Fischreiher und Mäusemahlzeit

GraureiherDer Graureiher (Ardea cinerea) schleicht sich langsam, aber äußerst geschickt und nahezu geräuschlos an ein Mäuseloch heran, um dort dann völlig regungslos auf seine Beute zu warten – manchmal bis zu zwanzig Minuten. Dabei senkt er den Kopf und lauert mit seinem langen, spitzen Schnabel direkt über dem Höhlenausgang der Maus. Regungslos kann er vor der Mäusehöhle ausharren, ehe er dann blitzartig und mit praktisch hundertprozentiger Trefferquote zuschlägt. Zwar kommt die Maus oft nur für wenige Sekunden zum Vorschein, doch selbst dieser kurze Augenblick ist für die Maus zu lang, für den Reiher jedoch gerade lang genug.

Blitzschnell schlägt er zu und packt sein Opfer am Kopf. Nur selten konnte ich beobachten, dass er sein Ziel verfehlt, fast alle Mäuse zappelten bereits nach dem ersten Hieb im Schnabel des Reihers und verschwanden sogleich in seinem Schlund. Meist erwischt der Graureiher die Mäuse mit seinem langen Schnabel am Kopf, manchmal erwischt er aber – wie auf dem Bild des Blogs – ein Beinchen.

Im zögerlichen Schleichgang pirscht er sich dort an eine weiteres Opfer heran oder verharrt in der typischen Lauerstellung vor erfolgversprechenden Mauselöchern. Schon ein paar Tage hielt sich offenbar immer derselbe Vogel auf der verwilderten Wiese auf und erbeutete täglich etwa 12 Mäuse – eine beachtliche Leistung!

Die tristen mitteleuropäischen Wintermonate sind auch für viele Tierfotografen eine karge Zeit. Das attraktive Brutgeschäft der Vögel ist in der kalten Jahreszeit gar nicht zu finden, und außerdem fliegen die meisten Vögel gen Süden in wärmere Gefilde.

Nicht so der Graureiher. Auch im Winter verbleibt der Jäger mit dem langen Hals in unseren Breiten. Für Naturfotografen ist die Zeit zwischen Spätherbst und Frühling zweifellos am interessantesten. Ein guter Platz ist eine diesjährige Weide. Der Graureiher ist keineswegs allein auf Fische und Amphibien spezialisiert. Immer wieder sucht er auch abseits des Wassers nach Beutetieren. So sieht man den Graureiher, manchmal sogar in größeren Trupps, in den Herbst- und Wintermonaten oft auf Feldern und Wiesen. Kleine Nager spielen insbesondere im Winterhalbjahr eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Graureiher und machen ökologischen Untersuchungen zufolge bis zu 70 % der Beutetiere aus. Der Winter kann phantastische Stimmungen haben, die man als Fotograf sehr schön bei dieser Arbeit nutzen kann. Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht führen häufig zu Bodennebel, der allerdings meist schon mit dem Sonnenaufgang verschwindet. Im Grau des Nebels taucht dann der Graureiher in seinen Konturen auf. Häufig schieben sich dann aber nach Sonnenaufgang dicke Wolken vor die Morgensonne. Da heißt es, die wenigen Minuten zu nutzen.

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