Waldschnepfe im Balzflug

WaldschnepfeMöchte man die Waldschnepfe (Scolopax rusticola) beobachten, bleibt einem nicht viel anderes übrig, als sich an den richtigen Stellen zwischen April und Juli gegen Abend auf die Lauer zu legen und den Balzflug abzuwarten, denn ansonsten drückt sich die Art tagsüber gut getarnt in die Streuschicht des Waldbodens. Balzflüge sind in Mitteleuropa zwischen Anfang März und Ende Juli zu beobachten. Die Balzaktivität nimmt dabei mit fortschreitender Jahreszeit zu und kulminiert Mitte Juni. Die Hauptbalzflugzeit in der  Abenddämmerung dauert im Juni knapp zwei Stunden wobei die Männchen zu Beginn der abendlichen Balzphase in größerer Höhe fliegen. Mit abnehmender Lichtintensität wird die Flughöhe aber bis knapp über die Wipfelhöhe der Baumbestände reduziert Die Art bevorzugt generell feuchte Auen-, Laub- und Mischwälder mit Lichtungen und Schneisen.

Doch in Brandenburg lassen sich Waldschnepfen auch in Heiden mit lichten, sandigen Kiefernwäldern wie sie in Sekundärlebensräume wie Truppenübungsplätze oder stillgelegte Tagebauflächen auftreten, beobachten. In den östlichen Bundesländern findet man diese Gebiete, die herbe Landschaften mit ausgedehnten Heiden, offenen Sandflächen, Kiefernwäldchen und manchmal sogar Wanderdünen aufweisen vor allem in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Leider sind die ehemaligen Truppenübungsplätze mit teilweise sehr hohen, bedeutsamen Siedlungsdichten aus Sicherheitsgründen großflächig nicht zu betreten und man muß sich an die öffentlich zugänglichen Wanderwege oder auch an die Zuwegungen zu Windkraftanlagen halten.

Der aufmerksame Ornithologe hat in diesen Gebieten die Chance, neben den Waldschnepfen auch den Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) auch den Brachpieper (Anthus campestris) zu sichten.

Wenn die Sonne tief steht, aber noch nicht untergegangen ist, hört man in den ausgedehnten Heiden, mit ihren offenen Sandflächen ein dezentes Schnurren aus den Heidewäldchen. Bald ist das rhythmische Schnurren des Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) die konstante Untermalung eines Sommerabends. Plötzlich ist jedoch ein quorrendes Geräusch mit einem hohen Abschlußlaut dem sogenannten „Pitzen“ zu hören. Dies sind die beiden gesanglichen Motive der Waldschnepfenbalz.

Wie bereits gesagt, sind Waldschnepfen tagsüber sehr heimlich und nur mit hohem Aufwand zu beobachten. Daher ist mit vertretbarem Aufwand nur die Beobachtung der balzfliegenden Männchen in der Dämmerung möglich. Der Beobachter profitiert dabei davon, daß Waldschnepfen über ein promiskes Paarungssystem verfügen. Es besteht keine feste Paarbindung. Der Balzflug der Männchen dient dem Zusammenführen der Geschlechter. Dabei können mehrere Weibchen in dem von einem Männchen genutzten Gebiet brüten. Die Männchen behaupten wiederum kein eigentliches Territorium mit festen Grenzen. Vielmehr können sich in gut besetzten Brutgebieten die Aktionsräume stark überlappen. Die Balzflüge erfolgen strukturgebunden und der Altersaufbau der Vegetation ist von besonderer Bedeutung. Eine hohe Heterogenität in der Altersstruktur führt dazu, daß Wälder  stark Wälder oder auch Parklandschaften ungleichartig aufgebaut sind. Der Strukturreichtum erzeugt ein mosaikartiges Muster. Wichtig ist ein hoher Anteil an Waldinnenrändern. Für die Flugbalz sind offene Flächen wie Windwurfflächen, Waldlichtungen, Schlagflächen, Verjüngungsflächen, offene Moore, Wildwiesen, Bäche, Waldwege und Schneisen bedeutsam. Balzflüge sind im Schwarzwald zwischen Anfang

Wie bereits beschrieben, nimmt die Balzaktivität mit fortschreitender Jahreszeit zu und kulminiert Mitte Juni. Während der Balzflüge sind sowohl Verfolgungsflüge von Männchen als auch Synchronflüge von Paaren zu beobachten. Überfliegende Männchen werden zudem von am Boden sitzenden Weibchen zur Paarung aufgefordert. Die Flugbalz hat damit einen essenziellen Einfluss auf die Paarfindung und damit die Reproduktion von Waldschnepfenpopulationen.

In einer Studie in den Jahren 2006 bis 2008 wurde im Nordschwarzwald mittels Synchronzählung balzfliegender Waldschnepfen nachgewiesen werden, wie der Bau von Windenergieanlagen (WEA) einen negativen Einfluß  auf diese Art hatte. An 15 Zählstandorten nahm die Flugbalzaktivität der Waldschnepfe zwischen 2006 und 2008 um 88 % ab. Die Unterschiede in der Anzahl überfliegender Waldschnepfen vor Bau der Windenergieanlagen und danach sind hoch signifikant. Die Anzahl männlicher Waldschnepfen im Untersuchungsgebiet wurde auf Basis von Synchronzählungen 2006 auf ca. 30 Individuen geschätzt. Nach Bau der WEA nutzten 2007 und 2008 noch ca. 3 – 4 Individuen das Untersuchungsgebiet. Von den 3 möglichen Ursachen, direkter Habitatverlust, Tötung und Störung wird die Störung aufgrund des promisken Paarungssystems, d.h. des Fehlens einer festen Paarbindung als bedeutsam eingestuft. Denn im Balzflug der Männchen werben diese mit Hilfe optischer und akustischer Signale. Eine Störung des komplexen Balzsystems der Waldschnepfe kann insbesondere durch eine Barriere- bzw. Scheuchwirkung der Anlagen sowie eine Störung/Maskierung akustischer Signale durch die Schallemissionen der Rotoren erwartet werden.

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