Graubrust-Strandläufer in der West-Paläarktis

Graubrust-StrandläuferMit einem Graubruststrandläufer (Calidris melanotos) im Mehldorfer Speicherkoog fing vor Jahren die Suche nach Irrgästen, nach nationalen Seltenheiten, in Deutschland an. Wenig später war klar, daß Graubruststrandläufer in Mitteleuropa seltene, aber regelmäßige Gäste sind. Damals vermutet man, daß Graubrust-Strandläufer, wie andere Ausnahmeerscheinungen und Irrgäste, aufgrund starker Stürme über den Ozean verdriftet worden waren. Beim Graubruststrandläufer können damit jedoch lediglich die im September und Oktober vor allem in Westeuropa entdeckten Vögel erklärt werden. Erste (Wegzug-)Nachweise gelingen in Europa alljährlich bereits ab Mitte Juli, das heißt deutlich vor der Zeit der Herbststürme. Zudem konzentrieren sich in Großbritannien die Nachweise zunächst auf die östliche Küste Englands. Auf den Azoren ist der doert als pilrito-de-colete bekannte Graubruststrandläufer bei weitem nicht so dominant in der Irrgästeliste wie in Mitteleuropa. Im November gibt es bisher gar keine Meldung und vom Oktober wurden im Maximum 4 Exemplare allein von der Insel Terceira bekannt. Der Heimzug von Calidris melanotos durch Deutschland erstreckt sich von Mitte April bis Mitte Juni, ab Anfang Juli erscheinen erste Altvögel auf dem Wegzug. Erst vier Wochen später ist mit den ersten Jungvögeln zu rechnen.

Erschwerend kommt dazu, daß die Zahl der an der Ostküste Nordamerikas in ihre Winterquartiere in Lateinamerika wandernden Graubruststrandläufer eher gering ist. Für rund 90% der Population wird eine Zugroute durch das zentrale Nordamerika angenommen – auch wenn das Foto des Blogs von der Atlantikküste North Carolinas stammt. Es fragt sich, ob die recht hohe Zahl von Nachweisen dieser Art diesseits des Atlantiks allein mit einer nearktischen Herkunft erklären läßt. Inzwischen deutet vieles darauf hin, dass ein Teil der westlichen Brutvögel der sibirischen Population nicht ostwärts und anschließend in Amerika nach Süden zieht, sondern die Brutgebiete nach Westen verlassen und so nach Europa gelangen. Frühe Herbstnachweise von Altvögeln entlang der Nordseeküste fallen mit der Ankunft adulter Zwergstrandläufer (Calidris minuta) und Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea) zusammen, die sich mit sibirischen Graubrust- Strandläufern die Brutgebiete teilen. In den Niederlanden wurde festgestellt, dass in Herbsten mit vielen Nachweisen des Graubruststrandläufers auch mehr Sichelstrandläufer auftraten. Das weist auf eine sibirische Herkunft hin. Anstelle einer amerikanischen Ausnahmeerscheinung ist der Graubruststrandläufer somit offenbar (zumindest auch) ein spärlicher, aber ganz regulärer Durchzügler auf dem Weg in bislang nicht genau bekannte Überwinterungsgebiete auf dem afrikanischen Kontinent. Verhältnismäßig regelmäßige Nachweise in Süd- und vor allem Westafrika deuten auf die Existenz einer kleinen Winterpopulation hin.

Interessant ist auch: Während in Westeuropa Herbstnachweise deutlich überwiegen, werden Graubrust- Strandläufer in Osteuropa in höherem Maße auch im Frühjahr nachgewiesen. Auch in Amerika führt die Art einen Schleifenzug durch und nutzt in Frühjahr und Herbst unterschiedliche Zugrouten. Insgesamt kann daher davon ausgegangen werden, dass in Europa sowohl verdriftete amerikanische Graubruststrandläufer auftreten als auch sibirische Brutvögel auf dem Weg in bisher nicht bekannte Überwinterungsgebiete in Afrika.

Das Foto wurde allerdings auf Hatteras Island geschossen. Der Wegzug entlang der Küste North Carolinas scheint doch nicht so unbedeutend zu sein. Jedenfalls waren Mitte September einige Trupps auf – im Herbst – unbelegten, aber kurzrasigen Campingplätzen nicht selten zu finden. Der Altvogel auf dem Foto zeigt die namensgebende graue Brust. Jungvögel sind dort sowie insgesamt deutlich bräunlicher gefärbt.

Um Graubrust-Strandläufer zu fotografieren, ist für Naturfotografen die Zeit zwischen Frühsommer und Spätherbst zweifellos am interessantesten. Ein großartiger Platz zum Fotografieren sind im Spätsommer und Herbst die Speicherkooge an der Nordseeküste. Ein Blick in Ornitho.de weist einem den Weg und zeigt außerdem die richtige

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird-lens.com gezielt Reisen an entfernte Orte unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” finden können. Geben Sie mir einfach Bescheid, wenn wir Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor die neuen Bilder online sind.

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