Ringeltaube: Brut zwischen Regenrinnen

RingeltaubeSchon 2 Jahre gibt es ein altes Nest, das direkt über einer belebten Kreuzung mitten in einer Kreisstadt in Brandenburg zwischen einem Gebäudevorsprung und dem Fallrohr einer Regenrinne geklemmt ist. Monatelang unbesetzt, hatte das alte Nest Anfang März auf einmal Besuch. 2 Ringeltauben (Columba palumbus) sassen auf dem Nest. Sie probten offensichtlich den Neststand und die Nestsicherheit. Ein Partner hatte sich schon platt auf dem Nest niedergelassen, während der andere auf dem Nestrand stand und von Zeit zu Zeit über den Rücken des anderen Partners auf die andere Seite des Nests wechselte.

Nach einigen Tagen Abwesenheit konnte nun wieder eine Ringeltaube auf dem Nest beobachtet werden. Wie eine Glucke tief in das Nest gedrückt, ist die Ringeltaube nun offensichtlich zur Brut geschritten. Die Nieplitzniederung ist Heimat vieler Vögel. So sind im Winter nordische Entenvögel zu beobachten. Es müssen aber nicht immer die außergewöhnlichen Arten oder die hohen Zahlen sein, die den Naturliebhaber faszinieren.

So eindeutig mitten in der Stadt hatte ich diese große Taube noch nicht brüten gesehen. Sie soll aber inzwischen nahezu flächendeckend in Deutschland bis in die Innenstädte verbreitet sein. Begünstigt durch hohe Brutzahlen, milde Winter, hohe Adaptionsfähigkeit, geringe Scheu bzw. Fluchtdistanz und evtl. das gute Nahrungsangebot durch den weitflächigen „Ökopflanzen“-anbau (vulgo: Maisanbau)

Ob die Ringeltaube mit ihrer zunehmenden Verstädterung zur Verdrängung ihres möglichen Konkurrenten, der Türkentaube (Streptopelia decaocto), beiträgt, ist noch unklar. Daß die Türkentaube, die klassische Taube der Ortschaften, inzwischen viel seltener anzutreffen ist, ist nicht zu übersehen.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist eine zunehmende Verstädterung der Ringeltauben zu beobachten. Mittlerweile brüten urbanisierte Tauben in belebten Gärten, Parks und Friedhöfen und zunehmend offensichtlich unbehelligt von Trubel des Straßenverkehrs und den Fußgängern an und manchmal sogar schon in Gebäuden. Die Siedlungsdichte hängt hauptsächlich vom Nahrungsangebot ab. Die Nahrung der Ringeltaube setzt sich – wie bei den meisten Arten dieser Familie – fast ausschließlich aus pflanzlichen Bestandteilen zusammen. Die Lebensräume der Ringeltaube erstrecken sich fast europaweit von den Inseln und Küstenniederungen bis ins Hochgebirge.

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