Durstiger Graubrustspecht am Wassertank

GraubrustspechtDie Hitze ist fast unerträglich in Maroua. Wir wollen in den äußersten Norden Kameruns, in den Waza Nationalpark. Ohne Eskorte ist da aber nichts zu machen. Und für die Eskorte braucht man eine Erlaubnis – angeblich durch den lokalen Gouverneur. Das Warten auf die Freigabe zieht sich hin. Unser Guide macht mich auf einen Wassertank im hinteren Bereich des Hotels aufmerksam. Dort kommen etliche Vögel zum Trinken. Ich setze mich an eine Mauer. Über mir steht ein rostiger großer Wassertank, der auf dicken Betonstelzen an der Außenmauer des Hotelgeländes steht. Ein paar dicke Bäume spenden spärlich Schatten. Auf Anhieb sieht man nichts. Ein paar Wäscheleinen mit Bettwäsche, tropfende Wäschestücke auf Beton. Die Wassertropfen scheinen noch nicht den Boden erreicht zu haben, da sind sie schon verdunstet. Der Wassertank steht in einer der häßlichen Ecken der „Hotelanlage“. Die Hitze ist immer noch phänomenal. Aber die zögernd ankommenden Vögel sind wirklich gut.

Ein Graubrustspecht (Dendropicos goertae) kommt angeflogen, der sein ganzes Verhaltensspektrum zeigt.  Zuerst erscheint ein Weibchen, das sich kurz auf einem dicken Ast des beeindruckend hohen Baumes zeigt. Dann kommt aus einem Baum ein Männchen angeflogen und nimmt den Schlauch am Tank als Ausgangsbasis für eine Inspektion. Zuerst versucht er sein Glück  an einem Überlaufstutzen, der sich aber als trocken herausstellt. Hechelnd versucht er sein Glück, neugierig beäugt von einigen weiblichen Webervögeln; es sind Dotterweber (Ploceus vitellinus). Nachdem sich der Stutzen als definitiv trocken herausgestellt hatte, verschwindet der Graubrustspecht – Mann kurzzeitig, um sich wenig später klammernd am Schlauch am Tank und von da zum Einfüll-Stutzen hinauf zu hangeln. Eine Weile verbringt er noch an der Schlauchschelle, die vielleicht auch nur die letzte Möglichkeit ist, die nähere Umgebung noch im Schatten des dicken, rostigen Tanks zu erkunden. Dann ist er verschwunden und sein Partner, das Weibchen, taucht wieder in einem Baum auf. Ich halte die ganze Zeit mit meiner Kamera schön drauf. Ansonsten sind noch sehr viele Schmetterlingsastrild (Uraeginthus bengalus) am Tank zu beobachten, die ebenfalls Wasser tanken wollen. Die Afrikadrossel (Turdus pelios) ist da deutlich scheuer. Sie scheint irgendwo in der Nähe der Gästebungalows zu brüten. Jedenfalls wird sie in einem bestimmten Areal immer wieder gesehen. Weiterhin ist immer wieder ein Starling, ein weiblicher Elfennektarvogel (Cinnyris pulchellus) und selbstverständlich ein Graubülbül (Pycnonotus barbatus) zu sehen.

Besonders eindrucksvoll ist der Star, der seinen Namen zu Recht trägt. Es ist ein Grünschwanz-Glanzstar (Lamprotornis chalybaeus) und das ist einer, der in dieser Subspecies eine weite Verbreitung vom südlichen Mauritanien über Mali, Burkina Faso, dem nördlichen Nigeria bis in den Sudan hat. Außerdem erscheint eine Palmtaube (Streptopelia senegalensis). Selbst ein Senegalracke (Coracias abyssinica), der sonst doch so die Offenlandschaften liebt, steht mal still im unteren Kronendach und beobachtet aufmerksam die Szenerie. So zieht die Zeit dahin. Irgendwann ist aber auch der Aufenthalt im Schatten der Gebäude nicht mehr tragbar. Sehnsüchtig erwarten wir die Freigabe des Oberbefehlshabers für die nördlichen Provinz. Der Gouverneur taucht aber einfach nicht auf.

Das Hotel Le Relais Porte Mayo liegt in einem der eher schattigeren älteren Stadtteile von Maroua im Norden von Kamerun. Man kann in diesem Hotel natürlich keine europäischen Verhältnisse erwarten, aber die Räume (in Bungalows) sind recht geräumig und sauber. Man hat ein Badezimmer und dann Elektrizität, wenn man sie braucht – nämlich abends, damit die Air Condition funktioniert. Die Anlage ist nett gemacht mit großen schattigen Bäumen und einigen Blumenrabatten. Insgesamt hat mir die Unterkunft gut gefallen. In dem Garten kann man sich von den Strapazen der Reise und dem Staub der Überlandstraßen gut erholen kann. Gerade der Wassertank könnte bei einem längeren Aufenthalt auch mal die ein oder andere Überraschung bieten. Geduld ist aber gefragt; auf Anhieb sieht die nähere Umgebung des Wassertanks trostlos aus.

Das Personal ist des Hotels zwar nicht übertrieben freundlich, aber beim zweiten Mal war das Frühstück (kostet extra!!) sogar pünktlich. Das Essen ist sehr gut, wenn auch, für afrikanische Verhältnisse, recht teuer.

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