Ringelgänse auf Texel

RingelgansDie südlichste der westfriesischen Inseln ist die Insel Texel. Sie liegt am südwestlichen Rand des Wattenmeeres – schräg oberhalb von Amsterdam. Texel ist leicht zu erreichen, da die Autofähren fast stündlich von Den Helder nach De Horntje auf Texel herüberfahren.
Am eindrucksvollsten ist die große Zahl von Ringelgänsen. Die Ringelgans ist an Kopf, Vorderbrust und Hals bis auf einen kleinen weißen Fleck fast schwarz. Die weißen Flecken sind individuell verschieden, können jedoch so groß ausfallen, daß sie sich vorne am Hals zu einem Ring schließen, woraus sich ihr Name ableitet. Auch Schnabel und Beine und Augen sind schwarz. Ringelgänse werden in 3 Unterarten gegliedert. Die westsibirische Unterart (Branta bernicla bernicla) deren Brutgebiete hauptsächlich auf der Jamal Halbinsel, vor der Küste Westsibiriens, in der Kama See, auf der Taimyr Halbinsel und der Sewernaja Semlja liegen. Die zweite östlichere Subspezies (Branta bernicla nigricans) ist etwas dunkler, dagegen die Rückenfärbung etwas bräunlicher und die Halsflecken sind als Ring ausgeprägt. Ihr Brutgebiet geht über Zentral- und Ostsibirien bis nach Alaska.
Die dritte etwas hellbäuchigere Unterart (Branta bernicla hrota) lebt in Nordamerika, Grönland und auf Spitzbergen. Alle 3 Arten sind schon an den Küsten der westfriesischen Inseln nachgewiesen worden. Sie ernähren sich von Seegras-, Grünalgen und Andelgrasflächen im Winter. Durch den starken Rückgang dieser Gräser sind die Gänse auf Gras- und Wintersaatflächen des Binnenlands ausgewichen.
Die Ringelgans gehörte noch im letzten Jahrhundert zu den häufigsten Wintergästen im Wattenmeer. Durch starke Bejagung und den Rückgang des Seegrases gab der Bestand in den 50er Jahren weltweit auf nur noch 20.000 Tiere nach. Der Bestand erholte sich zwischenzeitlich und wuchs auf ca. 250.000 bis 300.000 zu Ende des 20. Jahrhunderts.
Der Bestand der schwarzbäuchigen Ringelgans (Branta bernicla nigricans) sank von einigen tausend Tieren um das Jahr 1900 auf wenige hundert in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, betrug aber um die Jahrtausendwende wieder etwa 4000 Tiere. Der Bestand der hellbäuchigen Ringelgans (Branta bernicla hrota) ist nur schwer zu quantifizieren. Er sank seit 1900 von insgesamt etwa 10.000 Tieren ab, um sich dann seit der Mitte des Jahrhunderts wieder zu erholen und lag 2003 wieder bei etwa 25.000 Tieren. Insgesamt wird der Gesamtbestand der Art auf 570.000 Tiere beziffert.

Die Gänse fliegen noch vor Sonnenaufgang zu Tausenden vom Wattenmeer auf die Insel. Zuerst trinken sie immer etwas Süßwasser, dann fliegen sie zu einer guten Nahrungsquelle (meist auf einer Wiese), landen und fangen direkt schon an zu fressen. Sie unterbrechen diesen Freßvorgang eigentlich nur bei Störung, oder wenn sie die Wiese entsprechend kurz geschoren haben. Wegen ihres Freßverhaltens sind sie bei den Landwirten nicht unbedingt beliebt.
Äsende Gänse – aber auch Sing- oder Zwergschwäne (Cygnus sp.) – lassen sich gut aus dem am Straßen- oder Wegrand parkenden und obendrein warmen Auto heraus fotografieren. Für Flugaufnahmen hat sich eine besondere Technik bewährt. Die Gänse wechseln wie oben beschrieben ihren Standort zwischen dem Wattenmeer und den Wiesen auf der Insel. Dabei fliegen sie in geringer Höhe über die Wiesen und Deiche. Man kann sich dann im Rücken nah an die Oberkante hinter eine der zahlreich vorhandenen Deiche legen, ein mittleres Tele, wie ein Canon 400mm f 4,0 DO IS USM-Tele in Stellung bringen und einfach nur warten. Persönlich lege ich noch eine zweite Kamera mit einem Canon EF 70-200mm 1:4L IS USM “schußbereit” neben mich. So gewappnet, warte ich auf Gänsetrupps, die ihren Anflug durch Rufe ankündigen. So kommt man auch im Winter zu Flugaufnahmen mit einer überraschenden Perspektive.

Neben Ringelgänsen bieten die westfriesischen Inseln und die angrenzenden Küstenregionen im Winter hervorragende Beobachtungsmöglichkeiten auch für andere Vogelarten. Auch in den Niederlande ist das Wattenmeer für viele nordische Vogelarten Rast-, Ruhe- und Winterquartier. Gänse und Schwäne bevölkern zu Tausenden das Watt, die Salzwiesen und die küstennahen Feuchtgebiete.

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