Cape pelagic Highlights: 3 Arten von Albatrosse

WeißkappenalbatrosEin Albatros (Thalassarche sp.) als Fotobeute. Das ist der Traum. Ein früher Morgen. Frische Seeluft, blauer Himmel und keine Wolke am Himmel. Auch der Wind der Vortage hat sich gelegt. Ideale Bedingungen für eine Fahrt vor die Südspitze der Kaphalbinsel, die ansonsten für ihre stürmische See bekannt ist. Alle Teilnehmer dieser extra übers Internet gebuchten Reise waren erwartungsfroh, einen schönen, aufregenden Tag auf See zu genießen. Nach dem Ausfahren aus dem Stadthafen von Simon’s Town an diesem frühen Sonntagmorgen nahmen wir sofort Kurs auf die Südspitze der Kaphalbinsel und passierten die letzten Häuser von Simon’s Town und Boulders Beach mit seiner Pinguinkolonie. Wenig später dann auch die in der Nähe von Smitswinkel Bay gelegenen Felsen mit den Kormoranen, von denen wir aber nur Kapscharben (Phalacrocorax capensis) und Weißbrustkormorane (Phalacrocorax lucidus) sahen. Auffallend waren die vielen Sportfischerboote, die morgens früh schon unterwegs waren. Offensichtlich optimale Fanggründe.

Der erste, richtige Seevogel, den wir sahen, war ein Kaptölpel (Morus capensis), der schon auf der Höhe der ersten Kormoranfelsen über uns hinweg flog. Kaptölpel sind wie ihre europäischen Verwandten kräftige Flieger. Später können wir diese fischfressenden Vögel, bei ihren sturzflugartigenTauchgängen aus beträchtlicher Höhe bewundern. Möwen wurden nun auch immer häufiger. Von denen fielen mir aber nur die kräftige Dominikanermöwe (Larus dominicanus) auf. Als wir an der Südspitze der Halbinsel das untere Cape Point Lighthouse  passiert hatten, wurden die Wellen deutlich höher.

Mit zunehmenden Wellengang werden auch die Seevögel häufiger. So begegneten uns die ersten Sturmtaucher. Es waren Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris diomedea). Kein großes Ding für mich. Aber die anderen Reisenden – vor allem die älteren Ladies – waren schon mal sehr beeindruckt. Gerade als wir Cape Point Lighthouse  passiert hatten, konnte ich auch eine Raubmöwe mit deutlichen weißen Handflecken sehen. Dies stellte sich – auch ohne Foto – leicht als Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus) heraus. Die Wellen wurden immer höher – ich hatte den Eindruck, daß sich das Schiff ganz schön an den bestimmt 2-3 hohen Wellen abarbeiten mußte.

Jedenfalls kämpften wir uns eine ganze Weile durch die Seeberge. Der kalte Benguela-Strom trifft südlich von Kapstadt auf den Festlandsockel der Kontinentalplatte. Dabei wird nährstoffreiches Wasser mit Plankton hochgespült . Dies unterstützt eine Fülle pelagischer Seevögel, die hier relativ nah an Land anzutreffen sind. Diese pelagische Ausflug wird mit den schönen Konzentrationen von Albatrossen, Sturmvögeln und Sturmtaucher beworben. Dies gilt insbesondere, wenn man einen der kommerziellen Fischtrawler findet. In seinem Kielwasser kann Vogelbeobachtung wirklich spektakulär sein. Etliche Arten und Individuen von Seevögeln finden sich im Kielwasser des Schiffes um sich von den Fischabfällen füttern zu lassen. Auch Wale und Delfine sind fast immer anzutreffen, und man hat gute Chancen, Brydewal (Balaenoptera brydei) und Schwarzdelfin, (Lagenorhynchus obscurus) zu sehen. Erstmal passiert aber: nichts.

Dann geht es ganz plötzlich. Wie aus dem Nichts kommt auch schon der erste Lifer (fast-Lifer): ein Weißkinn-Sturmvogel (Procellaria aequinoctialis) angeflogen. Wow, was für ein imposanter Bursche. Der helle, fast gelbe Schnabel ist schön zu sehen. Wenig später ein ebenfalls ganz dunkler Petrel. Doch halt der ist doch zierlicher und hat auch keinen hellen Schnabel. Ja, das ist doch ein Dunkler Sturmtaucher (Puffinus griseus). Hey, der erste Hochsee-Shearwater. Die Seevögel kommen anfangs nur sporadisch vor. Und wenn sie kommen, kommen sie meist schnell an und sind dann schnell wieder verschwunden In Kombination mit dem Wellengang nun wirklich keine optimalen Voraussetzungen für die Seevogel-Fotografie. Entlang des Weges raus auf´s Meer werden wir Zeugen eines erstaunlichen Schauspiel. Dies, als eine größere Anzahl von Gelbflossenthunfischen (Thunnus albacares) auf Jagd aus dem Wasser steigt und einen Fischschwarm gemeinsam jagt. Dies spielt sich zwar alles unter der Wasseroberfläche ab. Aber die Vögel – insbesondere Flußseeschwalbe (Sterna hirundo), Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) und Kaptölpel sind natürlich sofort zur Stelle. Wirklich eindrucksvoll.

Es dauerte noch eine Weile bis wir in der Ferne einige Fischerboote sahen. Ein Langleinenfischer war der Mittelpunkt einer Szenerie, die auch von einigen Sportfischern genutzt wurde. Hier fing das Birder-Paradies nun wirklich an. Direkt konnten wir viele Seevögel kreisend, tauchend, streitend beobachten. Darunter 3 Arten von Albatrossen. Auf Anhieb ist es nicht leicht die Arten auseinander zu halten. Alle sind groß, breitflügelig, haben einen grau-weißen Kopf, ein markant hervorgehobenes Auge und nur manchmal (abhängig vom Alter) ist der Schnabel schwarz-gelb. Mit ein wenig Erfahrung konnte man dann aber doch Shy Albatross, Atlantic Yellow-nosed Albatross und Indian Yellow-nosed Albatross auseinander halten. Dazwischen immer wieder White-chinned Petrel (Procellaria aequinoctialis). Dazwischen sind nur noch selten Dunkler Sturmtaucher zu beobachten. Der Hit ist aber ein wunderschön schwarz-weiß gezeichneter, flotter Flieger, der Kapsturmvogel (Daption capense).

Schließlich taucht auch ein Subantarctic Skua (Stercorarius bzw. Catharacta antarctica) im bereits aus dem Nordatlantik von seinem Artgenossen, der Skua (Stercorarius skua) bekannten eleganten Flug auf. Auf Anhieb würde ich keinen Unterschied erkennen. Wenig später herrscht große Aufregung: ein Great Shearwater (Puffinus gravis) ist gesichtet worden. Na, gut. Das ist jetzt nichts Prickelndes für mich. Schließlich fliegen Kappen-Sturmtaucher (Puffinus gravis), Dunkler Sturmtaucher (Puffinus griseus), Weißkinn-Sturmvogel (Procellaria aequinoctialis), Kapsturmvogel (Daption capense), Kaptölpel (Morus capensis) mit einigen Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) mit den großen Seevögeln um die Wette.

Es liegen aber auch unheimlich viele halbe Fische –  vor allem deren Köpfe – in der See. Auch unser Boot zieht den ein oder anderen ganzen Fisch – noch mit Angelschnur – aus dem Wasser. Es ist ein Wunder, daß sich während unserer Anwesenheit nur ein Dunkler Sturmtaucher in einer Schnur verheddert, dann aber doch freikommt.

Schließlich tauchen auch noch alte Bekannte auf: Buntfuß-Sturmschwalbe (Oceanites oceanicus) und Sturmschwalbe (Hydrobates pelagicus). Ich habe auch den Eindruck, daß die beiden Giant-Petrels zum Ende hin häufiger werden. Beide habe ich in meiner Datenbank wieder mal unter anderem Namen stehen. Und zwar als Antarctic Giant-Petrel (Southern Giant Petrel) und als Hall’s Giant-Petrel (Northern Giant Petrel) stehen. Teilweise hat man einen tollen Blick auf das emsige Geschehen. Wie von einem Berg aus, guckt man ins Tal, wo sich die Vögel um die Fische balgen. Auch Seelöwen – wohl Südafrikanische Seebären (Arctocephalus pusillus) – tauchen zwischendurch auf. Es ist also alles da. Wir kreuzen so sicher gut 1,5 Stunden um die Sportfischer und den Longliner herum.

Zum Mittagessen genannten Sandwich genießen wir noch den Blick auf das offene Meer und die eifrig weiter fliegenden und streitenden Vögel. Der Skipper gibt dem Guide das Zeichen. Es ist Zeit für die Rücktour. Widerwillig nehmen wir zur Kenntnis, daß es Zeit für uns ist, zurück in Richtung Simons Town zu fahren.

Das ist dann also die Liste der Spezies, die wir off-shore gesehen haben:

Shy Albatross

Black Browed Albatross

Atlantic Yellow-nosed Albatross

Indian Yellow-nosed Albatross

Southern Giant Petrel

Northern Giant Petrel

White Chinned Petrel

Pintado Petrel

Wilson’s Storm-Petrel

European Storm-Petrel

Great Shearwater

Sooty Shearwater

Cory’s Shearwater

Subantarctic Skua

Parasitic Jaeger

Arctic Tern

Cape Gannet

Wow, ein super Trip. Die Highlights waren natürlich die Albatrosse. Atlantik-Gelbnasenalbatros, Indischer Gelbnasenalbatros und Weißkappenalbatros und dann natürlich noch die mächtigen – wenn auch häßlichen – Northern und Southern Giant Petrels. Wahrlich ein Höhepunkt dieser Reise nach Südafrika!

Neben den Pelagic Trips von Hatteras/ NC oder den Scillies (UK) ein weiterer Beitrag zur Vervollständigung des bird-lens.com Portfolios an Hochseevögeln.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis zu bewältigen, ist Bird-lens.com bestrebt, das Spektrum der Bilder von Vögeln der Westpaläarktis weiter auszubauen. Trips zu abgelegenen Orten, um Bilder von seltenen Vögeln der Westpaläarktis zu machen, waren sehr erfolgreich. Ebenso bringen Ausflüge in die nähere Umgebung immer wieder schöne Eindrücke und manch seltene Beobachtung, die – wenn es gut läuft – auch mit Fotos gekrönt werden kann. Die schönen Bilder der Galerie der off-shore Vögel sind nur ein erster Eindruck, was Sie in der Galerie im “Picture-Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

 

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