Schellente auf dem Planalto Central von Flores/ Azoren

SchellenteNach dem wenig ergiebigen Absuchen der Lagoa Raza geht die Fahrt weiter über die von den Einheimischen Planalto Central genannte Gegend, die in weiten Teilen von dem Kessel der Ribeira Grande eingenommen wird. Aus dem Augenwinkel bemerken wir eine feuchte Stelle bzw. eine richtig kleinen Teich. Wir halten umgehend am Straßenrand an. Und tatsächlich im Fernglas sehe ich das was für die Azoren eine Rarität ist: eine weibliche olho-dourado, also eine Schellente (Bucephala clangula). Der Blick durch das Spektiv bestätigt die Identifikation. Gut ist der braune Kopf und der graue Rücken zu sehen. Die Ente wirkt auf mich nur etwas sehr dunkel. Aber das kann man ja noch näher begutachten. Super, dazu muß ich jetzt näher aber ran und auch am besten fotografieren. Leider muß man dazu eine Kuhweide passieren. Ich packe das Objektiv raus und bin auch schon auf dem Weg zur Kuhweide. Das Gatter muß sauber geöffnet werden; zum Glück sind keine Kühe drauf. Man sinkt immer wieder knöcheltief ein. Es ist unheimlich morastig. Die Ente scheint sich aber nicht zu kümmern und ich nähere ich immer wieder Fotos machend. Dann werfe ich mich sogar auf den nassen Boden. Das ist eine tolle Perspektive. Ich bin dann bis auf gut 15 Meter dran. Die Sonne illuminiert sie wunderschön. Nun scheint das gelbe Auge richtig aus dem braunen Kopf heraus zu stechen. Diese Feuchtstelle steht an einem Waldriegel und ist am hinteren Rand – den Bäumen zu – mit Seggen bewachsen und wohl nicht jetzt mit dem Starkregen erst entstanden. Aber die Ausdehnung hat sie wohl erst seit den 30-50l/ m², die vorgestern vom Himmel gefallen sind. Vielleicht ist er uns erst dadurch aufgefallen. Ein richtig kleiner Teich ist jedenfalls entstanden, der allerdings trotzdem ein etwas seltsames Habitat für eine Schellente darstellt. Ich robbe der Ente ein wenig hinterher. Als ich dann aufstehe, fühlt sie sich wohl doch zu sehr gedrängt und fliegt auf. Den Abflug kann ich nur schlecht ablichten. Beim Passieren des stacheldraht-bewehrten Gatters bleibe ich mit der Hose an dem Stacheldraht des Gatters hängen. Ok, dieses Opfer muß wohl sein. Wie ergiebig doch auch das Planalto Central sein kann? Zugegeben: nicht so spektakulär wie der der Gürtelfischer (Megaceryle alcyon) auf Corvo. Aber immerhin.

Die neun Azoren-Inseln erstrecken sich über gut 500 Kilometer mitten im tiefen Atlantik. Sie stoßen aus den ozeanischen Tiefen als einige der höchsten Berge auf der Erde. Der umliegende Ozean bietet reichhaltige Futterplätze nicht nur für Seevögel. Für wandernde Arten stellt er häufig die letzte Hoffnung auf Landung und Nahrung mitten im Ozean dar.

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