Birding in Süd-Ägypten: Unterkünfte

KampfläuferEin Schieferfalke (Falco concolor) im pfeilschnellen Jagdflug, rastende Kampfläufer (Calidris pugnax) mitten in der Hotelanlage oder Massen an Seevögeln wie Weissaugenmöwe (Ichthyaetus leucophthalmus), Hemprichmöwe (Larus hemprichii), Rüppellseeschwalbe (Sterna bengalensis), Weisswangenseeschwalbe (Sterna repressa) oder Zügelseeschwalbe (Onychoprion anaethetus) bei einem Trip auf eine Koralleninsel. Dies alles macht eine Birding Destination wie Ägypten zu einem beliebten Ziel. Das Land hat durch die noch nicht lange zurückliegenden Terror-Anschläge allerdings offensichtlich an Attraktivität verloren hat. Für den Furchtlosen bietet sich aber gerade zu den Zugzeiten die Möglichkeiten in den grünen Hotelanlagen Vögel zu beobachten und wenig später am Strand zu entspannen.

Da stellt sich die Frage, von welcher Hotelanlage aus, man die Vogelbeobachtung betreiben soll bzw. welches Hotel die beste Basis für Ausflüge bietet. Im Vorfeld für eine Reise im September/ Oktober 2016 stellte ich genau diese Frage und entschied mich bewußt für eines der letzten ägyptischen Hotels an der langen Küste entlang des Rotes Meeres. Die Nähe zum Wadi El-Gemal, die kurzen Distanzen zu Mangroven und die Möglichkeit mit einem Charter-Boot die Koralleninseln zu erreichen, gaben den Ausschlag und sollten den Nachteil – die zeitaufwändige Entfernung zum Flughafen in Hurghada wettmachen. Der Flughafen in Marsa Alam – auch nicht gerade um die Ecke – wurde im Jahr 2016 von Deutschland teilweise gar nicht direkt angeflogen und später nur von wenigen Orten wie Frankfurt/ Main aus.

Mit den o.a. Kriterien kamen vor allem das Hotel Shams Alam und das Gorgonia Beach Resort in die engere Wahl. Weiter südlich befindet sich dann nur noch das Lahmi Bay Hotel zu etwas gehobeneren Preisen. Ich entschied mich im Rahmen eines Pauschalangebots mit FTI für das Gorgonia Beach Resort. Wir hatten aber ausgiebig Gelegenheit auch das Hotel Shams Alam, nur 2 km weiter südlich gelegen, ebenfalls zu besuchen.

Ein kurzer Vergleich der beiden Hotels ist daher möglich. Also was beide Hotels sicher nicht sind: Birder-Hotels. Die Klientel sind Sonnenhungrige, Schnorchler und Taucher. Wohl ungefähr in der Reihenfolge. Im Gorgonia kann man gut übernachten und das Animationsprogramm ist einigermaßen erträglich in Intensität und Lautstärke und – was doch wichtig ist – zeitlich auf die frühen Nachstunden terminiert. Der Service ist immer freundlich, ziemlich professionell wenn man mal davon absieht, daß man keine Abweichung vom Standard erwarten darf. Dann wird es direkt teuer (Transfers oder Ausflüge) oder unmöglich. Das Hotel Shams Alam hat dagegen mehr alten Charme. Die Bäume sind teilweise richtig groß, die Artenvielfalt der Pflanzen scheint auch höher zu sein und die Ecken sind nicht gar so aufgeräumt wie im Hotel Gorgonia Beach Resort. Das schlug sich bei unserem sehr kurzen Aufenthalt im Shams Alam prompt in einer beeindruckenden Vogelliste für die Anlage nieder mit der das Hotel Gorgonia Beach Resort nur über einen deutlich längeren Zeitablauf mithalten konnte. Vielleicht Zufall, da wir am nächsten Morgen noch mal im Shams Alam waren und die Anlage auch weitgehend verwaist war. Vielleicht wird auch weniger mit Insektiziden gespritzt. Aber dazu kann ich nichts sagen, da in unserer Anwesenheit bzw. während unseres Aufenthalts erst in der 2. Woche gesprüht wurde. Im Hotelprospekt wird aber vor dem Aufenthalt in solchen Nebeln gewarnt. Das Hotel Shams Alam scheint allerdings seine besten Tage schon hinter sich zu haben und versucht es durch eine gezielte Ansprache einer jungen, preisbewussten Klientel wettzumachen. Der Empfang mit lauter Techno-Musik ist aber nicht jedermanns Sache und bestimmt nicht der Vogelbeobachtung dienlich. Auch die Hausinfrastruktur macht mit lauten Geräuschen (z.B. Lüftung) auf sich aufmerksam. Überhaupt ist Hausinfrastruktur noch vom ganz alten Standard – allerdings in beiden Hotels. Die Klimaanlagen machen nachdrücklich mit Lärm auf sich aufmerksam. Die Leistung stimmt zwar, aber das geht heute auch alles viel, viel leiser. Ein Vorteil vom Shams Alam ist sicher die Nähe zu besserer Strandvegetation. Die Nähe zum südlichen gelegenen Delta des Wadi El-Gemal ist ebenfalls von Vorteil Wir hatten Gelegenheit, die Überschwemmungsflächen mit ihren Seggen und Schilfbeständen keinen Kilometer entfernt bewundern können. Um das Hotel Gorgonia Beach Resort ist nur Wüste. Man muß ziemlich weit laufen, damit man etwas Deckung bietende Vegetation findet. Da stellt sich sowieso die Frage nach dem richtigen Transportmittel. Man kann sich natürlich von der Hotelrezeption des Gorgonia Beach Resort einen „Limousinen-Service“ rufen lassen. Das ist aber – da ja auch das Hotel mitverdienen will – eine recht kostspielige Angelegenheit. Besser ist da, einen Kontakt bereits zu haben oder kurzfristig nach Ankunft zu verschaffen. Die abgelegenen Hotels profitieren in dieser Hinsicht auch von ihrer Abgeschiedenheit. Einen Taxistand sucht man vergebens. Ebenso besteht keine Möglichkeit, die für Wüstentouren geparkten Quads einzeln zu mieten. Ein Fahrrad zu bekommen, scheint vollständig aussichtslos. Ein eigenes Mietauto wäre natürlich sehr gut, denn auch ein Anmarsch von 2-3 km kann zwar morgens recht nett sein aber mit voller Fotoausrüstung in der der Morgensonne den Weg zurückzulaufen, kann einem schon mal den Spaß verderben.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird-lens.com gezielt Reisen in nahe und ferne Vogelgebiete unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Sehr schöne Vogel-Beobachtungen und – Aufnahmen konnte bird-lens.com neben Afrika u.a. auch in Europa in Skandinavien in England, in Polen, in Österreich, in Frankreich, in Portugal, in Spanien und natürlich in Deutschland von Helgoland bis Bayern machen.

Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture- Shop”  sehr bald finden werden. Geben Sie bird-lens.com einfach Bescheid, wenn wir Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor neue Bilder online sind.

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3 thoughts on “Birding in Süd-Ägypten: Unterkünfte”

  1. Hallo Herr Kleinschmidt,

    vielen Dank für die Hinweise in Ihren sehr guten Bericht zum birding am Roten Meer. Ich habe eine Pauschalreise in der Zeit vom 19.09.2018 bis zum 26.09.2018 gebucht im Hotel Elphistone Resort in Marsa Alma. Ziel der Reise sind Fischadler und Schieferfalken zu beobachten und wenn möglich, auch zu fotografieren. Haben Sie noch ein paar Hinweise für mich? Wo kann man recht gut die genannten Arten beobachten? Vielen Dank.
    Vielen, vielen Dank.
    Es grüßt Sie aus dem heißen Dessau in Sachsen -Anhalt
    Günther Röber

    1. Hallo Herr Röber,
      schön, daß Ihnen der Bericht zum birding am Roten Meer gut gefallen hat. Von Marsa Alma sollte es in der Zeit ohne Zweifel möglich sein Schieferfalken zu fotografieren. Fischadler sind sowieso kein Problem; am besten direkt vom Strand auf überhin fliegende (teils recht weit unten) Fischadler warten. Haben Sie die Hinweise im Blog über die Ohrengeier in Bir Shalatayn an der Südost-Spitze Ägyptens gelesen? S. hier: http://www.bird-lens.com/2016/10/14/ohrengeier-in-bir-shalatayn-agypten/ . Toll wäre natürlich ein Ausflug in die Wüste (Fahlkauz), aber vor 2 Jahren wäre das wegen der restriktiven Ausflugspolitik (Abfahrt und Rückkunft mitten am Tag) wenig erfolgversprechend gewesen.
      Wenn Sie andere Erfahrungen machen, wäre ich für einen Hinweis sehr dankbar. Auch einen eignen Artikel können Sie ohne weitere in bird-lens.com einstellen. Ein weiterer Comment unter einen Blog wäre aber auch ausreichend.
      Leider mußten wir alle per Taxi machen. Das ist nicht ganz billig. Daher ausreichend Euro-Noten mitnehmen!
      Viel Erfolg und beste Grüße
      J. Kleinschmidt

  2. Hallo Herr Kleinschmidt,

    vielen Dank für die Beobachtungshinweise zu Schieferfalke und Fischadler. Im November 2017 und März 2018 besuchten wir für eine Woche El Gouna. Konnten auch Fischadler am Horst (Seezeichen!) recht gut beobachten und fotografieren.
    Es war der einzige Brutplatz den wir fanden. Auf einer Infotafel am Strand wurde auf die ökologische Bedeutung der Mangroven, u.a. für Fischadler und andere Lebewesen, hingewiesen. Leider gibt es um El Gouna nur noch Reste in den stark bebauten Stränden. Ich hoffe, dass die Region um Marsa Alam noch gute Mangrovenbeständen hat.
    Ich würde mich gern mit Ihnen zu organisatorischen Fragen
    (Taxipreise etc. ) unterhalten. Hier meine Mobil-Nummer 0163 xxxxxxxxx Vielen Dank.
    Viele Grüße Günther Röber

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