Schwarzkehlchen in der Lüneburger Heide

European StonechatDie Heide blüht! Eine lila blühende Landschaft mit Schäferromantik. Sicherlich prägt dieses Bild auch heute noch das Image der Lüneburger Heide. Doch damit wird man dieser einmaligen Kulturlandschaft nicht gerecht. Trotz des Besucherandrangs von jährlich etwa drei Millionen Besuchern kann der Naturfotograf in der Heide endlose Weite erleben. Dazu muss er das Gebiet während der Heideblütezeit von August bis September allerdings abseits der touristischen Hauptwege, am besten in den frühen Morgen- oder Abendstunden, besuchen.

Zudem kann man in der Heide Biotope gänzlich unterschiedlichen Charakters erkunden, die ihren Ursprung in der diffizilen eiszeitlichen Strukturierung des Reliefs haben. Die während der Eiszeiten entstandene Endmoräne bildet einen Höhenzug, der von Nord nach Süd durch das Naturschutzgebiet verläuft und somit für vergleichsweise starke Höhenunterschiede sorgt. Mit 169,2 Metern ist der Wilseder Berg die höchste Erhebung des Nordwestdeutschen Tieflandes. Auch die unterschiedlichen Böden geben der Landschaft vielfältige Formen und bieten einer Fülle von ansonsten selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum. Für den Naturfotografen besonders interessant sind die halboffenen Heidelandschaften.

Die Struktur der Heidelandschaft macht deutlich, dass es sich um einen besonderen Lebensraum mit großer Artenvielfalt handelt: Während Deutschland überwiegend aus weiten, geschlossenen Wäldern oder ebenso weiten, völlig offenen landwirtschaftlichen Nutzflächen besteht, gibt es die halboffenen, savannenartigen und großflächigen Heide-Strukturen fast ausschließlich in der Lüneburger Heide und – im Osten – auf den immer weit zuwachsenden ehemaligen Truppenübungsplätzen. Die auf sandigen und damit meist trockenen Böden vorherrschenden Heideflächen sind nachweislich das Ergebnis von Waldbeweidung, der die ursprünglichen Eichenwälder zum Opfer fielen.

Ein Vogel der offenen Landschaft ist ein Vertreter aus der Familie der Schmätzer. Schwarzkehlchen (europ.) (Saxicola rubicola) gehören zu den farbenprächtigsten und auffälligsten Kleindrosselvögeln. Oft hört man ihre schnalzenden Kontaktrufe bevor man dann den schwarz, braun, weißen Vogel meist exponiert auf einer Staude sieht. Sehr positiv ist, daß im Naturschutzgebiet eine deutliche Zunahme des Bestandes des Schwarzkehlchen erkennbar ist. Das Schwarzkehlchen – bezogen auf die Anzahl der ermittelten Reviere – hat in den vergangenen 16 Jahren deutlich zugenommen. Dabei haben sich Biotoppflegemaßnahmen ausgezahlt. Die Bestandswicklung lief im NSG Lüneburger

Heide nämlich parallel mit der Einführung eines differenzierten Konzeptes der Heidepflege, durch das sich die Habitatstrukturen für das Schwarzkehlchen im Vergleich zu früheren Jahren stark verbessert haben.

Bei der Bestandsentwicklung des Steinschmätzers (Oenanthe oenanthe) im NSG Lüneburger Heide fragt man sich dagegen, wie lange diese Art in der Heide noch erhalten bleibt. Denn hier verlief die Entwicklung im Vergleich mit dem Schwarzkehlchen entgegengesetzt. Allerdings wird auch in anderen Teilen Niedersachsens in jüngster

Zeit von Bestandszunahmen des hübschen Singvogels berichtet. Bei dieser Art sind zwar starke jährliche Bestandsschwankungen typisch, doch der drastische Bestandsrückgang seit

Anfang der 90er Jahre ist unübersehbar. Wenn diese Entwicklung nicht umgekehrt werden kann, wird der Steinschmätzer in wenigen Jahren möglicherweise ganz aus dem Naturschutzgebiet Lüneburger Heide verschwunden sein.

Ein weiterer typischer Heidebewohner ist die Nachtschwalbe. Gut getarnt verschläft dagegen der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) den Tag. Ihn während der Tagstunden sehen zu können, ist ein ganz seltener Zufall.

Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mit 234 qkm schon recht groß. Zumindest größer als viele deutsche Nationalparks. Das Naturschutzgebiet ist das größte Naturschutzgebiet in Niedersachsen und bezüglich seiner Dimension und Landschaftsvielfalt eher mit Nationalparken und Biosphärenreservaten als mit „normalen“ Naturschutzgebieten vergleichbar. Die Heide ist viel mehr als eine historische Kulturlandschaft, die sich auszeichnet durch das Zusammenspiel von lichten Wäldern, Mooren, Bachtälern und Heideflächen. Letztere gibt es in unterschiedlichen Varianten: ganz offene Gebiete oder ineinander übergehende Heide-Waldlandschaften.

Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide liegt im Dreieck der Städte Bremen-Hamburg-Hannover. Kleinere Ortschaften im direkten Umfeld sind Buchholz im Norden, Schneverdingen im Westen sowie Soltau im Süden. Die Anfahrt per PKW von Norden und Westen über die A 1 bis zur Ausfahrt Rade, dann auf der B 3 weiter in Richtung Süden in das Naturschutzgebiet.

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Man kann von Norden oder Süden kommend auch über die A 7 fahren. Entsprechende Autobahnausfahrten finden sich bei Bispingen, Evendorf und Egestorf.

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