Erster Erfahrungsbericht mit der Canon EOS 1 DX Mark II

Als zufriedener Canon EOS 1D X und ehemaliger EOS 1D Mark IV – User wollte ich irgendwann natürlich auch die nächste Generation dieses Profimodells testen. Über die Jahre hatte ich festgestellt, daß mich sowohl die Canon EOS 1D Mark IV oder auch die D1 X fast immer voll überzeugte, aber eben auch nur fast immer. Bei beiden kritisiere ich den lauten Silent-Mode. Weiter war ich davon überzeugt, daß es inzwischen technische Verbesserungen in der AF-Verfolgung geben müsste. Trotz iTR AF in der Canon EOS 1D X waren die Ergebnisse gerade vor strukturierten Hintergrund nicht wirklich überzeugend. Fliegende Vögel stellen die Technik eben nicht nur aufgrund ihrer Geschwindigkeit sondern auch aufgrund des vielfältigen Lebensraums vor einige Herausforderungen.

Vögel im Flug zu fotografieren ist eine der anstrengendsten aber auch erfüllensten fotografischen Herausforderungen. Die Vögel in Continue reading Erster Erfahrungsbericht mit der Canon EOS 1 DX Mark II

Beobachtungen der Schuppenkopfprinie im Norden Kameruns

SchuppenkopfprinieDie Schuppenkopfprinie (Spiloptila Clamans) ist ein weiterer hervorragender Beitrag zum Portfolio der westlichen paläarktischen Vögel für bird-lens.com. Obwohl erst vor kurzem in der Grenze der westlichen Paläarktis begegnet ist, ist dieser sympathische kleine Vogel, der in der Sahelregion heimisch ist, sehr willkommen.

Im April 2017 ging bird-lens.com auf eine Birding-Rockjumper-Tour im nördlichen Kamerun. Von Waza NP am 10. April kommend, erreichten wir nach einem super-frühen Aufbruch im Waza Camp am frühen Morgen die Felder nördlich der kleinen Ortschaft Mora. Die Felder, die wir erkunden wollten, sind nur wenige Kilometer von Mora direkt von der Durchgangsstraße aus zu erreichen. Das Gebiet ist durch kleinteilige Landwirtschaft geprägt, die an einem sehr sandigen Ort vollzogen wird. Ein hartes Geschäft für die Bauern. Zuerst war das begehrte Lerchenlaufhühnchen (Ortyxelos meiffrenii) auf der Wunschliste. Die Gruppe hatte ihre ganze Aufmerksamkeit auf diese selten anzutreffende Spezies gerichtet. Obwohl wir unsere Wanderung um 7.15 Uhr begannen, erwartete uns eine lange, heiße Exkursion. Bald liefen wir in einer Kette zielstrebig über die ausgedörrte Sahellandschaft. Wir mussten auf die dornigen Sträucher der Feldumgrenzungen genauso achten wie auf Löcher Continue reading Beobachtungen der Schuppenkopfprinie im Norden Kameruns

Junge Rohrweihe am Köder

RohrweiheEin traumhafter Hochsommermorgen mit Morgennebel über den Feldern. Die Tage im Sommer scheinen manchmal vogelleer. Doch am frühen Morgen ist die Aktivität unübersehbar.  Die Reste eines Rehs liegt gut 25 Meter vor dem tonnenförmigen Hide. Gespannt warte ich auf die Ankunft des Schreiadlers (Aquila pomarina). Diese mittelgroßen Greife sind im Osten Deutschland, vor allem in Vorpommern, eine nicht so ungewöhnliche Erscheinung. Es ist aber nicht leicht, ein Exemplar aus nächster Nähe zu fotografieren. Zuerst tut sich gar nichts. Dann aber beobachte ich einige Pferde, die den Köder ausgiebig beäugen. Sie stehen nebeneinander in „sicherer“ Entfernung und halten den Köder gut im Blick. Irgendetwas scheint faszinierend und angsteinflößend gleichzeitig zu sein. Irgendwann steht auf einmal eine junge Rohrweihe (Circus aeruginosus), die direkt auf dem Köder Platz nimmt. Nachdem sie sich versichert hat, daß außer den Continue reading Junge Rohrweihe am Köder

Die Zwergdommel: Jäger im verborgenen Schilf

ZwergdommelDie Zwergdommel (Ixobrychus minutus) zählt in Deutschland zu den seltensten Brutvögeln. Der Blankensee in der Nähe von Trebbin ca. 40 km südlich von Berlin ist eine der wenigen Gegenden Brandenburgs Brutbestände – wenn auch nicht jedes Jahr – vermutet werden. Zwergdommeln waren in den Jahren 2014 und 2015 von Mai bis Anfang September zu hören. So konnte vor allem im Juli 2014 in den frühen Morgenstunden immer wieder ein Männchen ausdauernd rufend festgestellt werden. Ab ca. 6:30 blieb es aber stumm.

Es ist daher eine außergewöhnliches Erfahrung, eine Zwergdommel mehrere Wochen lang fotografieren zu können. Dazu muß man allerdings in etwas abgelegenere Gebiete fahren. Auf einer meiner regelmäßigen Wanderungen in einem ausgedehnten Niederungsgebiet an der Havel entdeckte ich im zeitigen Juni in rund 20 Meter Entfernung eine Zwergdommel Akrobatisch hing der Vogel trotz seiner großen Füße im Schilf und schoß mit seinem langen, dolchartigen Schnabel immer wieder blitzartig in das Wasser. So verschlang die Zwergdommel einen Fisch nach dem anderen. Glücklicherweise konnte mich der Vogel nicht Continue reading Die Zwergdommel: Jäger im verborgenen Schilf

Vogelfotografie in den Regenwälder Perus

TrupialRegenwälder Perus gehören zu den artenreichsten Gebieten dieser Erde. Obwohl der Dschungel voller Leben steckt, machen die extremen Bedingungen die Tierfotografie im Regenwald stets zu einer Herausforderung. Schlechte Lichtverhältnisse, hohe Luftfeuchtigkeit und viel Regen stellen jeden Fotografen vor eine Geduldsprobe.

Peru ist eines der Länder mit der höchsten Biodiversität und besitzt erstaunlich viele endemische Arten sowie eine bemerkenswerte Vielfalt an Ökosystemen. Fast 70 % der Landesfläche ist mit tropischem Regenwald bedeckt. Dies macht Peru zu einem der interessantesten Ziele für passionierte Naturfotografen. Obwohl die Regenwälder in unvorstellbarem Maße vor Leben sprühen, sind die Tiere nicht immer zu sehen und auch ihr Verhalten ist meistens nicht so wie man es gerne hätte. Ausdauer ist daher die wichtigste Voraussetzung, um gute Bilder zu machen. Der Regenwald ist auf den ersten Blick ohne Zweifel spektakulär. Und auf dem 2. Blick unglaublich still, manchmal sogar tot. Doch wer sich mit viel Geduld dem zeitlichen Rhythmus der Tiere anpasst, kann zu einzigartigen Fotos kommen.

Hohe Niederschläge prägen den Charakter der Regenwälder. Tiere während des Regens zu fotografieren ist eine wahre Herausforderung an Mensch und Material. Doch gerade diese besondere Wettersituation verleiht vielen Motiven Continue reading Vogelfotografie in den Regenwälder Perus

Buntkopf-Felshüpfer – ein Picathartes – in Kamerun

Buntkopf-FelshüpferDer Nachmittag ist ganz dem Buntkopf-Felshüpfer (Picathartes oreas), der im englischen Grey-necked Rockfowl oder Grey-necked Picathartes genannt wird, gewidmet. Zuerst war die Frage der richtigen Ausrüstung zu klären. Es war klar, daß ich das Canon EF 400 / 1:4,0 L Do IS USM mitnehmen wollte. Dazu dann die Canon EOS-1D X, die Gewähr für rauscharme, hochauflösende Bilder bei akzeptablen Belichtungszeiten in den zu erwarteten dämmrigen Verhältnissen der Cave bieten sollte. Die Canon EOS 5DS R blieb am Camp, da ihre ASA-Empfindlichkeiten nur eingeschränkt zu nutzen sind. Zusätzlich kam erstmals auf diesem Trip das Canon EF 85mm 1:1,8 USM Tele Objektiv zum Zug. Das Canon 85 mm – f/1.8 USM sollte als ein vielseitiges, kleines Tele die notwendige Lichtstärke – im Fall des Falles – mitbringen. Dazu noch ein leichtes Stativ von Gitzo – das ich besser im Zelt gelassen hätte.

Dann Aufbruch: Wir erwarteten eine mühsame Wanderung für Stunden durch tropische Hitze in diesem Tieflandregenwald-Nationalpark. Manche Leute sagen, dass sich der Vogel erst nach Continue reading Buntkopf-Felshüpfer – ein Picathartes – in Kamerun

European Nightjar feeding habit

ZiegenmelkerWhen the sun has set and dusk turns to darkness, a discreet purring is heard often over the heath in Brandenburg´s landscape south of Berlin. The rhythmic purr of the Eurasian or European Nightjar (Caprimulgus europaeus) is increasing in volume in the background. The time lags between the purring of the Nightjar become shorter more and more. Finally, the male begins to patrol its territory. Slow, excessive wing beats enhance the impression of a relevant actor in the night theatre. It is beautiful to admire the white spots on the tail edge and the primaries. Only a few moment, this event takes place; then the Nightjar has disappeared already in the adjacent ash grove.

Like all members of the family, the European Nightjar (Caprimulgus europaeus) is an almost exclusively aerial feeder that feed in continuous hawking flight, which may be rather erratic as they pursue their prey. European Nightjars hunts moths, beetles and Continue reading European Nightjar feeding habit

Auf die Kehle kommt es an: Braunkehlchen

BraunkehlchenVon den farbenfrohen, bunten Drosselvögeln gibt es in Deutschland vier verschiedene Arten. Die bekannteste ist wohl das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) mit leuchtend rot gefärbter Brust. Dieser meisterliche Sänger mit seinen klaren Strophen brütet vor allem in Gärten, unterholzreichen Wäldern und Parks. Im Winterhalbjahr sind sie neugierig und oft wenig scheu. Rotkehlchen sind beispielsweise auf Friedhöfen oder in Parks sehr leicht zu fotografieren, da sie hier an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt sind. Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) ist dagegen in einem ganz anderen Habitat zu Hause. Das männliche Braunkehlchen ist leicht an der bräunlichen Brust und Kehlregion sowie dem unverkennbaren hellen Streifen über dem Auge zu erkennen. Der Bestand dieser Art hat, wie bei vielen anderen Wiesenbrütern auch, stark abgenommen, da sein Lebensraum  – die Feuchtwiesen  – in zunehmendem Maße entwässert und intensiv bewirtschaftet wird. Neben dem Nahrungsangebot fehlen ihm häufig geeignete Singwarten, auf denen das Männchen sein Lied präsentiert, oder es startet von hieraus seinen auffälligen Balzflug.

Durch die vielen Insekten, die sich im Rapsfeld tummeln, werden die Braunkehlchen magisch von diesen gelb blühenden Feldern Continue reading Auf die Kehle kommt es an: Braunkehlchen

White-backed Woodpecker in the Croatian Karst Mountains

Soft contact calls reveal a woodpecker nearby. A view through binoculars: clearly a White-backed Woodpecker (Dendrocopos leucotos). The white ribbons on the folded wings can be seen very well. He looks more like a Lesser Spotted Woodpecker (Dendrocopos minor). Only bigger. A short “giggle”. I realize that there are 2 birds. One is only a bit disheveled. Probably a juvenile bird. The other probably one of the parents. The two woodpeckers quickly disappear up the slope. I decide to go afterwards. After a good 30 meters, I wait. I play the contact calls from a tape. Also the typical long-lasting drumming is played to lure the woodpecker. But sorry, no feedback. It makes no sense to pursue the White-backed Woodpecker through the Croatian Karst.The slope looks very open right away. However, there is a lot of deadwood in the steep slope. In between are large limestone rock blocks, which also hinder a speedy advance. After all, a good sighting which really impressed me.

We had planned a mountain hike through the upper parts of the Paklenica National Park. Walking already for half a day through a very pretty mixed deciduous forest I was quite surprised Continue reading White-backed Woodpecker in the Croatian Karst Mountains

Senegaltriel in ausgetrockneten Bachbett/ Kamerun

SenegaltrielStill steht ein Paar des Senegaltriels (Burhinus senegalensis) unter einer Abbruchkante des ausgetrockneten Bachbetts. Gut, daß wir uns im Schatten eines Nebenlaufes des Benoue Rivers befinden. Die Hitze ist unerträglich. Wir sind auf der Suche nach der Adamawa Turtle-Dove. Diese Taube, dunkler als die anderen Turtle Doves, hält sich wohl gerne in beschatteten Nebenläufen des Benoue Rivers auf.

Auf der Suche nach der Taube und in Erwartung von Schatten laufen wir einen schmalen Zufluß –ohne Wasser – zum Hauptstrom hinein. Das Bachbett ist ausgetrocknet. Dicht wachsen die Lianen vom Ufer her in das Flußbett hinein. Im Schatten einiger großer Bäume tummeln sich einige Vögel. Der Grund ist klar: es steht Wasser an. Nicht viel, aber genug, um Vögeln ein Bad oder auch Wasser zum Trinken zu ermöglichen. Ein Cabanis’s Bunting ist als erstes beim Trinken zu beobachten. Dann auch ein Lesser Honeyguide, der ein hochwillkommener Neuzugang ist. Ein Greater Honeyguide, eine Continue reading Senegaltriel in ausgetrockneten Bachbett/ Kamerun

Handa, eine Vogelinsel Schottlands

SchmarotzerraubmoeweGischt schäumt meterhoch, die Luft ist bis zur Sättigungsgrenze in Salzschwaden getränkt. Vehement donnern die von Stürmen über Tausende von Kilometern getriebenen und aufgewühlten Brecher des Nordatlantiks an die wildzerklüfteten Gestade, die unbezwingbar und majestätisch senkrecht in die Höhe ragen. Eben noch hatte man bei stiller See den kleinen Fischerhafen von Tarbet im County Lairg, Highland verlassen. Die Überfahrt auf die Vogelinsel ist von kurzer Dauer. Der Landeplatz ist ein unberührt wirkender, einsamer Sandstrand. Dies ist aber die meerabgewandte Ostseite. Auf der Westseite sieht die Welt ganz anders aus. Sonnenstrahlen brechen durch die dichte Wolkendecke und geben der wilden Szenerie einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz. Die Luft ist erfüllt von den durchdringenden Rufe einer unzählbaren Schar Kälte, Sturm und Wasser trotzender Meeresvögel, die hier an Schottlands Westküste ihre Brutkolonie eingerichtet haben.

Der Besucher ist zuerst einfach nur überwältigt, wenn die ersten Sonnenstrahlen der wilden Szenerie aus Moosen und Felsen einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz abgeben. In der Ferne sind die anrollenden Brecher des Atlantiks zu hören. Übertönt Continue reading Handa, eine Vogelinsel Schottlands