Im Eisloch: Ohrentaucher im Brutrevier

OhrentaucherGraue Wolken ziehen über das Land. Die E 6 von Lakselv am Südende des Porsanger Fjords hoch nach Nord-Norwegen bzw. zum Nordkap ist noch wenig befahren. Ab und an mal ein Wohnmobil. Kein Vergleich mit den Touristenmassen, die sich im Sommer hier tummeln. Es ist einfach noch zu ungemütlich kühl hier nördlich von Lappland. Um die Zeit – Mitte Mai – liegt immer wieder Schnee am Straßenrand. Plötzlich verdicken sich die Wolken und leise rieselt der Schnee. Der Schneeregen wechselt dann zu Graupel, dann zu Regen. Dann plötzlich brechen Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Die Sonnenstrahlen verzaubern die wilde Landschaft mit warmen Farben und alles sieht viel einladender aus. Das werden sich wohl auch die ersten Ohrentaucher (Podiceps auritus) gedacht haben. Jedenfalls sind an diesem Nachmittag 3 Paare Ohrentaucher am noch weitgehend zugefrorenen Áigirjávri-See nördlich des Örtchens Igeldas zu sehen. Das Eis mitten auf dem See ist noch zu stark, ein einziger schmaller Riß zieht sich von Seeablaß an der Straße weg zum anderen Ende des Sees. Nur direkt am Straßenrand sind eisfreie Stellen. Das muß man als Fotograf einfach nutzen. Mit dem Canon EF 400mm f/4 DO IS USM an der EOS 1 DX setze ich mich einfach direkt an die Leitplanke und warte darauf, daß das nächste Ohrentaucher-Pärchen seine Scheu verliert und zur Nahrungssuche näher kommt. Das Prachtgefieder ist schon wunderschön entwickelt. Die Wasserperlen hängen im Orange-rot der Federn. Was für ein Bild!

Welcher Ornithologe wünscht sich nicht die Beobachtung eines Ohrentauchers im Prachtkleid. Aufnahmen von Ohrentauchern im Schlichtkleid sind nämlich viel einfacher und daher häufiger. Das liegt daran, daß das Überwinterungsgebiet dieser Taucher viel weiter südlich in mitteleuropäischen Gefilden liegt. Neben den Meeresküsten sind auch größere natürliche Seen wie der Große Malchsee in Berlin aber auch geflutete Tagebaurestlöcher wie der Seelhausener See bei Löbnitz in Sachsen Heimat von überwinternden Ohrentauchern (Podiceps auritus). Mindestens 1 Exemplar hielt sich gut 3 Wochen auf dem Großen Malchsee in Berlin im Spätwinter 2015 auf. Zwischendurch konnten sogar 2 Exemplare gar nicht so weit voneinander entfernt beobachtet werden. Meistens schwimmen Ohrentaucher jedoch weiter draußen auf den Wasserflächen und nicht so fotografenfreundlich wie auf dem obigen Bild. Manchmal hat man aber auch Glück und die Taucher sind nicht allzu weit in Ufernähe zu sehen. Daher: um schöne, bunte Fotos des Ohrentauchers zu bekommen, führt ein Weg um einen Aufenthalt in ihrem eigentlichen Brutquartier nicht vorbei.

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