Lerchenparadiese in den Kap-Provinzen Südafrikas

Karoo-LangschnabellercheDie Vielzahl der Lerchenarten ist eine der Besonderheiten des südlichen Afrika. Auch und vor allem die Western Cape Province und die Northern Cape Province bieten beste Voraussetzungen um ein gutes Dutzend Arten zu sehen. Bushmanland, Westküste, Karoo und Namaqualand sind die Regionalnamen der Plätz, die man aufsuchen sollte, um eine große Auswahl an Lerchen sowie einige andere Trockengebietsarten des südlichen Afrika – darunter etliche endemische Arten – zu beobachten.

Das Buschmannland – zum Beispiel – ist eine riesige, dünn besiedelte Halbwüste von vollendeter Schönheit. Die Landschaft ist von steinigen Ebenen geprägt, die verstreut von niedrigen Büschen oder auch Dünenfeldern unterbrochen sind. Die Schönheit der Landschaft wird der ernsthafte Vogelbeobachter genauso schätzen, wie den Reichtum an endemische Arten des südlichen Afrikas. So kommt im Buschmannland die Kalaharilerche (Calendulauda burra) vor. Sie hat im Buschmannland weltweit ihre einzige Verbreitung.

Die Koa-Dünen süd-westlich von Pofadder sind ein besonderer Schwerpunkt der Verbreitung der Kalaharilerche. Dies ist ein bekannter Ort für die farbenprächtigere Dünenform. In der Tat ist sie an den Koa-Dünen eine der häufigsten Vögel. Die Lerchen sind am leichtesten in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag zu beobachten. Dann sind ihre stotternden, knarrenden Rufe und Gesänge weit über die Dünenkämme zu hören. Die vorherrschende Farbe der Dünenfelder ist rot. Nur von Zeit zu Zeit wird der Farbeindruck von spärlich begrünten aber immer noch eindrucksvollen, flachen Weiten und einem gelegentlichen Bergrücken unterbrochen. Die Kalaharilerche wechselt nach ihren Gesängen, meist vorgetragen von der Spitze eines Gestrüpps, zur Nahrungssuche auf den sandigen Boden und wird dann in der Regel zwischen den Büschen laufend gesehen.

Auch Schwarzwangenlerche (Eremopterix australis) und Ammernlerche (Spizocorys sclateri) sind am leichtesten in dieser Region zu sehen. Auch die Ammernlerche ist weitgehend auf diese Region beschränkt. Diese Art ist insofern einzigartig unter den Lerchen, dass sie nur ein Ei legt. Dieses Phänomen scheint aber dem rauen Lebensraum geschuldet zu sein. Denn auch andere Arten dieses Wüstenlebensraums zeigen dieses Verhalten. Ammernlerchen gehören zu den sogenannten nomadischen Arten, die in Abhängigkeit von Niederschlägen in der Region auftreten – oder auch nicht.

Ein recht häufiger Vogel der steinigen Ebenen ist die bezaubernde Zirplerche (Chersomanes albofasciata), die auch Spikelerche genannt wird. Diese Vögel bewegen sich in kleinen, aktiven Gruppen ruckartig über den trockenen mit Kieselsteinen und Grasbüscheln versehenen Sandboden.  Bei einem Besuch an den Koadünen mitten am Tag war die Ausbeute naturgemäß geringer als sie am frühen Morgen gewesen wäre. Dafür waren Morgenausflüge in die Gegend von Brandvlei und in der West-Coast-Umgebung von Velddrif sehr produktiv. Gemeinsam war allen Gebieten ihre ausgesprochene Trockenheit, die noch durch die geringen Niederschläge im vorangegangenen Winter verschärft worden war.

An den Koadünen konnten so Zirplerche (Chersomanes albofasciata), Karoo-Langschnabellerche (Certhilauda subcoronata), Graurückenlerche (Eremopterix verticalis) und Falblerche (Spizocorys starki) beobachtet werden. In der Umgebung von Brandvlei waren sehr schön Sabotalerche (Calendulauda sabota) und Karoo-Langschnabellerche zu sehen. Und in der Umgebung von Velddrif konnten schöne Fotoaufnahmen von Rotkappenlerche (Calandrella cinerea) und Dickschnabellerche (Galerida magnirostris) gemacht werden.

Um die wachsende Nachfrage nach Top-Aufnahmen von Vögeln zu bewältigen, ist Bird-lens.com bestrebt, den Umfang und die Vielzahl von Vogelbildern weiter auszubauen. Reisen an abgelegene Orte, um Bilder seltener Vögeln der Westpaläarktis aber auch anderer Avifaunen zu machen, waren sehr erfolgreich. Ebenso bringen Ausflüge in die nähere Umgebung immer wieder schöne Eindrücke und manch seltene Beobachtung. Dieses schöne Bild der Karoo-Langschnabellerche erinnert den Westpaläarktis-Ornithologe auf Anhieb an eine Wüstenläuferlerche (Alaemon alaudipes). Auch wenn die oberflächliche Übereinstimmung nur der Konvergenz aufgrund des Lebensraums zuzuschreiben ist, so ist der Vergleich doch faszinierend. Das Bild des Blogs und die Bilder in der Lerchen- Galerie sind nur ein erster Eindruck, was Sie in der im “Picture-Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

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