Greifvögel am Rehluder

MäausebussardObwohl es gerade erst dämmert, ein zarter roter Streifen am Horizont zu sehen ist, ist das Rätschen der Elstern unüberhörbar. Das Reh – ein Verkehrsopfer – liegt gut 25 Meter vor dem tonnenförmigen Hide. Angespannt warte ich auf die Ankunft des Seeadlers (Haliaeetus albicilla). Diese großen Greife sind zumindest im Osten Deutschland eine nicht ungewöhnliche Erscheinung. Trotzdem ist es nicht leicht, ein Exemplar aus nächster Nähe zu fotografieren. Zuerst aber beobachte ich ausgiebig einen Trupp mit gut 5 Elstern (Pica pica), der sich zänkisch und trotzdem erfolgreich dem gefrorenen Kadaver widmet. Irgendwann kommt auch mal ein junger Mäusebussard (Buteo buteo), der allerdings vorsichtig auf dem daneben liegenden Baumstamm Platz nimmt. Nachdem sich die tiefstehende Morgensonne anfangs durchsetzt und mit ihrem warmen Streiflicht für eine ganz besondere Lichtstimmung sorgt, zieht sich der Himmel anschließend zu. Drinnen bullert der Gasofen, draußen ist es 2° C kalt. Es fängt an mit großen Flocken zu schneien. Ein Traum wie das tote Reh immer weißer wird und sich die schwarz-weißen Vögel im dichten Schneetreiben verköstigen. Die Lage der Futterstelle und die Artenzusammensetzung ist aber auch perfekt.

Von den guten Fotografiermöglichkeiten konnte ich mir auf Einladung von dem Ranger, Fred Bollmann, einen Eindruck verschaffen. Der Trip war sehr produktiv – wie man in der Galerie sehen kann. Der Ranger hält nicht nur Vorträge sonder bietet auch Wildlife Workshops und Führungen an. Den Hide, den er mir zur Verfügung stellte, nutzt er schon seit Jahren für die fotografischen Zwecke seiner Kunden. Das PVC-Versteckt ist direkt in eine Wildhecke an der Grenze zu landwirtschaftlichen Wiesen gelegen. Dem Ranger ist es gelungen, die Erlaubnis zur Errichtung einer Ansitzhütte sowohl von einem Bauern als auch den zuständigen Naturschutzbehörden zu bekommen. Ideale Voraussetzungen, um Bilder von Greifen und Krähenvögeln auf kurze Distanz zu schießen.

Der Lieblingsvogel des Rangers ist eindeutig der Seeadler und die Chancen im Winter atemberaubende Bilder dieses größten mitteleuropäischen Greifs zu machen, sind einzigartig – zumindest in Deutschland. Hier, an diesem Platz, finden die Seeadler ihre Köder schon seit Jahren. Ausgezeichnete, formatfüllende Aufnahmen in absolut natürlicher Landschaft von Greifen sind garantiert.

Es klarte dann auf und die Wintersonne warf schließlich ein warmes Licht über die leicht gewellte Landschaft in ihrem weißen Kleid. Die Bilder der sich um den Köder balgenden Vögel haben davon profitiert. Leider kam der Seeadler an dem Tag nicht zum Luder. Da mußte ich mir den Tag mit der Fotografie von mindestens 4 teils um den Köder streitenden Mäusebussarden verbringen. Auch keine schlechte Idee.

Wenn man in Europa wilde Seeadler fotografieren möchte gibt es nicht so viel Auswahl. Ein sehr guter Ort liegt nahe dem norwegischen Fischerdorf Lauvsnes in der Nähe von Flatanger in der Provinz Nord-Tröndelag, 200 Kilometer nordwestlich von Trondheim. Hier in der Mitte Norwegens hat es Ole Martin Dahle geschafft, das Vertrauen einiger Seeadler zu gewinnen. Schon seit einigen Jahren bietet er mit seinem Unternehmen Norway Nature Bootstouren an, bei denen man den Seeadlern beim Beutefang zuschauen kann. Auch hier kann der Ranger an einem deutschen Standort mithalten!

Hier finden Sie noch mehr Bilder von anderen Vogelarten in diesem Gebiet erschossen an einem Tag zu finden.

Obwohl dieser Winter bisher noch nicht so richtig kalt war und Schnee erst seit einer Woche gelegen hatte und die natürlichen Ressourcen der Seeadler noch gut erschlossen sind, findet sich ein nahebei brütendes Paar des Seeadlers mehr oder weniger regelmäßig an der Winterfütterung des Rangers ein. Toll ist auch die Kombination von Stille, Einsamkeit und Anmut mitten in dieser schönen Landschaft. Schade, dass sich auch weder der Rotmilan (Milvus milvus) noch der Rauhfußbussard (Buteo lagopus), die schon mal zu sehen waren, sich nicht zeigten. Das heißt, ich muß noch mal kommen. Ansonsten ist auch der Winter die reizvolle Landschaft um Feldberg bestens geeignet, um Bilder von Seeadlern, Mäusebussarden, Rabenvögeln und anderen ausgezeichneten Vögel an einer Winterfutterstelle zu machen.

An dieser Stelle möchte ich Fred Bollmann, der diese Aufnahmen mit seinen langjährigen Vorbereitungsarbeiten möglich gemacht hat, ganz herzlich danken.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com gezielt Reisen an entfernte Orte wie die Küstengebirge von West-Norwegen oder in das Feldberger Seengebiet unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Die schönen Bilder, die Sie in der Galerie sehen, sind nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie mir einfach Bescheid, wenn wir Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor die neuen Bilder online sind.

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