Gelbschnabeltaucher vor Slettnes/ Norwegen

GelbschnabeltaucherDas Motorboot dümpelt in der Dünung vor dem Leuchtturm von Slettnes im äußersten Norden von Norwegen. Die Ausbeute an Seevögeln, die auf Augenhöhe am Boot vorbeiflogen – teilweise auf 5 Meter Entfernung – war schon sehr gut gewesen. Vor allem Krähenscharben (Phalacrocorax aristotelis), Papageitaucher (Fratercula arctica), Tordalken (Alca torda), Grylteisten (Cepphus grylle) und Basstölpel (Morus bassanus) konnten bereits auf der Foto-Liste verbucht werden. Nun war es schon fast Mittag und die Sonne stand recht steil am Himmel. Kein besonders gutes Fotolicht. Es wurde an der Zeit, das Gebiet wieder zu verlassen und in den Hafen von Mehamn Norwegen, dem nördlichsten Fischerdorf der Welt, zurück zu fahren.

Da tauchte von Zeit zu Zeit ein spitzer Schnabel aus den Wellen auf. Die Entfernung war beträchtlich. Trotzdem konnte man mit dem Fernglas einen gelben, dolchartigen Schnabel sehen, der einem recht großen, tief im Wasser liegenden Vogel gehörte. Wir beschlossen umgehend, uns dem Vogel zu nähern. Nun hieß es, nicht zu schnell zu fahren und damit den Vogel zu verscheuchen. Nach kurzer Zeit war ein markanter weißer Halsring in einem ansonsten dunkelgrünen Hals-/Kopfbereich zu erkennen. Nun stand fest: Das war wirklich der erhoffte erwachsene Gelbschnabeltaucher (Gavia adamsii) im Prachtkleid. Von Land aus hatte ich den Vogel schon einige Mal gesehen. Aber immer nur aus weiter Entfernung war er im schwimmend zu entdecken. Nun ging es auf akzeptable Fotoreichweite. Wir hielten mit dem Boot auf den schwimmenden Vogel zu und näherten uns bis auf ca. 100m. Für einen Augenblick erschien der ganze Vogel aus dem Wellental. Dann allerdings tauchte er einige Male in schneller Folge auf der Suche nach Beute ab. Er verfolgt vor allem Fische, bevorzugt Groppen (Cottidae), Fische aus der Gattung der Dorsche wie den Atlantik-Tomcod (Microgadus proximus) und Kabeljau (Gadus morhua). Diese werden in teils langandauernden und ergiebigen Tauchgängen unter Wasser gefangen. Die Entfernungen, die dabei zurück gelegt werden, sind beträchtlich. So weiß der Fotograf auf einem Boot nie, ob er sich einem Gelbschnabeltaucher nähert, der gleich wieder vor dem Boot auftaucht oder der Vogel sich unbemerkt unter Wasser aus dem Staub macht und auf Nimmerwiedersehen verschwunden bleibt. So stellt sich bei der Gelbschnabeltaucher-Fotografie immer wieder die bange Frage, wie lange der Vogel noch schwimmen wird und wann der Vogel seine Futtersuche im Tauchgang starten wird. In Vorbereitung auf die Tauchgänge schwimmen Gelbschnabeltaucher gelegentlich mit dem Kopf unter Wasser und suchen so schon mal die Umgebung ab. Ist der Kopf unter der Wasseroberfläche teilweise untergetaucht, kann man hoffen, sich mit dem Boot bis auf „Schussweite“ so weit genähert zu haben, daß ein Foto vom schwimmenden Gelbschnabeltaucher kurz vor einem Unterwassergang möglich ist. So war es auch auf dem Foto des Blogs. Kurz bevor der Gelbschnabeltaucher mit dem Tauchen begann, konnten wir uns mit dem langsam fahrenden Boot bis auf eine Entfernung von weniger als 15 Metern nähern. Was für ein Bild!

Es ist unabdingbar, sich für einen solchen Ausflug eines zuverlässigen Skippers und eines verläßlichen Boots zu bedienen. Sehr empfehlenswert ist die Firma Nordic Safari Nordkyn von ihrem Eigentümer Vidar. Die Firma ist auf Abenteuerreisen in die wilde Natur an der Küste des Atlantik rund um Mehamn Norwegen, dem nördlichsten Fischerdorf der Welt spezialisiert. Vidar und seine Kollegen von Nordic Safari Nordkyn sind echte Profis. Die durchgeführte Tagestour dauerte etwa vier Stunden. Die Tour war ein voller Erfolg: In diesen 4 Stunden konnten mehr als 20 Arten von Seevögeln gesehen und fotografiert werden konnte. Unterkünfte sind im so genannten Adventure Camp in Mehamn vorhanden. Das Adventure Camp ist auf einer Insel in der Mitte des Mehamn gelegen. Neben der Vogelbeobachtung und Fotoreisen bietet das Unternehmen Hochseefischen an.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird-lens.com gezielt Reisen in den äußersten Norden Skandinaviens, aber auch an den Neusiedler See, nach Texel aber auch an entferntere Orte außerhalb Europas unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie hinter der Rubrik “Picture- Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie bird-lens.com über das Kontaktformular einfach Bescheid, wenn Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor die neuen Bilder online sind.

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