Birding in Chiles hohen Norden

RüsselbläßhuhnIn stockdunkler Nacht geht es von Arica, der Hauptstadt der Region de Arica y Parinacota im Norden von Chile über die Ruta 11 zum Lauca Nationalpark. Als ich nach gut 2-stündiger Fahrt auf gut ausgebauter Teerstraße im Lauca Nationalpark ankomme, sind die Vulkane von einer dichten Wolkendecke verhüllt. Nach einer eiskalten Nacht mit Temperaturen um -10° Grad folgt ein wunderschöner, klarer Morgen. Überwältigend ist der Anblick auf die majestätischen, schneebedeckten Vulkane Parinacota (6.342 Meter NN) und Pomerape (6.282 Meter NN), die sich in der Laguna Cotacotani spiegeln. Auf dem See befinden sich zahlreiche Nester von Rüsselblässhuhns (Fulica cornuta), die vor der prächtigen Vulkankulisse brüten. Die jungen Bläßhühner, die unter dem Gefieder ihrer Eltern hockten, steckten erst ihre kleinen Köpfe heraus, als die Sonne die Luft erwärmt. Die Bläßhuhneltern begaben sich dann abwechselnd auf Nahrungssuche. Die Lagunen, die auf 4.500 Höhenmeter liegen, sind umgeben von Lavagestein und bieten einen idealen Lebensraum auch für andere Wasservögel wie das Andenbläßhuhn (Fulica ardesiaca), der Anden-Flamingo (Phoenicopterus andinus), Andenmöwen (Larus serranus), Andengänse (Chloephaga melanoptera), 2 Arten von Ibissen und weitere verschiedene Enten- und Taucherarten. Interessant ist auch noch der Andenspecht, der sich der baumlosen Landschaft angepaßt hat, indem er seine Nisthöhlen spechtuntypisch in die Erde baut.

Die Vegetation auf den Hochplateaus der chilenischen Anden ist sehr spärlich. Nur widerstandsfähige Pflanzen, wie Kakteen, Büschelgräser und Polsterpflanzen kommen hier vor. Das Gebiet wird Altiplano genannt und ist ein abflussloses Hochland zwischen 3.500 NN und 4.800 Metern NN und grenzt an Peru, Bolivien und Argentinien. Kleine Flüsse, die aus den schneebedeckten Anden kommen, enden hier. ln Senken sammelt sich Wasser und bilden Lagunen und Salzseen.

Der Salar de Surire ist ein weiteres fotografisch sehr interessante Schutzgebiete sind die nach Süden angrenzenden Reservas Nacional las Vicunias und Salar de Surire. Das Reserva Nacional las Vicunias ist zum Schutz der Vicunias (Vicugna vicugna) Anfang der 70er Jahre eingerichtet worden, da dieser Kamelart wegen ihres seidenweichen Felles die Ausrottung drohte. Die Population konnte sich durch die strengen Schutzmaßnahmen wieder erfolgreich erholen, so daß heute um die 17.000 Tiere in diesem Gebiet und ebenfalls in den beiden angrenzenden Parks Lauca und dem Reserva Nacional Salar de Surire zu beobachten sind. Büschelgräser und Strauchsteppe dienen ihnen als mageres Futter. Die Zufahrt zu den Parks erfolgt vom Lauca NP aus über eine Schotterpiste in Richtung Süden. Das Reserva Nacional Salar de Surire mit dem gleichnamigen See liegt in 4.250 Meter Höhe und ist von weißen Andengipfeln umgeben, die in der Abendsonne rot leuchten. Am Südufer der Salar befinden sich heiße Quellen.

Die günstigsten Ausgangspunkte für eine Fotoreise in die höchste Gebirgswüste der Welt sind die Küstenorte Antofagasta und Arica. Von Santiago de Chile fliegen mehrere Fluggesellschaften diese beiden Städte an. Als Reisezeit eignet sich – bezogen auf die südliche Halbkugel – Frühjahr, Sommer und Herbst.

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