Roter Felsenhahn im Manu- Nationalpark

Andenklippenvogel oder AndenfelsenhahnNebelschwaden ziehen vom Fluß im Tal her hoch. Keine halbe Stunde nachdem ich im stockdunklen Morgen in das Versteck gehuscht war, ist es auch schon hell. Der Tag bricht an, auch wenn es mitten im Astgewirr doch immer noch dämmrig ist. Hier befindet sich mitten im Nebelwald die legendäre Stelle, an der man den spektakulären Roten Felsenhahn (Rupicola peruviana) auf einem Ast bei der Balz fotografieren kann.

Über baumlose Andenpässe und vorbei an kleinen Dörfern geht es im Geländewagen in Richtung Nordosten zum Rio Kosnipata. Nachdem man einen Paß in 4.000 m Höhe überwunden hat und der Übergang von der Trockenzone zur ewig feuchten Nebelregion hinter einmen liegt, kommt man auf 1.500 m NN ans Ziel: das Tal des Rio Kosnipata am südöstlichen Rand des Manu- Nationalparks. In der Nähe der schlichten Unterkunft mit dem verheißungsvollen Namen „Cock-of-the-Rock-Lodge” steht ein Tarnversteck. Dieses ist die sagenumwobene Stelle, an der man den orange-roten Roten Felsenhahn formatfüllend fotografieren kann. Schon am Morgen war ich die paar hundert Meter zu einem Versteck gelaufen. Bis Mittag war es am ersten Tag in dem Versteck etwas oberhalb der Lodge ausgesprochen ereignislos gewesen. Aus dem gut verkleideten Holzhüttenversteck konnte man auf einen ganz bestimmten Ast schauen. Hier soll dieser außergewöhnliche Vogel regelmäßig seine Balztänze aufführen. Der traditionelle Balz-Ast ist etwa 8 m entfernt, ohne störende Zweige oder Blätter davor. Die Lichtverhältnissen mitten im Dickicht und das auch noch im Regenwald ergeben natürlich keine direkt optimale Fotosituation. Obwohl ich an dem Morgen schon ab 5:00 Uhr im Versteck ausharrte, ließ sich der Roter Felsenhahn erstmal nicht blicken. Ich hörte ihn zwar rufen, sah ihn auch fliegen und entdeckte das braune Weibchen und das leuchtend rote Männchen hoch oben in einem Baum. Auf dem präferierten Ast stellte sich jedoch kein Hahn ein.

Doch plötzlich stand er da: ein prachtvoller roter Vogel, der mit seinem Kamm wirklich an einen Hahn erinnert. Der Rote Felsenhahn sprang von Ast zu Ast, präsentierte sich mal von vorn, dann von links, dann von hinten. Einzigartig. Und keine 10 Meter entfernt.

Der auch Andenklippenvogel oder Andenfelsenhahn genannte Rote Felsenhahn brütet zwischen November und Dezember, wenn ein üppiges Angebot an Früchten vorhanden ist. Die Chance, ihn beim Balzritual – nun Ende November – hier in der Nähe des Örtchens San Pedro anzutreffen, ist in dieser Zeit gar nicht so schlecht.

Die Trockenzeit von April bis September ist zum Fotografieren von Vögeln nicht ideal, obwohl es vom Wetter her die beste Reisezeit ist. Wie überall kommt man auch im Regenwald des Manu-Nationalparks nur dann zu gelungenen Aufnahmen, wenn die Vögel zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort erscheinen, und das sind in der Regel die frucht- tragenden Bäume. Daß man dann eventuell auf einen 50 m hohen Urwaldriesen klettern müßte, ist natürlich Quatsch. Der Regenwald des Manu-Nationalparks befindet sich in zumindest was den Roten Felsenhahn in einem steilen, zerklüfteten Gebiet. Es reicht in den meisten Fällen durchaus den steilen Hang in der Nähe eines großen Urwaldriesen zu erklimmen und von dort in der gewünschten Höhe das Treiben auf dem Baum zu beobachten.

Die Cock-of-the-Rock Lodge bietet wohl tatsächlich die weltweit beste Roter Felsenhahn-Erfahrung in einem unberührten Nebelwaldreservat in Peru. Die Lodge selbst befindet sich direkt neben der Piste Cusco – Shintuya in einem unberührten Andenwald. Die Lodge lockt den begeisterten Vogelbeobachter und abenteuerlustigen Naturliebhaber und unterstützt ein 12.500 Hektar großes Vogelwaldreservat.

Der Manu-Nationalpark im Südosten Perus erstreckt sich von den Anden bis ins Amazonastiefland. Mit einer Fläche von über 1,8 Millionen Hektar ist er das größte und artenreichste Schutzgebiet der Erde. Die biologische Vielfalt seiner hochproduktiven Regenwälder ist enorm. Dem Naturfotografen bieten sich eine Fülle an Motiven. Die Palette reicht vom winzig kleinen Glasfrosch über den farbenprächtigen Roten Felsenhahn bis zu den quirligen Kapuzineraffen. Egal ob man in den Nebelwald von Manu oder in die Wildnis Amazoniens reist. Der Ausgangspunkt ist in jedem Fall die bekannte alte Inkastadt Cusco in 3.500 m Höhe, eine knappe Flugstunde südöstlich von Lima. Flüge sind angeblich schon für knapp 200,- US $ zu haben.

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