Ostsibirienmöwe: Erstbeobachtung in der Westpaläarktis

OstsibirienmöweEine Vega Gull, also eine Ostsibirienmöwe (Larus vegae), ist am 10. Januar 2016 in Irland, in der Nähe des Hafens von Duncannon, in der Grafschaft Wexford entdeckt worden. Der Birdguides-Artikel von Killian Mullarney beschreibt sehr schön, wie der Autor in einer große Ansammlung von Möwen in der Nähe von Duncannon diesen Irrgast entdeckte. In den Vormonaten hatte er neben den vielen Silbermöwen (Larus argentatus) bereits einige Mittelmeermöwen (Larus michahellis), eine Ringschnabelmöwe (Larus delawarensis) und eine Steppenmöwe (Larus cachinnans) im ersten Winterkleid. Letztere Beobachtung ist eine Besonderheit, da Steppenmöwen als sehr seltene Vögel in Irland betrachtet werden. Die Möwen werden an den Fischerhafen durch die große Schwärme von Sprotten angelockt, die lokale Fischer in großen Mengen an Land zogen. Am Morgen des 10. Januar hatte er die Gelegenheit ein paar Stunden am kleinen Fischerhafen von Duncannon zu verbringen. Einer Stelle ist besonders produktiv, da hier an Polarmöwen (Larus glaucoides) und Eismöwen (Larus hyperboreus) manchmal verweilen und aus der Nähe betrachtet werden können.

Am Morgen des 10. Januar hatte er die Gelegenheit ein paar Stunden am kleinen Fischerhafen von Duncannon zu verbringen. Einer Stelle ist besonders produktiv, da hier Polarmöwen (Larus glaucoides) und Eismöwen (Larus hyperboreus) manchmal verweilen und aus der Nähe betrachtet werden können. Hier bemerkte er eine Ansammlung von rund 40 großen Möwen auf den algenbewachsenen Felsen im Süden des Hafens, die glücklicherweise waren alle im Schatten des imposanten Duncannon Fort und damit gut beobachtet werden konnten. Es waren überwiegend Silbermöwen. Nur ein Vogel, ein erwachsenes Tier  mit leicht, aber deutlich dunkler gefärbter Oberseite, fiel auf Anhieb auf. Die erste Idee war, daß es sich um Larus argentatus argentatus, die nördliche oder  skandinavische Unterart der Silbermöwe handelte. Dies ist zwar kein ganz ungewöhnlicher Vogel im irischen Winter, aber doch selten genug, daß sich ein zweiter Blick lohnt.

Doch Etwas paßte irgendwie nicht. Es dauerte nicht lange, bevor registriert wurde, dass der Vogel dunkle Augen hatte. Das wäre in der Regel bei einer adulten argentatus Silbermöwen nicht zu erwarten. Sofort kamen dem Autor die vielen Bilder großer Möwen am weltberühmten japanischen Möwen-Hotspot von Choshi Harbour in dem Sinn.

Wie bei Kumlien Möwe, die von bird-lens.com im Norden von Norwegen vom 28. Februar bis zum 3. März gesichtet wurde, lohnt es sich bei größeren Möwenansammlungen – vor allem im Winter – genau auf die Artkennzeichen der versammelten Taxa zu achten. Auch Larus glaucoides kumlieni war eine ganze Weile praktisch unbekannt als Vertreter der westpaläarktischen Avifauna. Erst ein Mehr an Beobachtern und die intensivierte Auseinandersetzung mit den – teils geringen – morphologischen Unterschieden führten zu einigen Beobachtungen.

Die genauen Bestimmungsmerkmale und ihre Entdeckung werden ausführlich in dem Birdguides-Artikel von Killian Mullarney beschrieben.

Die Ostsibirienmöwe ist ein recht typischer Vertreter einer sogenannten Ringspezies. Der taxonomische Status ist inzwischen allgemein als „full species” anerkannt. Doch wird dieses Taxon in älteren Publikationen bei einigen Autoren noch als Subspezies der Silbermöwe (Larus argentatus) betrachtet. Nah verwandte Taxa sind jedenfalls Larus argentatus, Larus cachinnans, Larus smithsonianus. Vertreter von Ringspezies bestehen aus mehreren meist morphologisch deutlich unterscheidbaren Populationen, bei denen Individuen benachbarter Populationen sich zwar paaren und erfolgreich Junge aufziehen (also Gene austauschen) können, dies jedoch zumindest bei einigen der nicht-benachbarten Populationen nicht mehr möglich ist.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis zu bewältigen, ist Bird-lens.com bestrebt, das Spektrum der Bilder von Vögeln der Westpaläarktis weiter auszubauen. Trips zu abgelegenen Orten, um Bilder von seltenen Vögeln der Westpaläarktis zu machen, waren sehr erfolgreich. Ebenso bringen Ausflüge in die nähere Umgebung immer wieder schöne Eindrücke und manch seltene Beobachtung, die – wenn es gut läuft – auch mit Fotos gekrönt werden kann. Dieses schöne Bild der Ostsibirienmöwe entstand in ihrer eigentlichen Heimat in Ostasien. Das Bild ist nur ein erster Eindruck, was Sie in der Galerie im  “Picture-Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

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