Basstölpel; das Brutgeschäft

BasstölpelBrutkolonien der weißgefärbten Basstölpel (Morus bassanus) werden immer häufiger. Noch vor 30 Jahren lebten nicht einmal halb so viele Basstölpel auf dem Bass Rock, dem Inbegriff des Brutfelsen vor Schottlands Küste. Auch an anderen Stellen seines Verbreitungsgebietes hat dieser Vogel stark zugelegt. Überall sind die Brutkolonien dieser Vogelart im Wachsen begriffen. Im 20. Jahrhundert kam es zu einer anhaltenden Bestandszunahme von im Mittel 3% pro Jahr.

Im Zuge dieser Wiederzunahme erfolgte auch eine Ausweitung der Brutplätze, sodass sich die gegenwärtige Brutverbreitung von Ostkanada über Island bis nach Nordwestfrankreich erstreckt. Schon als es noch viel weniger von ihnen gab, haben Basstölpel immer dicht gedrängt in Kolonien gebrütet. Auf flachen Brutinseln befinden sich bis zu zweieinhalb Nester pro Quadratmeter. Und das, obwohl die Tiere zu den am Brutplatz aggressivsten Arten überhaupt gehören. Auf dem Nest sitzende Vögel sind pausenlos in Streitigkeiten mit ihren Brutnachbarn verwickelt. Wenn der spitze, kräftige Schnabel richtig trifft, kann sogar Blut fließen. Eierdiebstahl, Raub von Nistmaterial und Massenprügeleien sind an der Tagesordnung. Damit das Brutgeschäft in den oft riesigen Kolonien überhaupt erfolgreich verlaufen kann, haben die Tiere im Laufe der Evolution eine Reihe von äußerst differenzierten Verhaltensmustern entwickelt, die die Aggressivität in akzeptable Bahnen lenkten.

Wissenschaftler stellten sich die Fragen, was so aggressive Vögel dazu bringt, derartig eng nebeneinander zu brüten. Schließlich gibt es geeignete Steilfelsen als Brutplätze an vielen Küstenabschnitten des nördlichen Atlantik. Doch nur rund 35 Kolonien existieren gegenwärtig. Hier drängen sie sich dicht an dicht. Zuerst hat man geglaubt, daß solche Massenansammlungen Schutz vor Räubern böten. Kein Seeadler (Haliaeetus albicilla) würde sich in das Gewimmel über einer vieltausendköpfigen Basstölpelkolonie wagen. Aber eigentlich hat der Basstölpel bei seiner Größe von knapp einem Meter kaum Feinde zu fürchten. Vielfach hat man angenommen, daß ein besonders günstiges Nahrungsangebot die Tölpel auf so engem Raum zusammenführt. Doch Fischschwärme gibt es an viel mehr Stellen als Basstölpelkolonien. Sicherlich spielen günstige Windverhältnisse im Bereich der Brutfelsen eine große Rolle. In erster Linie dürfte jedoch auch für diesen Vogel gelten, was für alle koloniebrütenden Vogelarten gilt. Durch so eine hohe Nestdichte wird der Ablauf des Brutgeschäfts bei fast allen Tieren einer Kolonie in Gleichklang gebracht. Wer einmal in einer Seevogelkolonie beobachten konnte, wie durch die Aktivität nur eines einzigen Individuums oder Paares Tausende anderer Tiere in Flucht-, Droh- oder Balzstimmung versetzt wurden, ist erstaunt über den enormen Synchronisationseffekt in einer Vogelsiedlung. So scheint es, daß bei Basstölpeln das Besetzen und aggressive Verteidigen eines Nistplatzes innerhalb einer Kolonie der Auslöser für die Paarung zu sein. Zu Kämpfen kommt es anscheinend nur zwischen Vertretern des gleichen Geschlechts.

Dazu kommt, daß nur in einem bestimmten Zeitfenstern im Jahr ausreichend Beutetiere für die ewig hungrigen Jungen zur Verfügung stehen. Daher ist es wichtig, daß alle Vögel zur gleichen Zeit balzen, sich paaren und brüten. Die Jungen schlüpfen dann alle zur rechten Zeit aus. Dann wenn Nahrung in ausreichender Menge vorhanden ist.

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