Schneeammer in der Döberitzer Heide

SchneeammerSchnee liegt in der Luft. Ein sehr strammes Windchen aus West mit Böen um die 8 Bofort zieht über die Ebene in der Döberitzer Heide ganz in der Nähe des Rastplatzes Wüste.  Die Piste ist ausgefahren und zieht sich durch eine Heide- und Ginsterlandschaft, die unter einer dunkelgrauen Wolkendecke liegt. Plötzlich fliegt ein Vogel von einer Pfütze in der Fahrspur auf und zeigt seine leuchtend weißen Flügelabzeichen.  Der Blick durch das Fernglas bestätigt die Vermutung. Es ist eine Schneeammer  (Plectrophenax nivalis). Damit hätte ich hier nicht gerechnet. Nach ein paar Belegfotos, die die Schneeammer weitgehend klaglos auf relativ kurze Distanz über sich ergehen läßt, fliegt sie in einem weiten Bogen über die weite, menschenleere Heidelandschaft an einen weiteren Platz in der offenen Landschaft. Die Auswertung der Fotos ergibt, daß es sich bei dem recht hohen Anteil an Schwarz im Federkleid um ein Weibchen im Schlichtkleid handelt. Das läßt mich an meine Beobachtung einer  Schneeammer auf Flores im Oktober dieses Jahres zurückdenken. Auf dem höchsten Berg der zu den Azoren gehörenden Insel Flores hatte ich sie auf über 900 m NN auf dem Morro Alto gesehen; in einer kargen, tatsächlich an Tundra Continue reading Schneeammer in der Döberitzer Heide

Female Pygmy Sunbird in northern Cameroon

Grünbrust-NektarvogelOn a thorny acacia tree is quietly sitting a bird. I shot some photos and head off with the group. Someone noticed a Senegal Eremomela (Eremomela pusilla) at that moment. And indeed: what I saw at home was – on first sight – the image of a yellow warbler

But a Senegal Eremomela? I was skeptical. I could see only a hint of a pale white supercilium. The back and mantle were uniform and not green, becoming brighter yellowish green on the rump. And the throat and upper breast were as bright lemon yellow as the lower breast, belly and vent. The bill was blackish with a pale part only in the beginning and the legs are not pale brownish but grey. I asked for help in ID at www.birdforum.net. After some confusion with the Continue reading Female Pygmy Sunbird in northern Cameroon

Nationalpark Bayerischer Wald: Waldlandschaft in grosser Diversität

TannenhäherEingebettet in eine schneereiche, hügelige Kulturlandschaft bietet der Nationalpark Bayerischer Wald an der Grenze nach Tschechien Raum für Wildnis. Für Wälder, die noch – oder schon wieder – wie Urwälder wachsen können. Diese Wälder unterliegen einem ständigen Wandel. Alte und geschwächte Bäume werden nicht gefällt und aus dem Wald entfernt, sondern bleiben stehen, bis sie vom Wind umgeworfen oder vom Schnee niedergedrückt werden. Dieses Mittelgebirge am nord-östlichen Rand Bayerns ist einem ständigen Wandel unterworfen. Alte und geschwächte Bäume werden nicht gefällt und aus dem Wald entfernt, sondern bleiben stehen, bis sie vom Wind umgeworfen oder vom Schnee niedergedrückt werden. Insekten, wie der Borkenkäfer, die im Wirtschaftswald als Schädlinge angesehen werden, dürfen hier ungehindert ihren natürlichen Beitrag zur Waldentwicklung leisten. Mit einer ungeheuren Dynamik verändern sich die Wälder, werden wilder, vielseitiger und für den Naturfreund auch immer attraktiver.

Der Nationalpark Bayerischer Wald grenzt unmittelbar an den Nationalpark Sumava in Tschechien. Zusammen ergeben sie eine Fläche von nahezu 1.000 km². Das ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas. Der Nationalpark Bayerischer Wald bietet somit ein beachtenswertes Potenzial für den Schutz von Wildnis und eine riesige Spielwiese für Naturfotografen. Neben mehreren Arten von Raufußhühnern wie Auerhuhn (Tetrao urogallus) oder Haselhuhn (Bonasa bonasia), die Continue reading Nationalpark Bayerischer Wald: Waldlandschaft in grosser Diversität

Die Tatra in der Slowakei: Kleines Gebirge mit großer Vielfalt

RauhfusskauzMitten in Europa, wo wir daran gewöhnt sind, dass jeder Quadratzentimeter Natur vom Menschen genutzt oder zumindest gepflegt wird, kann sich die Natur in einem kleinen Gebirge im Norden der Slowakei weitgehend frei entfalten. Die Tatra ist ein Gebirgszug, der Länge nach von Ost nach West rund 6o km und an seiner breitesten Stelle gerade einmal knapp 77 km misst. Inmitten des nördlichen Karpatenbogens, im slowakisch-polnischen Grenzraum der Westkarpaten, ragt die Tatra als ein Hochgebirgsmassiv aus der Ebene empor. Um dieses Hochgebirge vor schädlichen menschlichen Zugriffen zu schützen, wurde es bereits vor über 60 Jahren zum Nationalpark erklärt. Eingebettet in eine wilde und unwirtliche Landschaft bietet der Nationalpark Raum für Wildnis, für Wälder, die noch wie Urwälder wachsen können. Und das mitten in Mitteleuropa. Diese Wälder unterliegen einem ständigen Wandel. Alte und geschwächte Bäume werden nicht gefällt und aus dem Wald entfernt, sondern bleiben stehen, bis sie vom Wind umgeworfen oder vom Schnee niedergedrückt werden. Die Tatra hat so ein großen Potenzial für den Schutz von Wildnis und stellt ein riesiges Betätigungsfeld für den Naturliebhaber dar. Die naturnahen Wälder verschaffen auch Insekten einen Lebensraum. Sie profitieren von den Totholzmassen, die es im Wirtschaftswald nicht gibt. Damit erklärt sich auch das Vorkommen von sieben verschiedenen Spechtarten, die im Continue reading Die Tatra in der Slowakei: Kleines Gebirge mit großer Vielfalt

Neugieriger Neuntöter vor Beutefang

NeuntöterEs ist noch Spätsommer. Aber die Nacht war wolkenlos und daher kühl gewesen. Insekten versuchen sich in der Morgensonne aufzuwärmen. Eine Heuschrecke kletterte dazu auf einen gerde von der Sonne beschienenen Pfahl. Das weckt die Neugier eines jungen Neuntöter (Lanius collurio). Erregt fliegt er einen nicht weit entfernten Maishalm an. Er behält die Situation genau im Auge und flattert dabei mit den Flügeln. Das schöne Flügelmuster jugendlicher Neuntöter ist dabei sehr schön zu sehen. Dass die Heuschrecke sich perfekt auf dem Eichenpfahl tarnt und nun ganz still hält, nützt ihr nun nichts mehr. Die Neugier des kleinen Killers ist geweckt. Wenig später umrundet er den Pfahl und greift sich das Insekt, das in der Länge gut die Hälfte seiner eigenen Körpergröße ausmacht. Schnell ist die Heuschrecke am Abdomen gegriffen und wird an einen sicheren Ort „auseinander“ genommen und verzehrt.

In Brandenburg ist der Neuntöter im Sommerhalbjahr noch ein verbreiteter Vogel. Besonders 2017 war ein gutes Jahr mit vielen Vorkommen. So war auch bei einer kleinen Wanderung um den Riebener See ein Neuntöter mit seiner aufgespießten Feldgrille (Gryllus campestris) entdeckt worden. Sie war offensichtlich gerade erst auf das lose Ende eines Wildschutzgitters um einen Apfelbaum Continue reading Neugieriger Neuntöter vor Beutefang

Der ungewöhnlich „gemeine“ Star

StarEin Star (Sturnus vulgaris) hockt auf einem Weidepfahl auf den Azoren. Überall, wo ich Vögel fotografiere, sehe ich Stare. Manchmal allein, vor allem im Herbst in großen Schwärmen. Dese Vögel sind inzwischen sehr häufig in vielen Ländern der Welt. In den USA sind sie „eingewandert“ und werden daher als European Starlings genannt. Auf den Azoren wird er Estorninho-malhado gerufen.

Wegen seiner Allgegenwart werden Stare entweder gar nicht beachtet oder – vor allem in den Gegenden, in denen sie ausgesetzt wurden (so in den USA) – allgemein als Schädlinge betrachtet. Auch deutsche Winzer sind von Staren nicht immer begeistert.

Von der allgemeinen Bevölkerung werden sie häufig einfach ignoriert. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch ein wunderschönes Federkleid und ein unglaubliches Repertoire an Gesängen und Lauten. Die erwachsenen Vögel haben ein irisierend, schwarzes Federkleid und im Winter ist es mit weißen Flecken oder Tropfen gesprenkelt. Abhängig vom Winkel des Lichteinfalls reflektieren die schwarzen Federn glänzend grün oder lila. Continue reading Der ungewöhnlich „gemeine“ Star

Jungfernkraniche in der Wüste Thar

WeißohrbülbülTausende von Jungfernkranichen (Anthropoides virgo) fallen im Herbst bei Kichan in der Wüste Thar ein. Jungfernkraniche ist die kleinste aller Kranicharten. Jungfernkraniche trotzen auf ihrer Migrationsroute aus dem Norden Asiens in das warme Rajasthan, im Westen Indiens, den widrigsten Bedingungen. Auf ihrem Weg überqueren die Tiere sogar den Himalaya. Schon Anfang Oktober kommen die ersten Familien aus ihren Brutgebieten im Norden Zentralasiens. Ende Dezember erreichen die Kraniche südlich von Jodhpur und in der Region um Kichan, weiter nordöstlich Zahlen von über 6.000 Individuen.

Die Kraniche sind an sich schon hübsche Vögel, aber die Beziehung zwischen Mensch und Tier macht ihn zu einem besonderen Lebewesen. Sie sind Teil der Religion einer Sekte. Diese füttert die Kraniche mit Getreide, und die Vögel sind dadurch weniger scheu gegenüber den Einheimischen, nicht aber unbedingt auch gegenüber fremden Fotografen, wie ich eines Tages feststellte. Ich beobachtete, wie eine Frau Wasser an der Wasserstelle des Dorfes holte. Die Kraniche hielten kaum beim Trinken inne und gingen allerhöchstens ein paar Schritte zurück. Obwohl sie nicht wegflogen oder in Panik gerieten, als ich mich ihnen ebenfalls zu Fuß näherte, liefen sie so weit weg, dass ich sie mit meiner langen Linse nicht mehr erreichen konnte. Mit dem Auto war ich am nächsten Tag erfolgreicher. Aber die Wüste Thar ist nicht nur für Kraniche ein Überwinterungsgebiet.

Weit verbreitet sind z.B. das Wachtelfrankolin  (Francolinus pondicerianus). Die Schwarzen Milane (Milvus migrans), sind natürlich Continue reading Jungfernkraniche in der Wüste Thar

Endemische Gebirgsstelze auf Flores/ Azoren

GebirgsstelzeWeite hügelige Landschaft Hortensienhecken (Hydrangea macrophylla) und dicken Moospolstern. Dazwischen ein Bach, der zu Tal strömt. Immer wieder sind hier gelbe, langschwänzige Vögel zu sehen. Das typische Habitat der endemischen Gebirgsstelze (Motacilla cinerea patriciae), die hier Lavandeira heißt. Sie ist auch sonst in erstaunlich vielen Habitaten – auch in solchen in denen sie in Mitteleuropa sonst gar nicht vorkommt – zu finden. Eine Gebirgsstelze scheint sich einen Schutthaufen direkt neben der Straße mit dem Bach im Hintergrund als Revierwarte ausgesucht zu haben. Ich beschließe, den Wagen abzustellen und einfach zu warten, bis sie wieder Ausschau hält.

Vom Leuchtturm bei Ponta do Albernaz und Ponta Delgada kommend, beschließe ich den betonierten Weg vom Leuchtturm hoch zu fahren. Spontan entscheide ich mich dann einen Schotterweg in der Mitte des langgezogenen Hangs zu benutzen. Man fährt doch erstaunlich weit über Land bis man endlich wieder auf der Hauptstraße nach Santa Cruz ist.  Tiefe Wolken hängen über der Insel. Das Licht ist damit recht düster. Der Westwind ist weiterhin sehr stramm. Teils kommt er aus Nord. Das Tal ist aber Continue reading Endemische Gebirgsstelze auf Flores/ Azoren

Die Haubenmeise: eine Besonderheit von Nadelwäldern

Die Haubenmeise (Lophophanes cristatus) ist eine kleine Meise ist immer sehr aktiv in Bäumen und unverwechselbar mit ihrem auffälligen Kamm. Dem Kenner gibt die Haubenmeise mit ihren typischen Rufen einen ersten Anhaltspunkt um nach ihnen zu suchen. Die Rufe weisen ein dünnes, aufsteigendes “zee-zee-zee-cheera-cheera” auf. Dieses wird meist von einem tiefem, schnurrendem “brrrrr” gefolgt.

Die Haubenmeise bevorzugt Nadelwälder (Picea abies, Pinus sylvestris) gemischt mit einigen Laubbäumen, vor allem in den nördlichen Teilen ihres Vorkommens. Für Mittel-, Süd- und Südwesteuropa weitet sich die Diversität der Lebensräume. Dann kommt die Haubenmeise auch z.B. in offenem Wald mit einer dichten Bodenschicht und in urwaldartigen Laubwäldern mit zerfallenden Bäumen und Stümpfen vor.

Diese Art ist im Vereinigten Königreich ein seltener Vogel, der bei Birdwatchern entsprechend hoch im Kurs steht. Man kann nur in Schottland diesen liebenswerten Vogel, in den schottischen Highlands in den alten kaledonischen Wäldern sehen. Die  Haubenmeise ist dort ein Kiefernspezialist. Hier kommt er nur Continue reading Die Haubenmeise: eine Besonderheit von Nadelwäldern

Goldcrest, bathing under waterfall on Flores

WintergoldhähnchenWalking a steep trail in search of North-American vagrants under the high cliffs near the little village of Ponta da Fajã on the west coast of Flores eventually I came to a waterfall right beside the hiking trail. I took a rest and was surprised to notice some movement close to the constant shower of water. I looked through the binoculars and saw a Goldcrest (Regulus regulus) feeding in the wet mosses on one side of the waterfall which falls down for 30 meters in a little pond. Quite a strange – and open – habitat for a Goldcrest. Obviously the main task was to search for food, but several times the bird raised the wings and it looked as if it was bathing under the waterfall.

Although quite a common bird on mainland Europe, this small, chubby and restless passerine bird (the smallest bird in Europe) is undoubtedly one of the favorite companions during hiking walks inside dense forests and natural scrub of the island of Flores. Its constant hissing, combined with its innate curiosity, make this bird an easy species to observe, as long as you are patience and listen to its high-pitched calls. Its nesting in Portugal is restricted to the Continue reading Goldcrest, bathing under waterfall on Flores