Schmarotzerraubmöwen auf der Vogelinsel Handa/ Schottland

Schmarotzerraubmöwe

Erste Sonnenstrahlen geben der wilden nördlichen Szenerie einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz. Das dumpfe Donnern der Wellenbrecher wird übertönt von durchdringenden Lauten, den Rufen einer unzählbaren Menge hier brütender Meeresvögel. Das ist Natur pur! Der Ort? Handa!

Handa Island bietet hier an ihren unwegsamsten und bedrohlichsten Klippen eine sichere Kinderstube für viele Arten von Alken, Möwen und auch für den Eissturmvogel (Fulmarus glacialis).  Die Insel an der Nord-Westküste ist ca. 50 Kilometer vom sturmumbrausten schottischen Nordkap entfernt gelegen. Ein wild zerklüftetes, vier Quadratkilometer großes und bis auf 150 Meter ansteigendes Eiland.

An einer Ansammlung von Häusern, die sich um einen kleinen Hafen gruppieren haben ortsansässige Fischer einen Fährverkehr eingerichtet. Es lassen sich vornehmlich interessierte Naturtouristen und passionierte Vogelkundler auf dieser Insel absetzen. Als wir eines schönen Morgens im Juli ankommen, stehen schon einige Autos und auch die dazu gehörigen Menschen drum herum. Sie sind offensichtlich aus einem eindeutigen Grund hier. Die Spektive, Ferngläser und dicken Objektive sprechen eine eindeutige Sprache. Wir habe Glück und kommen mit dem ersten Boot mit. Traumhaftes Licht am frühen Morgen. Einige dicke Wolken, ansonsten aber trocken und fast windstill. Tordalken (Alca torda) und Trottellummen (Uria aalge) schwimmen schon auf dem Sund als wir den Hafen gerade verlassen haben. Auch die erste Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) fliegt über uns hinweg. Die Fahrt über den Sund dauert nicht lange und schon landen wir an dem sandigen Strand, an dem alle Besucher abgesetzt werden. Ein echter Traum dieser Sandstrand. Wir werden von einem resoluten Volunteer in Empfang genommen. Er geleitet uns nach ein paar einleitenden Worten zu einer Hütte in der auch allerhand Zeugs aufgestapelt ist. Vor der Tür ist ein Schädel eine Bottel-nosed Whale oder Nördlicher Entenwal (Hyperoodon ampullatus) zu sehen, der hier vor 3 Jahren an die Gestade von Handa gespült wurde. Die Gruppe wird mit einer Karte eingenordet. Dann sprinten die einzelnen Birder los. Wir sind direkt bei den ersten. Jeder möchte als Erster die Vögel am frühen Morgen bewundern. Nur 2 junge Franzosen sind noch schneller mit ihren großen Canon-Objektiven. An Singvögeln sind erst mal nur Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) und Wiesenpieper (Anthus pratensis) zu sehen. Eine phantastische Landschaft, viel Heide und viel mooriges Bergland. Fast Tundra. Wir kommen zu einigen Ruinen, dieser bis vor 150 Jahren noch mit 60 Menschen bewohnten Insel. Hier sind dann auch die ersten bemerkenswerten Arten zu sehen, für die wir auf Handa gefahren sind: Skuas (Stercorarius skua) und Schmarotzerraubmöwen (Stercorarius parasiticus). Die Schmarotzerraubmöwe wird hier entweder Parasitic Jaeger oder Arctic Skua genannt. Toll ist zu beobachten wie Skuas den Schmarotzerraubmöwe immer wieder dicht auf den Fersen fliegen. Das gibt schöne Aufnahmen mit viel Action. Erstaunlich welche Wendemanöver beide Raubmöwen drauf haben. Die Schmarotzerraubmöwen sind aber besonders gewandt. An einem Hang, der das Ruinengelände überblickt, kann man mit Wonne die Schmarotzerraubmöwe in ihren eleganten Angriffs- und Verteidigungsflügen fotografisch aufnehmen. Die Schmarotzerraubmöwen sind zu Recht ein Highlight von Handa.

Zur Brutzeit im Frühsommer wird man aber sowieso nicht enttäuscht. Die richtige Jahreszeit sind die Sommerwochen zwischen Anfang Juni und Mitte Juli, wenn die vielköpfige Vogelgemeinschaft in einer großangelegten konzertierten Aktion ihren hungrigen Nachwuchs aufzieht. Jetzt ist diese auf den nordeuropäischen Vogelinseln so einzigartige typische Atmosphäre auf ihrem Höhepunkt. Überall an den Klippen, in der Luft und im Wasser sind die allen Unbilden des Wetters trotzenden Hochseevögel zu beobachten  bei Balz, Revierkampf, Jungenaufzucht und Fischfang.

Handa bietet den meisten nordischen Seevögeln (außer Kormoranen und Basstölpeln (Morus bassanus) aufgrund der Vielfalt der Biotope optimale Brutbedingungen. Auch der Mensch hat seinen Teil dazu beigetragen, daß dieses kleine und vom Felsland aus so bequem erreichbare Wunderland erhalten bleibt: Handa ist ein Naturschutzgebiet der Royal Society for Protection of Birds. Besucher werden am Anfang wie bereits beschrieben instruiert und müssen sich an die ausgewiesenen Wege halten. Dadurch konnten sich die Tiere an eine unaufdringliche, aber permanente Anwesenheit des Menschen gewöhnen. Deswegen bekommt man hier einzigartige Naturbegegnungen zwischen Mensch und Tier geboten, die anderswo nur noch selten zu finden sind.

Nicht nur auf Handa sondern auch auf anderen Vogelinseln des Nordatlantik bestehen sehr gute Fotografiermöglichkeiten. Da seien Norwegens Vogelfelsen Hornöya (Hornøya) östlich von Vardö sowie der Vogelfelse Ekkeröy bei Vadsö und die Runde, südwestlich von Ålesund (Norwegens südlichste Brutkolonie für Seevögel) genannt.  Auf den weiter nördlich gelegenen Vogelinseln – wie dem Vogelfelsen Ekkeröy bei Vadsö – kann man dann auch Dickschnabellumme (Uria lomvia) sehen. Ansonsten sind auch hier Tordalk (Alca torda), Gryllteiste (Cepphus grylle), Papageitaucher (Fratercula arctica), Sturmmöwe (Larus canus), Mantelmöwe (Larus marinus), Silbermöwe (Larus argentatus), Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla), und schließlich die Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis) zu beobachten und zu fotografieren.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird-lens.com gezielt Reisen in nahe und ferne Vogelgebiete unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Sehr schöne Vogel-Beobachtungen und – Aufnahmen konnte bird-lens.com u.a. auch in Europa in Skandinavien (Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark), in Holland, in England, in Polen, in Österreich, in Frankreich, in Portugal, in Spanien und natürlich in Deutschland von Helgoland bis Bayern machen.

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