Rotkehl-Tapaculo im Pumalín Park/ Chile

RotkehltapaculoEin Dickicht aus Bambus, Farnen, Pilzen und Moos bietet im Inneren der patagonischen Wälder vielen Tieren Versteckmöglichkeiten. Der König der Wälder ist der Rotkehl-Tapaculo (Scelorchilus rubecula), ein kleiner Vogel mit einem kunstvollen und lauten Ruf, der typisch für die Regenwälder im Süden Chiles ist. Er lebt jedoch sehr versteckt und ist daher schwierig zu beobachten. Ich versuchte es einfach mal mit einem Tonband und dem stillen Sitzen im dichten Regenwald  in der Nähe des Tronador Campingplatzes. Der Campground nördlich von Caleta Gonzalo und 46 Kilometer nördlich von der kleinen Stadt Chaitén.

Kälte und Feuchtigkeit sind für die Entstehung der feucht-temperierten Regenwälder im Süden Chiles verantwortlich. Über Jahrmillionen waren die Wälder durch klimatische und geographische Bedingungen isoliert: das Bergmassiv der Anden im Osten, das trockene Klima im Norden und der Pazifische Ozean im Westen. Dadurch entwickelte sich in den Wäldern eine einzigartige Tier-und Pflanzenwelt. Der chilenische Regenwald erstreckt sich vom Fluß Maule bis an die äußerste Spitze des Landes nach Tierra del Fuego. Reist man die Strecke von Norden nach Süden, sinkt die jährliche Durchschnittstemperatur von 12 auf 5 Grad – dafür steigt die Niederschlagsmenge um das Dreifache. ln der Region um den Maule gehen die mediterranen Wälder allmählich in Continue reading Rotkehl-Tapaculo im Pumalín Park/ Chile

Das schwimmende TARNZELT

RothalstaucherEin würziger Geruch hängt in der Luft. In Schwaden zieht Nebel über das Wasser. Nur schemenhaft ist das andere Ufer zu erkennen. Außer Sichtweite der balzenden Rothalstaucher (Podiceps grisegena) lasse ich meine amphibische Konstruktion mit dem Tarnzelt darauf ins Wasser gleiten. Meine Füße berühren den erstaunlich schlammigen Grund. Wie in Zeitlupe bewege ich die Füße in den hohen Watstiefeln Schritt für Schritt nach vorn. So schwimmt das das Floß mit dem Tarnzelt langsam vom Ufer in Richtung der Rothalstaucher.  Ich gratuliere mir zu der Idee, die dem Fotografen erlaubt, ein Motiv aus einer sehr niedrigen Perspektive  – praktisch auf Augenhöhe – anzuvisieren und damit eine ungewöhnliche Aufnahmeposition einzunehmen. Da die Vögel an Flüssen, Seen und an der Meeresküste in der Regel eine Gefahr eher vom Land her erwarten und nicht vom Wasser, bietet ein schwimmendes Versteck außergewöhnliche fotografische Möglichkeiten. Mit Hilfe eines amphibischen Tarnzeltes kann man auf der Fotopirsch bis in die unmittelbare Nähe von Wasservögeln gelangen, ohne sie zu verscheuchen.

Einige Vögel schwimmen völlig unbeeindruckt von meiner Anwesenheit nur wenige Meter an der niedrigen Kuppel des Verstecks vorbei, die 80 cm aus dem Wasser herausragt. Am nahen Continue reading Das schwimmende TARNZELT

Gänsefotografie auf Texel

RingelgansAuch in den Niederlande ist das Wattenmeer für viele nordische Vogelarten Rast-, Ruhe- und Winterquartier. Gänse bevölkern zu Tausenden das Watt, die Salzwiesen und die küstennahen Feuchtgebiete. Besonders bemerkenswert auf Texel sind die Meergänsearten, zu denen neben der Ringelgans die Nonnengans, die Rothalsgans und die Kanadagans zählen. Ihr Brutareal ist die arktische Kältewüste und arktische Tundra Eurasiens und Nordamerikas. Neben Ringelgänsen, Zwergschwänen und Entenarten bieten die westfriesischen Inseln und die angrenzenden Küstenregionen im Winter hervorragende Beobachtungsmöglichkeiten auch für andere Vogelarten.
Äsende Gänse lassen sich gut aus dem am Straßen- oder Wegrand parkenden und obendrein warmen Auto heraus fotografieren. Für Flugaufnahmen hat sich eine besondere Technik bewährt. Während eines Winteraufenthalts fuhr ich jeden Morgen um kurz nach acht auf den Deich bei Oost, neben der bekannten Windmühle Het Noorden. Hier fliegen gegen 8.30 Uhr die Ringelgänse kurz vor Sonnenaufgang vom Watt in Richtung De Cockdorp über den Deich. Dabei fliegen sie in geringer Höhe über die Wiesen und Deiche. Man kann sich dann im Rücken nah an Continue reading Gänsefotografie auf Texel

Greifvögel am Rehluder

MäausebussardObwohl es gerade erst dämmert, ein zarter roter Streifen am Horizont zu sehen ist, ist das Rätschen der Elstern unüberhörbar. Das Reh – ein Verkehrsopfer – liegt gut 25 Meter vor dem tonnenförmigen Hide. Angespannt warte ich auf die Ankunft des Seeadlers (Haliaeetus albicilla). Diese großen Greife sind zumindest im Osten Deutschland eine nicht ungewöhnliche Erscheinung. Trotzdem ist es nicht leicht, ein Exemplar aus nächster Nähe zu fotografieren. Zuerst aber beobachte ich ausgiebig einen Trupp mit gut 5 Elstern (Pica pica), der sich zänkisch und trotzdem erfolgreich dem gefrorenen Kadaver widmet. Irgendwann kommt auch mal ein junger Mäusebussard (Buteo buteo), der allerdings vorsichtig auf dem daneben liegenden Baumstamm Platz nimmt. Nachdem sich die tiefstehende Morgensonne anfangs durchsetzt und mit ihrem warmen Streiflicht für eine ganz besondere Lichtstimmung sorgt, zieht sich der Himmel anschließend zu. Drinnen bullert der Gasofen, draußen ist es 2° C kalt. Es fängt an mit großen Flocken zu schneien. Ein Traum wie das tote Reh immer weißer wird und sich die schwarz-weißen Vögel im dichten Schneetreiben verköstigen. Die Lage der Futterstelle und die Artenzusammensetzung ist aber auch perfekt.

Von den guten Fotografiermöglichkeiten konnte ich mir auf Continue reading Greifvögel am Rehluder

Red-legged Kittiwake on the Pribilofs

KlippenmöweA sticky grey fills the sky. Fog lays over the sea. Only a shade of white on the water is visible when the waves crush to the rocky coast. A narrow trails gives way to the cliffs – called bluffs – on the southern edge of the island of St. Paul. St. Paul, the biggest island of the Pribilofs, is more or less in the middle of nowhere in the Bering Sea.

Suddenly in the grey an almost white birds passes by, silently and effortlessly in a slow pace – sometimes standing in the constant wind – along the colonies of seabirds on the cliffs. Yes, a Kittiwake. But some characteristics with the well-known Kittiwake of the Western Palearctic, the Black-legged Kittiwake (Rissa tridactyla) – do not match. The bill looks more stout and the underwing looks grey and not white. Starting the descend of flight, red legs, are hanging out of the white body. Hey, this is the enigmatic Red-legged Kittiwake (Rissa brevirostris).

The Red-legged Kittiwake is closely related to and partially sympatric with Black-legged Kittiwake (Rissa tridactyla) but there is no interbreeding known. The breeding adult Red-legged Kittiwake is white as its congener, but shows a darker grey mantle, back and upperwing.

Although roughly three quarters of the world’s population Continue reading Red-legged Kittiwake on the Pribilofs

Elstern im Schneetreiben am Köder

Alles ist wie mit einem weißen Mantel zugedeckt. Unter der Schneedecke zeichnen sich die Umrisse eines Rehs ab. Zuerst ist nur das Rätschen der Elstern (Pica pica) unüberhörbar. Das Reh – ein Verkehrsopfer – liegt gut 25 Meter vor dem tonnenförmigen Hide. Die Elstern müssen sich direkt neben dem Hide in der Weißdornhecke befinden. Dann traut sich die Erste. Im tiefen Flug mit einem eleganten Schwanzaufstellen kurz vor der Landung, geht die Elster kurz vor dem Kadaver nieder. Vorsichtig nähert sie sich dem braunen Etwas. Dicke Schneeflocken geben der Szenerie einen melancholischen Grundtenor. Schnell steht die Elster auf dem Reh. Ein beherztes Picken in die aufgerissene Wunde und der erste rote Fleischhappen ist im Schnabel zu sehen. Das läßt die Artgenossen nicht ruhen. Eine nach der anderen kommt die ganze Sippe angeflogen. Immer wieder steht mal die eine oder die andere Elster auf dem Reh und holt sich ihren Anteil. So beobachte ich ausgiebig den Trupp, der wohl insgesamt Continue reading Elstern im Schneetreiben am Köder

Die winterliche Niederung der Unteren Havel

SingschwanDie Niederung der Unteren Havel ist eine der letzten naturnahen Flußauen in Deutschland. Zwischen dem brandenburgischen Rathenow und Havelberg in Sachsen-Anhalt mäandriert die langsam fließende Havel durch eine ausgedehnte Wiesenlandschaft des Naturparks Westhavelland, der über 700 vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet. Viele der Gebiete sind Naturschutzgebiete und weisen eine geringe Nutzungsintensität der Wiesen und Feldern auf. Die Abgelegenheit der Landschaft, die inmitten eines gering besiedelten Gebietes liegt, sorgt für die nötige Störungsfreiheit einiger seltener Arten wie dem Seeadler (Haliaeetus albicilla). Eine lockere und abwechslungsreiche Vegetationsstruktur sorgt dafür, dass nicht nur Beutegreifer viele unterschiedliche Futter- und Rastflächen finden. Auch für andere Vogelarten offener Feldflur, feuchter Wiesen und naturnaher Gewässer sind die Wiesen, Wasserflächen, Äcker und Feldern ein hochwillkommenes Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet.

Auenwälder, offene Wasserflächen und ausgedehnte Feuchtwiesen prägen die Niederung der Unteren Havel. Ein Lebensraum, der in den frühen Morgenstunden am stimmungsvollsten ist. Wenn im Spätsommer und Herbst die Sonne im Morgengrauen die Feuchtigkeit aus den Wiesen und Bruchwäldern treibt, kann man in den nebligen Havelauen oft ein prachtvolles Lichtspiel erleben. Dichte Nebelschwaden steigen aus den Langgraswiesen auf, und das Morgenlicht taucht die Natur in immer neue Farben. Die Continue reading Die winterliche Niederung der Unteren Havel

Andean Cock-of-the-rock in Manu/ Peru

Andenklippenvogel oder AndenfelsenhahnThe spectacular Andean Cock-of-the-rock (Rupicola peruviana) suddenly sits on a branch in the middle of the thicket. In the middle of a pristine Cloud Forest lies the legendary spot, where you can photograph the most beautiful orange bird full-frame.

Whether you travel in the mist forest of Manu or into the wilderness of Amazonia, starting point in each case is the city of the Inka, Cusco, at 3.500 m height. Over treeless ande passes and past small villages the off-road vehicle transports you towards the north-east to the Kosñipata Valley at the South East of Peru. The transition from the dry zone takes place almost seamlessly at 4,000 m asl. to the eternally damp region of the fog, from bright sunshine to twilight. After five hours drive you reach the tree border, which is located in the tropical Andes at about 3,500 m. This is where the Manu National Park begins. Up to heights of 3,000 m, the narrow pass road is lined with bizarre “elfin forests”, barely man-high, gnarled, lichen-covered trees that are hundreds of years old and still have only a trunk diameter of less than 10 cm, The further you descend the higher trees are. In the fog, sometimes on the silhouettes of mighty trees are visible, and the trees are covered with bromeliads. After a further three hours of adventurous journey you reach the target location: The valley of the Rio Kosnipata on the southeast edge of the Manu National Park. The ornithological highlight is the Andean Cock-of-the-rock. In the midst of the cloud forest is the legendary place, where you can photograph the spectacular Red Rock-fountain in full format. Near the simple lodge, with the auspicious name “Cock-of-the-Rock Lodge”, you will find Continue reading Andean Cock-of-the-rock in Manu/ Peru

Wintergast in Brandenburg: der Raubwürger

RaubwürgerEin Vogel, grau-schwarz mit weißen Abzeichen. Nicht viel größer als ein Star. Und doch ein heißbegehrtes Fotoobjekt für den Vogelfotografen. Das liegt sicher zum einen an seiner kontrastreichen Färbung, zum anderen seiner relativen Seltenheit und zum letzten wohl nicht zuletzt an den schauerlichen Ruf, den dieser Singvogel hat. Der Raubwürger (Lanius excubitor) spießt nämlich gelegentlich seine Beute auf Dornen und Stacheldraht auf, um sie entweder besser als Futter bearbeiten zu können oder um die Beute für Notzeiten aufzubewahren.

Im Brutgebiet lebt der Raubwürger sehr zurückhaltend. Nur zur Zeit der Jungenaufzucht, ist er besser zu sehen. Dafür wird er im Winter häufiger u.a. in ornitho.de gemeldet. Ein guter Grund, diesem Würger mal mehr Aufmerksamkeit in der winterlichen Landschaft zu schenken. Für den Raubwürger ist gerade auch die flache Landschaft Brandenburgs ein beliebter Winterrastplatz, da zu der Zeit auch Wintergäste aus nördlicheren und östlicheren Gebieten Europas einwandern und ausharren. Die Zahlen Continue reading Wintergast in Brandenburg: der Raubwürger

Steinadler am winterlichen Köder

SteinadlerAuch aus großer Höhe entdecken die scharfen Augen jede Beute. Es dauert trotzdem stundenlang, bis man den eindrucksvollen Steinadler (Aquila chrysaetos) am Köder im Winter beobachten kann. Und dann hat man auch noch Glück. Die erste Beobachtung eines Besuchs eines Steinadler an einem Luder lief so ab, daß ein junger Vogel nur kurz auf einer Kiefer saß, bevor er wieder verschwandt. Der Adler hatte nicht einmal versucht, sich am Kadaver eines ausgelegten Fuchses zu bedienen.

Möglicherweise hatten sie mich auch beobachtet, als ich in der Dämmerung mein Versteck aufsuchte und glaubte, daß kein Adler in der Nähe sei. Vielleicht war es aber so, daß ein Adler einige Kilometer entfernt auf einem Baum auf einer Bergkuppe saß und dorthin nach abgeschlossener Mahlzeit zurückkehrte. Es ist fast unmöglich, ein Versteck zu bauen, ohne daß die Adler eine Möglichkeit zur Einsicht haben. Obwohl das Versteck gut isoliert war, hatte ich die Befürchtung, daß die Greife durch das Auslösegeräusch der Kamera gestört würden. Die „Geräuschkulisse” schienen aber nicht wirklich zu stören. Das Geräusch der Kamera war bei der nicht sehr leise arbeitenden Canon EOS 1 DX Continue reading Steinadler am winterlichen Köder

Graveyard Blackbirds in the snow

Amsel, MännchenIt is cold in Germany. There had been snow the last few nights before. But now it thaws again. The air is cold and clear. The main part in a vast park cemetery is still as packed with a 5 cm thick layer of snow. Only the paths are cleared temporarily by a snow plow. Ok, this is already not a real winter, but there is snow and in between comes out even the sun. Ideal conditions for a walk in the park of the cemetery. On careful examination, there are encountered many blackbirds constantly in the cemetery over the winter. The population of the Eurasian Blackbird (Turdus merula) seem to have increased again now with snow. Everywhere you see a dark bird flit from a side of the road to the other. Under each second (coniferous) trees the ground is intensively scratched. A regularity is not really visible. However, there seems to be a preference for conifers, under which twigs are intensively inverted. A short picking in the substrate and again…..

A park cemetery, which is not too neat is ideal. Winter food for Blackbirds but also Common Chaffinches (Fringilla coelebs) – besides what lies under leaves and scatter – is offered e.g. by the Barberry. The Barberry (Berberis vulgaris) is a nearly 3 meters tall, Continue reading Graveyard Blackbirds in the snow

Gelbschnabeltaucher auf dem Diemelsee im Sauerland

GelbschnabeltaucherRichtig lausiges Wetter herrscht im Winter im Sauerland. Grauverhangen ist der Himmel; Ein Staudamm bei trübem Wetter mit tiefen Wolken in Verbindung mit Nieselregen, Wind aus Westen mit Böen, das alles bei 8 ° Celsius ist in der Regel nicht der Ort, um sich lange aufzuhalten. Aber dies ist ein Ort, um einen verirrten Gelbschnabeltaucher (Gavia adamsii) auf der deutschen Vogelliste hinzuzufügen. Gelbschnabeltaucher sind stark nachgefragte Arten für den ernsthaften Vogelbeobachter im mittleren Kontinentaleuropa. Und es ist ein großes Ereignis, wenn ein Gelbschnabeltaucher so weit im Binnenland beobachtet werden kann.

Basierend auf Berichten im Club 300 und in Ornitho.de wurden bereits Scharen von Beobachtern angelockt. Am 13. Dezember 2016 wurde auf dem Diemelsee bei Kotthausen ein jugendlicher Gelbschnabeltaucher entdeckt. Auffallend waren der gelbliche und nach oben gerichtete massive Schnabel. Das bräunlich ausgewaschen wirkende Gefieder und der beige-farbenen Kopf mit dem dunklen Ohrfleck zusammen mit dem hellen Hals ließen auf ein diesjähriges Exemplar schließen. Der Gelbschnabeltaucher treibt sich meistens in der Mitte des verbleibenden Stausees gegenüber von Kotthausen herum. Gern ist der Taucher von Westen nach Osten unterwegs – vielleicht wegen der überwiegenden Winddrift aus Westen. Von Zeit zu Zeit fliegt er zurück nach Westen, um dann wieder nach Osten zu treiben. Dazwischen wurden umfangreiche Continue reading Gelbschnabeltaucher auf dem Diemelsee im Sauerland