Gebirgsstelzen: Fotografie-Tipps

GebirgsstelzeEin leise dahin plätschernder Bach oder Fluß. Ein rhythmischer Ruf und schon ist der langschwänzige Vogel vorbei geflogen. Der flotte Flieger war eine Gebirgsstelze (Motacilla cinerea). Gegenüber ihren Verwandten, Bachstelze (Motacilla alba) und Schafstelze (Motacilla flava), ist die Gebirgsstelze etwas größer und auch langschwänziger. Das kräftigere, klare, flächige Gelb besonders beim Männchen, ist kaum zu überbieten. Als Lebensraum dienen der Art, die stärker an Wasser gebunden ist, als andere europäische Stelzenarten bewaldete, schattenreiche, schnell fließende Bäche und Flüsse mit Geröllufern und Nistmöglichkeiten bietenden Steilufern. Die Art kommt aber auch mitten in Siedlungen und im Gegensatz zur Wasseramsel auch an sehr kleinen, wenig Wasser führenden Bächen vor, solange sie rasch fließen und geeignete Nistplätze, schattige Stellen sowie Singwarten wie einzeln stehende Pfähle vorhanden sind. Ein guter Platz, um auf Gebirgsstelzen zu sehen und ggf. auf sie anzusitzen, ist mitten in Luckenwalde. Praktisch das ganze Jahr kann man mehrere Brutpaare an der Nuthe beobachten. Eines der Paare ist an einem ehemaligen Stauwehr zu Hause, an dem vor wenigen Jahren eine Fischtreppe eingebaut wurde. Dieser kleine Flußabschnitt liegt mitten im angrenzenden Stadtwald.

Durch die zahlreichen Stadtwaldbesucher sind die Gebirgsstelzen an „Publikumsverkehr” gewöhnt und lassen sich auch bei der Jungenaufzucht durch neugierige Blicke kaum stören. Sie machen es Beobachtern allerdings auch nicht zu leicht. Die Vögel bauen das Nest gerne in eine Nische in der gemauerten und ca. 3 m hohen Ufersteilwand.

Eine Paarbildung erfolgt in der Regel nach Ankunft am Brutplatz, doch können standorttreue Paare auch gemeinsam überwintern. Die Reviergründung erfolgt durch das Männchen. Es scheint Reviertreue die Regel zu sein. Im Brutgebiet überwinternde Männchen können den Brutplatz im Herbst und Winter in Intervallen zunächst nur am Morgen, später auch am Abend aufsuchen und Territorialverhalten zeigen. Hat sich ein Paar gefunden, inspizieren Männchen und Weibchen verschiedene Stellen, tragen zuweilen Nistmaterial herbei, das abgelegt, wieder aufgelesen und an einen anderen Ort gebracht oder fallengelassen wird. Das Verhalten läßt sich mit Geduld gut verfolgen. Die besten Ansitzplätze für die brütenden Gebirgsstelze in der weiteren Umgebung des Nests sollten so für den Fotografen einfach zu bestimmen sein.

Die Nuthe führt nach starken Niederschlägen häufig Hochwasser. So ist es nicht verwunderlich, wenn sich an einer Fischtreppe im Oberlauf allerlei Treibgut in Form von Holzstämmen und dicken Asten ansammeln kann. Sie werden von den Stelzen als Start- und Landeplatz für die kurzen Jagdflüge angenommen. Dem munteren Treiben der Gebirgsstelzen kann man stundenlang zuschauen. Ihre Beute fangen sie meistens auf kurzen Flügen. Gerne suchen sie auch die Steilwände nach Insekten ab, wobei sie oft wie Kolibris auf der Stelle rütteln. Bei diesen Flugmanövern dient der lange Schwanz als wichtiges Steuergerät. Vor der Fischtreppe führt eine neue Brücke über die Nuthe. Diese wird in den Sommermonaten an schönen Tagen den ganzen Tag von der Sonne beschienen. So herrschen für Fotoaufnahmen immer gute Lichtverhältnisse. Problematisch wird nur die räumliche Entfernung zu den Vögeln. Unter fünf Metern kommt man, bedingt durch die hohe Uferböschung, nicht an sie heran. Für einigermaßen formatfüllende Bilder muß ein Objektiv mit mindestens 500 mm Brennweite zur Verfügung stehen.

Die besten Aufnahmen gelingen zur Hochzeit in den ersten Maitagen. Die Familie der Stelzen (Motacillidae) umfaßt zwei Gattungen, die Pieper (Anthus) und die eigentlichen Stelzen (Motacilla). Während die Gattung der Pieper zahlreiche Vertreter auf weist – bei uns leben Wiesen- und Baumpieper beschränken sich die eigentlichen Stelzen auf nur vier Arten. Davon sind Bachstelze (Motacilla alba), Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) und Schafstelze (Motacilla flava) in Deutschland regulär beheimatet.

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