Pribilof: Inseln im windgepeitschten Meer

RotschnabelalkWeit draußen in der Beringsee, fast 500 km westlich vom Festland Alaskas und knapp 400 km nördlich der Aleuten, liegen die Pribilof-Inseln im windgepeitschten Meer der Beringsee. Angeblich sind die Inseln nach dem russischen Pelzhändler Gavrill Pribylov benannt, der im 18. Jahrhundert in St. George Island an Land ging. Die Witterung ist rau, die Wolken hängen tief, es regnet praktisch jeden Tag. Was also treibt Naturfreunde und Fotografen auf so schwer zugängliche, kalte, regenreiche und kulinarisch unterversorgte Inseln?

Die Antwort ist schnell gegeben. Die Inseln beherbergen wohl die größten Seevogelkolonien der nördlichen Hemisphäre. Vor allem die Insel St. George verzeichnet das größte Vorkommen an Seevögeln in der nördlichen Hemisphäre.

In diesem Archipel herrscht ein unglaublicher Reichtum an Fischen und anderen Meerestieren. Viele der aus dem Meer ragenden Felsklippen sind daher von Seevögeln vereinnahmt. Mehr als 2,5 Millionen Seevögel von 230 Arten nisten auf den Pribilofs.

Die Pribilof-Inseln werden auch das “Galapagos des Nordens” genannt. Mit seinen riesigen Kolonien von Hornlund (Fratercula corniculata) und Gelbschopflund (Fratercula cirrhata), Trottellumme (Uria aalge), Dickschnabellumme (Uria lomvia) und den Massen an Rotschnabelalken (Cyclorrhynchus psittacula), Schopfalken (Aethia cristatella), Zwergalken (Aethia pusilla) sowie der Rotgesichtscharbe (Phalacrocorax urile) und der seltenen Klippenmöwe (Rissa brevirostris) sind schon mal viele, viele Gründe für einen Besuch genannt. Die Galerie der Alken gibt dazu einige Beispiele. Weiterhin gibt es Möglichkeiten einige asiatische Irrgäste entlang des “sibirischen Express Highways“ zu beobachten.

Was einem Nordamerikaner begeistert wie die Möglichkeit Saatgänse (Anser fabalis), Reiherenten (Aythya fuligula), Zwergsäger (Mergellus albellus), Uferschnepfen (Limosa limosa), Grünschenkel (Tringa nebularia), Bruchwasserläufer (Tringa glareola), Flußuferläufer (Actitis hypoleucos), Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) oder Bergfinken (Fringilla montifringilla) zu sehen, wird einem Birder der West-Paläarktis nur ein müdes Lächeln entlocken.

Aber bei der Option auf Anadyr-Knutt (Calidris tenuirostris), Weißbrauendrossel (Turdus obscurus) und Rubinkehlchen (Luscinia calliope) werden sicher auch weitgereister Ornis Kontinentaleuropas munter. Und da sind die Raritäten noch gar nicht genannt. Möglich sind bei einem Besuch mehrerer Tage u.a. Bacchusreiher (Ardeola bacchus), Isabellbrachvogel (Numenius madagascariensis), Rotschwanzwürger (Lanius cristatus), Naumanndrossel (Turdus naumanni), Waldpieper (Anthus hodgsoni) und sogar Beringschneeammer (Plectrophenax hyperboreus) und da ist die Liste noch längst nicht zu Ende.

Sowohl St. Georg als auch die St. Paul Insel gehören zu einer Gruppe von fünf Inseln vulkanischen Inseln in der Beringsee zwischen den Vereinigten Staaten und Russland, die Pribilof-Inseln genannt werden. Die Kleinstadt St. Paul ist das einzige nennenswerte Wohngebiet auf der Inseln. St. Paul Island hat derzeit eine Schule, ein Postamt , eine Bar, ein kleines Geschäft und eine russisch-orthodoxe Kirche. Trotzdem oder gerade deswegen sind sowohl St. Paul als auch St. George ein Eldorado für Vogelfotografen. Allerdings sind die Wetterbedingungen häufig derart schlecht, daß Fotograf und Equipment einiges aushalten müssen.

Zu erreichen sind sowohl St. Georg und St. Paul Inseln von Anchorage per Flugzeug. Die Flügel von Anchorage starten zwei bis vier Mal pro Woche. Eine Alternative ist die Reise mit dem Kreuzfahrtschiff.

Der ca. 3-stündige Flug zu den Inseln ist nicht immer einfach, da dort nur auf Sicht gelandet werden kann. Unter Umständen ist man tagelang am Flughafen von Anchorage festgenagelt. Wenn in der zur Verfügung stehenden Zeit kein Flug möglich ist,  muß man ggf. unverrichteter Dinge wieder abreisen.

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