Klippenmöwen auf den Pribilofs

KlippenmöweLausiges Wetter. Grauverhangen ist der Himmel; eine salzgeschwängerte Luftfeuchtigkeit kriecht durch die Thermo-Kleidung. Nebel liegt über dem Meer. Ein schmaler Weg führt zu den Klippen – den sogenannten Bluffs – am südlichen Rand der Insel St. Paul, der größten Insel der Pribilofs. Drumherum ist nichts als die Beringsee.

Schemenhaft zeichnet sich ein weißer Vogel vor dem Grau des Himmels ab. Leise und scheinbar mühelos passiert er die Kolonien von Seevögeln an den Klippen in gemächlicher Geschwindigkeit. Eindeutig eine Dreizehenmöwe (Rissa sp.). Aber einige der aus der westlichen Paläarktis bekannten Merkmale passen nicht mit der auch von Helgoland bekannten Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) überein. Der Schnabel wirkt kürzer und nicht so elegant-lang. Die Unterhanddecken wirken schmutzig grau und nicht weiß. Als der Vogel beim Herabgleiten seine Beine aus dem weißen Körper herausfährt, leuchtet dem Beobachter ein knalliges Rot entgegen. Kein Zweifel, das ist die rätselhafte Klippenmöwe (Rissa brevirostris).

Das rotbeinige Klippenmöwe (Rissa brevirostris) ist eng mit der Dreizehenmöwe verwandt, Die beiden Arten brüten teilweise sympatrisch; es sind aber keine Hybridzonen bekannt. Das Brutkleid wird im Frühjahr, von März bis Mai, angelegt und verbleibt bis in den Spätsommer bzw. Frühherbst. Der Rücken, die Hand- und Armschwingen und der größte Teil des Oberkörpers sind mittel- bis dunkelgrau und kontrastieren stark mit dem weißen Rumpf. Die Flügelenden sind schwarz, mit der Ausnahme von kleinen weißen Spitzen an den äußersten Enden. Der relativ kurze, weiße Schwanz ist weitgehend rechteckig oder nur flach gegabelt. Der Kopf ist ganz weiß, die Iris ist dunkel, der schmale Orbitalring ist leuchtend rot, der erkennbar kurze, stumpfe Schnabel ist gelb und die Beine und Füße sind leuchtend rot.

Obwohl rund drei Viertel der Weltpopulation von Klippenmöwen auf der Insel St. George auf den Pribilof Islands nisten, sind sie einfach auf St. Paul zu sehen. St. Paul Island ist nicht nur der beste Ort in Alaska um die meisten Alkenarten Nordamerikas und definitiv der einfachste Ort, um Klippenmöwen in beachtlicher Kopfstärke zu sehen, sondern diese Insel ist auch eine perfekte Anlaufstation für Irrgäste. Die Klippenmöwe brütet übrigens außer auf St. Paul im Beringmeer auch auf den russischen Kommandeurinseln, auf der Otterinsel und der St. George-Insel der Pribilofs und auf einigen Inseln der Aleuten.

Klippenmöwen brüten auf steilen Meeresklippen und nutzen noch die schmalsten Leisten und Nischen. Sie brüten eng zusammen mit Dreizehenmöwe und Eissturmvogel in Alaska wo zur Brutzeit sind die Klippen mit Zehntausenden nistender Seevögeln bedeckt sind. Die Klippen am St. Paul sind manchmal bemerkenswert niedrig, wenn auch steil. Neben den Möwen beherbergen sie eine ausgezeichnete Artenvielfalt an Alken und Papageientaucherarten.

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