Junge Rohrweihe am Köder

RohrweiheEin traumhafter Hochsommermorgen mit Morgennebel über den Feldern. Die Tage im Sommer scheinen manchmal vogelleer. Doch am frühen Morgen ist die Aktivität unübersehbar.  Die Reste eines Rehs liegt gut 25 Meter vor dem tonnenförmigen Hide. Gespannt warte ich auf die Ankunft des Schreiadlers (Aquila pomarina). Diese mittelgroßen Greife sind im Osten Deutschland, vor allem in Vorpommern, eine nicht so ungewöhnliche Erscheinung. Es ist aber nicht leicht, ein Exemplar aus nächster Nähe zu fotografieren. Zuerst tut sich gar nichts. Dann aber beobachte ich einige Pferde, die den Köder ausgiebig beäugen. Sie stehen nebeneinander in „sicherer“ Entfernung und halten den Köder gut im Blick. Irgendetwas scheint faszinierend und angsteinflößend gleichzeitig zu sein. Irgendwann steht auf einmal eine junge Rohrweihe (Circus aeruginosus), die direkt auf dem Köder Platz nimmt. Nachdem sie sich versichert hat, daß außer den Pferden keiner in der Nähe ist, fängt sie zielstrebig an zu fressen. Von den nur in 2 Meter Entfernung stehend Pferden läßt sie sich jedenfalls nicht beeindrucken. Plötzlich umkreist ein anderer Greif  – wohl eine andere Rohrweihe – die Stelle. Sofort verteidigt die Rohrweihe „ihre“ Beute durch Manteln. Das scheinen auch junge Greife schon gut zu können. Jedenfalls frißt sie – immer noch in unmittelbarer Nähe der interessiert schauenden Pferde – ungestört weiter. Schließlich wird zum Nachtisch noch etwas getrunken. Dann fliegt sie davon.

Nach gut 2 Stunden stoischen Wartens hat sich die Geduld der Pferde auch erschöpft. Der „Anführer“ demonstriert seine Unerschrockenheit und seinen Mut indem er sich umdreht und ausgiebig in die Nähe des Köders uriniert. Dann ziehen die Pferde von dannen und grasen die im seichten Wasser stehend die Wasserpflanzen ab. Erst gegen 14:00 kommt ein adultes Exemplar des Schreiadlers und bedient sich reichlich an dem ausgelegten Köder. Nachdem er gut 20 Minuten gefressen hat, fliegt er davon.

Von den guten Fotografiermöglichkeiten konnte ich mir auf Einladung von dem Ranger, Fred Bollmann, einen Eindruck verschaffen. Der Trip war sehr produktiv – wie man in der Galerie sehen kann. Der Ranger hält nicht nur Vorträge sonder bietet auch Wildlife Workshops und Führungen an. Den Hide, den er mir zur Verfügung stellte, nutzt er schon seit Jahren für die fotografischen Zwecke seiner Kunden. Das PVC-Versteckt steht direkt an einer überfluteten Fläche in einer wunderschön gelegenen Pferdeweide. Die Weide ist direkt an der Grenze zu landwirtschaftlichen Wiesen, Feldern und dem Wald gelegen. Dem Ranger ist es gelungen, die Erlaubnis zur Errichtung einer Ansitzhütte sowohl von einem Bauern als auch den zuständigen Naturschutzbehörden zu bekommen. Ideale Voraussetzungen, um Bilder von Vögeln auf kurze Distanz zu schießen.

Neben dem Schreiadler ist der Lieblingsvogel des Rangers eindeutig der Seeadler (Haliaeetus albicilla) und die Chancen im Sommer Flugaufnahmen und im Winter atemberaubende Bilder am Futterplatz zu machen, sind einzigartig – zumindest in Deutschland. An einigen dieser Plätze in der Feldberger Seenlandschaft, finden die Seeadler ihre Köder schon seit Jahren. Ausgezeichnete, formatfüllende Aufnahmen in absolut natürlicher Landschaft sind garantiert.

Wenn man in Europa wilde Seeadler fotografieren möchte gibt es nicht so viel Auswahl. Ein sehr guter Ort liegt nahe dem norwegischen Fischerdorf Lauvsnes in der Nähe von Flatanger in der Provinz Nord-Tröndelag, 200 Kilometer nordwestlich von Trondheim. Hier in der Mitte Norwegens hat es Ole Martin Dahle geschafft, das Vertrauen einiger Seeadler zu gewinnen. Schon seit einigen Jahren bietet er mit seinem Unternehmen Norway Nature Bootstouren an, bei denen man den Seeadlern beim Beutefang zuschauen kann. Auch hier kann der Ranger an einem deutschen Standort mithalten!

Schön an der Gegend ist die Kombination von Stille, Einsamkeit und Anmut mitten in dieser schönen Landschaft. Schade, dass sich weder der Rotmilan (Milvus milvus) noch der Mäusebussard (Buteo buteo), die schon mal zu sehen waren, sich nicht am Köder zeigten. Das heißt, ich muß noch mal kommen. Ansonsten ist im Sommer wie im Winter die reizvolle Landschaft um Feldberg bestens geeignet, um Bilder von Seeadlern, Mäusebussarden, Rabenvögeln und anderen ausgezeichneten Vögel zu machen.

An dieser Stelle möchte ich Fred Bollmann, der diese Aufnahmen mit seinen langjährigen Vorbereitungsarbeiten möglich gemacht hat, ganz herzlich danken.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com gezielt Reisen an entfernte Orte wie die Küstengebirge von West-Norwegen oder in das Feldberger Seengebiet unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Die schönen Bilder, die Sie in der Galerie sehen, sind nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie mir einfach Bescheid, wenn wir Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor die neuen Bilder online sind.

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