Stockente als erfolgreicher Fischjäger

StockenteDer morgendliche Ausflug zum Blankensee verschaffte dem Frühaufsteher nicht nur eine wunderschöne Wasserlandschaft an einem eindrucksvollen Wintermorgen mit Minustemperaturen und Nebel sondern auch wieder bemerkenswerte Vogelbeobachtungen. Neben den allgegenwärtigen Graureihern (Ardea cinerea) und Silberreihern (Ardea alba) waren auch mindestens 3 Rohrdommel (Botaurus stellaris) im ersten Dämmerungslicht zu sehen. Die Entenvögel waren mit Stockente (Anas platyrhynchos), Bergente (Aythya marila), Zwergsäger (Mergellus albellus) und Gänsesäger (Mergus merganser) gut vertreten.  Insgesamt konnte an dem frühen Morgen 31 Arten gesichtet werden.

Vom Verhalten sehr bemerkenswert war die Jagd der Stockenten. Ein Bohlensteg mitten durch das Schilf bietet auf der Ostseite des Blankensees dem Beobachter vor allem morgens sehr gute Möglichkeiten, die Vogelwelt des Schilfs zu sehen und zu fotografieren. Der Steg führt mitten durch einen Teil der sehr gut entwickelten Schilfflächen des Sees. Hier raschelte es immer wieder vernehmlich vom Aneinanderreiben der hohen Schilfhalme, ja manchmal hatte man den Eindruck, daß sich eine ganze Gruppe von anfangs unbestimmten Tieren im Schilf in Wellenform zwischen dem Schilf bewegen würde. Der Grund war anfangs nicht klar.

Irgendwann war mal eine unscheinbare Ente zwischen den Halmen zu entdecken; dann kam auch mal ein Stockentenpaar unter dem Bohlensteg hindurch heraus geschwommen. Die Verursacher des Geräuschs waren also identifiziert. Wenig später war auch deutlich, warum die Enten so ausdauernd im Schilf unterwegs waren. Ein Stockerpel hatte einen veritablen Fisch im Schnabel, der ganz offensichtlich ansatzweise zu groß für ihn war. Jedenfalls dauerte es fast 5 Minuten bis er den Fisch durch hin- und herwerfen so positioniert hatte, daß der Fisch schließlich doch in einem Stück vom Kopf her geschluckt werden konnte.

Stockenten werden normalerweise nicht mit so großer tierischer Nahrung in Verbindung gebracht. Einen Teil der im schwimmen aufgenommenen Nahrung bezieht die Stockente von der Oberfläche des Gewässers. Der werden entweder einzelne Partikel gezielt aufgepickt oder auch Pflanzenteile abgerupft. Noch häufiger als von der Wasseroberfläche wird Nahrung  aus seichtem Wasser heraufgeholt. Die Stockente gilt daher auch als Gründelente oder im Englischen „Dabbling“-Duck.

Im Winterhalbjahr scheint aber doch ein gewisser Anteil an tierischer Nahrung aufgenommen zu werden. Urs N. Glutz von Blotzheim weist im Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 2. „Anseriformes“ darauf hin, daß bei tierischer Nahrung vor allem unbewegliche und langsame Formen dominieren und zählt vor allem Mollusken , Lrf3n, Puppen und Nymphen von Insekten sowie Crustaceen auf. Fische sollen danach nur ausnahmsweise verzehrt werden. Wie das zu dem am Blankensee beobachteten Verhalten paßt, bedarf noch der Erörterung.

Die gut entwickelten Schilfflächen des Blankensees südwestlich von Berlin sind ein sehr gutes Fotorevier und u.a. bekannt für die hier im Schilf vorkommenden Bartmeisen (Panurus biarmicus).  Der oben angesprochene Bohlensteg kann entweder vom Parkplatz am Ortsausgang Blankensee Richtung Schönhagen oder vom Parkplatz mitten im Ort Blankensee (Nähe Schloß Blankensee) auf einem kurzen Spaziergang erreicht werden. Er stellt die einzige Möglichkeit dar, auf dem Blankensee Vögel nah zu beobachten, da der See ansonsten komplett von breiten Verlandungszonen mit Röhricht und Erlenbruch umgeben ist.

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