Bartmeisen als Nahrungsspezialisten im Schilf

Bartmeise,Bartmeisen (Panurus biarmicus) sind zumindest für die Westpaläarktis ganz besondere Nahrungsspezialisten des Schilfs. Dazu sind sie sehr geschickte Kletterer. Möchte man Bartmeisen beim Fressen beobachten, ist es eine gute Strategie an den Rändern größerer Schilfflächen wie z.B. an entlang größerer Seen Bartmeisentrupps, die an frei einsehbaren Stellen des Schilfsaums mit dem Fressen beginnen, eine Weile zu begleiten.

Bartmeisen suchen eher geduldig eine ergiebige Nahrungsquelle ab und lassen sich so eine Weile beobachten und sogar fotografieren. Bei der Nahrungssuche klettern die langschwänzigen Vögel die Halme empor, um an die Samen der Schilfwedel zu gelangen. Diese werden dann systematisch leer gefressen, wobei sich die kleinen Vögel als Meisterturner erweisen. Es wird wie an der Sprossenleiter geturnt: Rolle vorwärts, Felgaufschwung, etc.. Die ganze Akrobatik des Vorgangs wird durch die Bewegungen des Halms noch unterstrichen. Bartmeisen auf Futtersuche bieten dann einen besonders anmutigen und ästhetischen Anblick, wenn eine Bartmeise, von Halm zu Halm schwirrend, bei der Landung auf dem Wedel diesen mit ihrem Körpergewicht biegt. In rasanter Talfahrt gleiten dann die Vögeln mit ihrem „Gefährt“ in Richtung Wasser. Es ist ein vergnüglicher Anblick zu beobachten, wie unterschiedlich auch hier die Individuen sind. Ängstliche Gemüter verlassen das „sinkende Schiff” sehr schnell, während erprobte Akrobaten geradezu Vergnügen an der Berg- und Talfahrt zu haben scheinen. Neigt sich der außenstehende Halm an einer Blänke im Schilfwald zur Horizontalen, dann hängen die kleinen Meisen wie im Klimmzug an der Unterseite des Wedels. Dann sind die tiefschwarzen Unterschwanzdecken sichtbar. Dies ist ein charakteristisches Erkennungszeichen, wenn auch nicht so bekannt wie die schwarzen Bartstreifen der Männchen. Aus der Nähe ist erkennbar, daß der lange Schwanz auf der Unterseite deutlich gestuft ist. Für die im Schilfwald umherfliegenden Vögel ist der Schwanz das wichtigste Steuerinstrument. Vor der Landung wird er gefächert und gestelzt. Lange Flügel würden die Bartmeisen im Dickicht nur stören, so sind die Flügel auffallend kurz und abgerundet. Ideal zum eleganten Manövrieren im Schilf. Bartzeichnung und Färbung verleihen vor allem den Männchen ein fast exotisches Aussehen: die Oberseite und der Schwanz sind zimtbraun, während die Handschwingen weißlich kontrastieren. Die Unterseite ist gräulich mit einem rosa Anflug. Auffallend sind auch die Form des Schnabels und die großen Augen mit der gelben Iris.

Gute Beobachtungsmöglichkeiten gibt, es im Winter bei klirrender Kälte Seen und Weiher innerhalb weniger Tage vereisen. Dann zaubert eine Einfall sibirischer Kälte einen richtigen Winter mit vereisten Seeflächen. Mit Vorliebe hängen Bartmeisen an der wasserzugewandten Seite des Schilfgürtels und verweilen dort in langen Phasen der Nahrungssuche und des Fressens. Gerade im Winter, wenn die Tageshöchsttemperatur unter dem Gefrierpunkt fällt, ist die ständige Nahrungszufuhr die Hauptbeschäftigung der Tiere. Obwohl die Bartmeisen im Sommer von Insekten leben, steigen sie im Winter auf die einzig verfügbare Nahrungsquellen, nämlich Sämereien, um.

Gute Beobachtungsgebiete gibt es in Brandenburg. Gut entwickelte Schilfflächen des Blankensees südwestlich von Berlin lassen sich mit Hilfe eines Bohlenstegs mitten durch das Schilf erschließen. Die Ostseite des Blankensees bietet dem Beobachter vor allem morgens sehr gute Möglichkeiten, die Vogelwelt des Schilfs zu fotografieren. Der Bohlensteg kann entweder vom Parkplatz am Ortsausgang Blankensee Richtung Schönhagen oder vom Parkplatz mitten im Ort Blankensee (Nähe Schloß Blankensee) erreicht werden.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird-lens.com gezielt Reisen an Gebiete wie die Seen Brandenburgs, den Neusiedler See aber auch an entfernte Orte unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Die schönen Bilder, die Sie in der Galerie sehen, sind nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture- Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie bird-lens.com über das Kontaktformular einfach Bescheid, wenn Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor die neuen Bilder online sind.

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