Wie und wo kann man Eisvögel fotografieren?

EisvogelEin Stecken im Wasser im schönsten Sonnenlicht und darauf ein Eisvogel (Alcedo atthis). Das ist ein Bild, das viele Naturfotografen schießen wollen. Da stellt sich natürlich die Frage, was die Vorlieben und Gewohnheiten des Eisvogels sind. Wenn man sich intensiver mit der Eisvogelfotografie auseinandersetzt, fragt man sich wie z.B. ein Lieblings-Ansitz aussehen muß, wie die durchschnittliche Höhe über dem Wasser sein sollte, wie das Ausmaß ihres Territoriums ist, welche Stellen – bzgl. Tiefe und Strömung – entlang eines Gewässers angeflogen werden.

In dem Blog über die Balzfütterung beim Eisvogel am sogenannten Hechtsee in der Feldberger Seenlandschaft konnte ja Ende April ein Paar Eisvögel sehr schön auf einem vorzüglich platzierten Stecken fotografiert werden. Hierzu muß man sagen, daß die Eisvögel, die an dem beschriebenen Ansitz zu sehen sind, auch in einer Röhre direkt im Fotoversteck brüten.

Wenn man ein solcherart hergerichtetes Versteck nutzen kann, kann man sich einfach in die Beobachtungshütte setzen, warten und genießen. Ansonsten stellt sich natürlich die Frage, auf welche potentiellen Ansitzstellen für Eisvögel man achten sollte.

Dazu ist zu sagen, daß es offensichtlich so ist, daß Eisvögel als Ansitz grundsätzlich fast alles nutzen. Ein Eisvogelansitz muß natürlich nicht nur das Gewicht des Vogels tragen, er muß auch an den richtigen Stellen über der richtigen Nahrung vorhanden sein. Eine gewisse Präferenz scheint der Eisvogel für eher stabilere Ansitze – wie im Wasser steckende Äste – zu haben. Ein Ansitz auf einem Rohrkolben oder gar auf einem Schilfhalm ist zwar auch möglich, aber weniger stark nachgefragt. Der Abstand über dem Wasser ist variable, sollte aber nicht weniger als ca. 50cm – eher um die 1,20 m bis ca. 2,50 m betragen. Das Gewässer darf nicht zu schnell fließen. Wahrscheinlich ist die Lichtbrechung dann nicht gut genug. Träge dahin fließende Abschnitte von sauberen Flüssen werden aber genauso wie klare Seen und Teiche genommen. Eisvögel werden in der Regel eher am Rand eines Gewässers jagen. Es ist ratsam, sich eine Stelle mit klarem Wasser und einem hellen Flussbett zu suchen, da der Eisvogel dann den Fisch gegen den Boden besser sehen kann. Gerne jagen sie in Stauwasser, wo sich nicht nur Fischchen sondern auch Krebse und Larven in den Untiefen sammeln. Ein Jagdansitz, der von oben gedeckt ist und einen gewissen Schutz gegen Greifvögel bietet, wird eher angenommen als eine offene Warte.

Das Wichtigste für den Fotografen ist, sein Versteck an einer Seite aufzustellen, das nicht zu sehr von anderen Menschen gestört wird. Wanderer, Jogger, Spaziergänger mit Hunden können einen Eisvogel nachhaltig von seinem Ansitz vertreiben.

Wenn der Fotograf dem Eisvogel einen Ansitz anbieten möchte, sollte er einen stabilen Stecken so setzen, daß gutes Licht für eine längere Zeit am Tage vorhanden ist. Man sollte auch nur einen Ansitz zum gleichen Zeitpunkt anbieten. Es scheint ein Gesetz zu sein, daß Eisvögel, immer dann wenn man zwei Warten anbietet, der Eisvogel auf dem anderen landet, dort wo das Objektiv gerade nicht gerichtet ist.

Eisvögel sind vorsichtig. Bewegung löst häufig unmittelbar Flucht aus. Falls dem Fotografen aber die Perspektive oder das Licht nicht gefällt, kann man die die Ansitze in unregelmäßigen Abständen anders positionieren. Denn der Eisvogel wird gerne auch auf einen anderen Ansitz Platz nehmen, sofern sich die anderen Rahmenbedingungen nicht zu stark geändert haben. Wie weiter oben bereits beschrieben, sollte ein Jagdwarte eine gewisse Mindesthöhe aufweisen. Ein Ansitz nicht zu hoch vom Wasserstand entfernt, funktioniert aber auch. Eisvögel nehmen nämlich gerne einen niedrigen Ansitz an und baden durch Eintauchen ins seichte Wasser.

Eisvögel haben bestimmte Aktivitätsmuster. So wird berichtet, daß sie eine Spitze in ihrer Aktivität am Morgen und am späten Nachmittag haben. Während der Mittagszeit herrscht eher Flaute. Eisvögel sind territorial. Das ist der Grund, warum man nicht auf eine zu lange Verweildauer vertrauen sollte. Ein ferner Konkurrent und schon schießt ein blauer Pfeil tief über die Wasseroberfläche. Außerdem fliegen sie zwischen verschiedenen Ansitzen hin und her.

Mit professioneller Unterstützung kann man Eisvögel in der Feldberger Seenlandschaft aus präparierten Fotoverstecken heraus fotografieren. An diesen Hütten besteht zusätzlich die Möglichkeit nicht nur den Eisvogel auf seiner Warte und in Action zu fotografieren sondern auch andere Vogelarten abzulichten.

Der Betreiber der Fotografier- und Beobachtungsplätze, Fred Bollmann, hat noch weitere Ansitzmöglichkeiten im Angebot, die über die Website von Fred Bollmann  zu buchen sind.

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