Alpenbraunellen im Taunus bei Frankfurt/ Main

AlpenbraunelleGenau vor 2 Jahren gab es für Birder im Rhein-Main-Gebiet eine große Überraschung. Sage und schreibe 3 Alpenbraunellen waren am 11. April 2014 am Großen Feldberg gerade mal 20 km entfernt von der Innenstadt von Frankfurt / Main zu beobachten. Nachdem ein Ornithologe, Ingo Rössler, die Art bei der Suche nach Ringdrosseln, Turdus torquatus, entdeckt hatte, waren schon mehrere Ornithologen auf dem über 800m NN hohen Gipfel gewesen, um die hier sehr seltene Art zu beobachten. Zuerst war die Rede von einem Vogel, dann waren sie angeblich weg und dann waren es doch insgesamt 3 Individuen,  die sich auf dem Großen Feldberg dem höchsten Berg des im Südwesten Hessens gelegenen Mittelgebirges aufhielten.

Als wir gegen 16:30 ankamen, trieben sich die Alpenbraunellen (Prunella collaris) gemeinsam im westlichen Innenhof direkt am großen Fernmeldeturm herum. Sie waren eifrig damit beschäftig, auf dem mit Pflaster ausgelegten Innenhof nach Nahrung zu suchen. Immer wieder flogen die Braunellen auf und landeten dann in den Regenrinnen des Funkturms. Noch bis mindestens 17:20 konnten 3 Exemplare der Alpenbraunelle im kleinen Innenhof westlich vom großem Turm auf dem Großer Feldberg gesehen werden. Die Fotografierentfernung betrug teilweise nur 8 Meter.

Auch dieses Jahr ist ein bemerkenswerter Einflug von Alpenbraunellen in Deutschland zu beobachten. Es gibt nördlich der Alpen nur vereinzelte Meldungen. So wie vor 2 Jahren meistens im April. Die größten bislang in Deutschland außerhalb der Alpen beobachteten Gruppen bestanden aus 7 Alpenbraunellen am Feldberg im Südschwarzwald und 5 Vögeln auf dem Brocken im Harz. In Hessen wurden bisher bei vier Nachweisen sechs Individuen beobachtet. Seit dem Anfang April hält sich im Bereich des Feldberg-Gipfels im Taunus ein Trupp von 20 Alpenbraunellen auf. Weitere Meldungen kommen vom Seebuck am Feldberg im Süd-Schwarzwald, von Neuhaus am Rennweg im Thüringer Wald und 4 Alpenbraunelle wurden am Wurmberg / Großer Winterberg im Harz bei Schierke gesichtet. Letztere trieben sich sehr beobachterfreundlich am Rand von Restschneeflächen auf der Nordpiste unterhalb der “Hüttengaudi” zusammen mit Buchfinken herum.

Die Suche lohnt sich sicher auch die nächsten Tage noch. Für Frankfurter sollte es sinnvoll sein, nicht nur den Gipfel des Großen Feldbergs sondern auch den Altkönig intensiv abzusuchen.

Auch sonst ist der Taunus zu Zugzeiten interessant. So ist immer wieder die Ringdrossel, Turdus torquatus, zu sehen. So u.a. auch wie im Blog beschrieben im September 2012 in der Nähe von Riedelbach , in der schönen Riedelbacher Heide auf mehr als 500 m über dem Meeresspiegel ( NN ). Damals konnten insgesamt 6 Individuen gesehen werden. Die Vögel waren allerdings sehr zurückhaltend und versuchen den Kontakt mit dem Fotografen zu vermeiden. Sie ließen fast die ganze Zeit ihre Kontaktrufe erlklinge.

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