Stabbursdalen: Eulen und Spechte

DreihzehenspechtIn Norwegen, dem Land der Fjords, der Fjells, der endlosen Wälder, der weiten Moore und Seen, liegt der reizvolle Stabbursdalen-Nationalpark. In seiner urwaldartigen Landschaft machen sich auf leisen Schwingen die Vögel der Nacht auf die Jagd. Wer in die geheimnisvollen Augen der versteckt lebenden Eulen des Stabbursdalen-Nationalparks schauen will, muss jedoch viel Geduld mitbringen. Durch seine faszinierende Landschaft mit steilwandigen Felsschluchten, tosenden Wasserfällen und blumenreichen Schwemmwiesen bahnen sich die Flüsse Stabburselva und weitere Flüsse mit ihren zahlreichen Seitenarmen den Weg. Urwaldartige Mischwald- und Fichtenbestände säumen die Flüsse und Bäche, wohingegen auf den trockenen Flächen beerenkrautreiche Kiefernwälder überwiegen. Bis in den Mai hinein ist die Landschaft des Stabbursdalen-Nationalparks mit einer weißen Schneedecke überzogen. Auf dem Stabburselva stapeln sich dann krachend die Eisschollen.

Gut 100 Vogelarten finden im Nationalpark und dessen Umland ihren Lebensraum. Davon brüten viele Arten in diesem Gebiet. Moore und Sümpfe, wie das üppige Feuchtgebiet Luobbal, sind wichtige Rast- und Nistgebiete, die ideale Brutmöglichkeiten für Limikolen und Wasservögel bieten. Der Fitis (Phylloscopus trochilus) ist der häufigste unter den Brutvögeln. Ebenfalls zahlreich brüten Rotdrossel (Turdus iliacus), Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca), Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus), Baumpieper (Anthus trivialis), Bergfink (Fringilla montifringilla) und Gimpel (Pyrrhula pyrrhula). Die Eulen sind dagegen bedeutend seltener. Ihre geringe Dichte, vor allem in den kargen Kiefernwäldern, erfordert viel Geduld des Beobachters. In den feuchteren Zonen, den Auwäldern an Bächen und Flüssen sowie den Mooren, sind die Möglichkeiten zur Beobachtung und Fotografie der Eulen besser.

Der Rauhfußkauz (Aegolius funereus) ist die häufigste Eulenart im Stabbursdalen-Nationalpark und lebt in naturnahen Nadelwäldern mit Lichtungen und Dickicht. Das Männchen balzt bereits im März und bietet dem Weibchen verschiedene größere Höhlen in alten, abgestorbenen Bäumen oder entsprechende Nistkästen an. Das Weibchen bleibt während der Brut und kurz nach dem Schlupf der Jungvögel in der Höhle. Für das Heranschaffen der Nahrung ist allein das Männchen verantwortlich. Die Jungen bleiben nach dem Ausfliegen noch eine Woche in der Nähe des Brutplatzes. Gerne nutzt ein flügger Rauhfußkauz (Aegolius funereus) einen Baumstamm zur Tarnung.

Die Ausflüge der Jungen werden Tag für Tag immer ausgedehnter, bis sie drei bis sechs Wochen nach dem Ausfliegen selbstständig sind. Die Männchen sind standorttreu, die Weibchen und Jungvögel wandern in zum Teil mehrere hundert Kilometer entfernte Gebiete zum Überwintern.

Ein besonders eleganter und geheimnisvoller Vogel mit hellem Gesichtsschleier und dunklen Augenringen lebt in der offenen Landschaft, in den Mooren und Feuchtwiesen des Stabbursdalen- Nationalparks: die Sumpfohreule (Asio flammeus). Die Männchen führen im Mai, nachdem sie aus ihren Überwinterungsgebieten in Süd- und Mitteleuropa zurückgekehrt sind, eindrucksvolle Balzflüge vor. Sie steigen hoch auf, stürzen plötzlich ab und schlagen die Flügel in schneller Folge unter dem Bauch zusammen. Dabei geben sie charakteristische Balzrufe von sich. Tagsüber und in den Abendstunden ist die Sumpfohreule beim Jagen im niedrigen Such- und Rüttelflug gut zu sehen.

Im Stabbursdalen-Nationalpark und den umliegenden Gebieten kommt die Sumpfohreule vor allem in den westlichen und nordöstlichen Teilen vor und kann dort am besten in den Monaten von Mai bis August beobachtet werden. Bei dieser Eule schwankt der Bestand je nach Nahrungsangebot recht stark.

Die Sperbereule (Surnia ulula) ist nur unregelmäßig im Nationalpark anzutreffen. Ein besonderer Vertreter dieses Kiefernforstes mit seinen vielen, alten Bäumen ist der der Dreizehenspecht (Picoides tridactylus). Wie sein Name vermuten lässt, hat der Dreizehenspecht tatsächlich nur drei Zehen – zwei sind nach vorn, eine ist nach hinten gerichtet. Alle übrigen Spechte haben deren vier. Der schwarz-weiße Vogel ist etwa so groß wie ein Buntspecht, wirkt aber dunkler. Die Männchen haben einen gelben Scheitel, das Weibchen eine dunkelgrau-schwarzen. Der Dreizehenspecht lebt im Nadelwaldgürtel von Nord-Europa bis Japan, sowie in Nordamerika. Der Dreizehenspecht ist eng an Koniferen gebunden und besiedelt bevorzugt naturnahe Bestände, die reich an stehendem Totholz sind. Der Dreizehenspecht profitiert von der extensiven Bewirtschaftung der nordischen Wälder im Nationalpark, da hier viele absterbende und tote Bäume vorhanden sind. Als ein weiterer Specht ist der Kleinspecht (Dendrocopos minor) zu nennen, der aber noch seltener als der Dreizehenspecht zu entdecken ist. Weiches Holz bevorzugt der Kleinspecht. Der Kleinspecht brütet in Mischwäldern oder reinen Laubwäldern. Weichhölzer wie Weiden und Pappeln bevorzugt er. Insgesamt hält er sich gerne in lockeren Waldbeständen auf. Daher wird man ihn im Park am ehesten entlang des „Stabbursfossen”-Trail in den Auen des Stabburselva antreffen.

Der Stabbursdalen Nationalpark weist den nördlichsten Kiefernwald der Welt auf. Informationen zum Park kann man im nördlichsten Nationalparkcenter Skandinavien einholen, dem Stabbursnes Naturhus og Museum.

Der Park befindet sich nur 15 km von Lakselv entfernt und leigt 150 km südlich des Nordkaps. Mehr Informationen zum Stabbursnes Naturhus og Museum finden Sie hier.

Gut ausgebaute Wanderwege führen vom Parkplatz am nördlichen Ende des Parkes in das Lompola-. Mehrere Wege, wie zum Beispiel der „Stabbursfossen”-Trail, führen zu den schönsten Plätzen im Park und vermitteln einen Überblick über die landschaftlichen, geologischen und botanischen Besonderheiten. Ein weiterer markierter Weg, geht durch alten und verkümmerten Pinienwald hoch auf den Berg Bingalvarre.

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