verschwunden.

Später, im Frühling gehe ich zur selben Stelle und bin gespannt, ob der Eisvogel (Alcedo atthis) sein Revier wieder besetzt hat.

Als ich in die Nähe der Uferböschung komme, höre ich schon die zirpenden Rufe zweier balzender Eisvögel. Hinter einem Baum stehend, beobachte ich sie mit einem Fernglas. Das Männchen, erkennbar am schwarzen Schnabel, fliegt ab und es vergehen fünf Minuten, bis ich seinen Pfiff höre und schon ist er wieder da mit Continue reading Eisvogel im Revier

Nationalpark Snowdonia

AlpenstrandläuferIch stehe am Ufer des Llyn Llydaw, einem tiefen und klaren Bergsee, im Herzen des Snowdonia Nationalparks. An den Ufern des Sees steigen die steilen, baumlosen Hänge des Yr Wyddfa auf, den die Engländer Mount Snowdon nennen. Er ist mit rund 1.000 Metern NN der höchste Berg in Wales und der touristische Mittelpunkt des Snowdonia Nationalparks. Selbst an klaren Sommertagen wehen eigentlich immer Wolkenfetzen  um den Gipfel.

Der Nationalpark Snowdonia liegt im Norden von Wales. Der Nationalpark erstreckt sich auf eine Fläche von 2.200 km². Raue Bergrücken mit schroffen Gipfeln durchziehen ihn. Zwischen dem Geröll an seinen Hängen plätschern unzählige Bergbäche dem nahen Meer entgegen. Im Sommer kommt Farbe in das ansonsten graubraune Landschaftsbild. Grüne Wiesen, gelber Stechginster und violette Heide überziehen dann die Berghänge mit einem bunten Blütenteppich.

Tierfotografen kommen vor allem am südlichsten Zipfel der Isle of Anglesey auf ihre Kosten. Von Newborough an der A 4080 kann man Continue reading Nationalpark Snowdonia